Powerpointpräsentation zu Alkoholismus
Alkoholismus-Folgen nach Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren (DHS), Westring 2, Hamm 1, Tel. (02381) 25855 Alkohol im Straßenverkehr auf der Homepage Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN): Riskanter schädlicher und abhängiger Alkoholkonsum: Screening, Diagnostik, Kurzintervention Akutbehandlung alkoholbezogener Störungen
www.alkoholratgeber.de Frank Cramer (Alkoholtherapeut). Homepage mit gut
Laienverständlichen Erklärungen
Alkoholismus ist im Tierreich nur dort
gesichert, wo von Menschenhand eine Abhängigkeit erzeugt wurde. Dies ist
wohl bei allermindestens Ratten, Katzen, Hunden und Mäusen möglich. Diese
Tiere entwickeln dann auch eine psychische Abhängigkeit. In freier Wildbahn
gibt es auch einen Alkoholmissbrauch bei Tieren, ob dieser absichtlich oder
zufällig durch Konsum verdorbenen Obstes zustande kommt, ist strittig. Die
Abhängkeitsentwicklung scheitert bei diesen Tieren aber schon an der
mangelnden Möglichkeit zur entsprechenden Vorratshaltung. Alkoholismus ist nach neuen wissenschaftlichen
Untersuchungen zu einem großen Teil genetisch bedingt.
Mehrere Studien sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Alkoholabhängigkeit zu etwa
50 bis 60 Prozent genetisch determiniert ist, Das bedeute jedoch nicht,
dass Alkoholismus nicht heilbar ist. Als abwegig erwiesen habe sich die unter
anderem aus der Psychoanalyse stammende Theorie von der "Suchtpersönlichkeit" -
dass etwa labile Persönlichkeiten stärker zum Alkoholismus neigten als andere.
In Deutschland trinken zwischen acht und zehn Millionen der
Bevölkerung
zu viel Alkohol. Etwa drei Prozent der Bevölkerung sind Alkoholiker, etwa fünf
Prozent sind Alkoholmissbraucher. Unter dieser Kategorie werden Menschen
zusammengefasst, bei denen hoher Alkoholkonsum bereits Auswirkungen auf
Gesundheit, Sozial- und Arbeitsleben hat. Weltweit schätzt die WHO, dass sechs
Prozent des Bruttosozialproduktes einer Industrienation für die
alkoholassoziierten Folgeschäden verwendet werden. Im Jahr 2006 waren Psychische
und Verhaltensstörungen durch Alkohol die häufigste Diagnose bei den aus
deutschen Krankenhäusern entlassenen männlichen vollstationäre Patienten
(223 000 Fälle). Nach ihrem Klinikaufenthalt verbrachten diese
Patienten im Schnitt weitere 80,6 Tage in einer Vorsorge- oder
Rehabilitationseinrichtung. (Quelle Statistisches Bundesamt
Deutschland). Bei Frauen hat es die Diagnose nicht unter die ersten 10
geschafft. Persönlichkeit und soziale
Schicht spielen bei der Suchtentstehung keine Rolle. Es sind allerdings nicht
nur die Gene die schuld sind.
Es ist bekannt und in vielen
Studien dokumentiert, dass weitere individuelle, soziale und kulturelle Faktoren
entscheidend zur Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit beitragen. Emotionaler
Mangel und soziale Isolierung wie beispielsweise bei Heimkindern kann mit zur
Auslösung beitragen. Zu diesen Faktoren gehören persönliche Einstellungen,
kulturelle Trinkgepflogenheiten und Zwänge, das Konflikterleben und andere
aktuelle Belastungen. Dass die Gene ein
wichtiger Faktor bei der Suchtentstehung seien, belegen zahlreiche
Untersuchungen. Auf genetische Veranlagung deute etwa die Tatsache, dass
Alkoholismus in manchen Familien gehäuft auftritt. Adoptierte Kinder, die
Alkoholiker als leibliche Eltern haben, laufen auch in Pflegefamilien ohne
Alkoholmissbrauch ein drei bis vier Mal höheres Risiko der späteren Abhängigkeit
als andere adoptierte Kinder. Noch nicht bekannt sei allerdings, welche Gene
oder welche Kombination von Genen eine Rolle bei der Suchtentstehung spielen.
Eine genetische Veranlagung zum Alkoholismus bedeutet auch nicht, dass die
Alkoholabhängigkeit unbesiegbar ist. Die Therapieerfolge liegen längerfristig
bei etwa 40-50 Prozent. Das ist wesentlich höher als bei manch anderer
chronischen Krankheit. Die Menschen sind
besonders gefährdet, die akut nur wenig Auswirkungen des Alkohols verspüren.
Offenbar ruft Alkoholkonsum bei diesen Menschen kaum unangenehme Wirkungen
hervor, sodass ein natürliches Warnsignal fehlt, das den Betroffenen anzeigt,
wie gefährlich exzessiver Alkoholkonsum für sie ist. Aktuelle genetische Studien
und Untersuchungen im Primatenmodell weisen darauf hin, dass die erhöhte
Alkoholtoleranz Folge einer Unterfunktion der serotonergen Neurotransmission
sein könnte. Diese serotonerge Funktionsstörung kann genetisch bedingt sein oder
als Folge früher sozialer Stressbedingungen auftreten. Sie vermindert offenbar
die Reaktion auf sedierende, GABAerg (GABA, Gammaaminobuttersäure) vermittelte
sedierende Wirkungen des Alkohols. Ähnliches gilt für die schützende
Wirkung eines genetisch bedingten verlangsamten Abbaus. Bei Menschen mit einer
genetisch bedingten Verlangsamung des Alkoholabbaus steigt das giftige
Stoffwechselprodukt Acetaldehyd an und verursacht höchst unangenehme Wirkungen,
die die Betroffenen meist vor einem exzessiven Alkoholkonsum und der Entwicklung
einer Alkoholabhängigkeit bewahren. Gemeinsames Kennzeichen dieser
Risikofaktoren ist also, dass sie mit einer geringen Ausprägung unangenehmer
Wirkungen akuten Alkoholkonsums einhergehen. Dies wird von den Betroffenen meist
nicht als Gefahr, sondern eher als vermeintliche Stärke erlebt („ich kann andere
unter den Tisch trinken“). Gerade jene jungen Menschen,
die viel Alkohol vertragen, sind besonders gefährdet, auf längere Sicht
alkoholabhängig zu werden. Jugendliche, die auf Alkohol nur schwach
reagieren, beginnen frühzeitiger damit, größere Mengen zu konsumieren. Diese wichtige Beobachtung sollte gerade
in der schulischen Präventionsarbeit verstärkt beachtet werden.
Prozesse im Bereich der glutamatergen und
GABAergen Neurotransmission, die den sedierenden Alkoholwirkungen
entgegengesetzt sind. Bei plötzlicher Beendigung des Alkoholkonsums kann es zu
Entzugserscheinungen und im Rahmen von Lernmechanismen auch zum konditionierten
Entzug kommen, der einen Rückfall auslösen kann. Das Alkoholverlangen und die
Kontrollminderung sind Ergebnis einer Anpassung des Hirnbelohnungssystems an den
regelmäßigen Alkoholkonsum mit Veränderungen im Bereich der dortigen
dopaminergen und opioidergen System, die dann verhaltensverstärkend wirken. Das
Ausmaß dieser Veränderungen war in prospektiven Studien mit dem Rückfallrisiko
verbunden. Ähnliche Beobachtungen gibt es auch für andere Suchtstoffe, so
ist beispielsweise das Abhängigkeitsrisiko von Cannabis besonders groß, wenn
Jugendliche früh angenehme Wirkungen berichten.
D.M. Fergusson, et al Arch Gen Psychiatry. 2003;60:1033-1039. Abhängigkeit entsteht aus einem Zusammenwirken von genetischen Faktoren,
Umwelteinflüssen in besonders empfindlichen Phasen der Gehirnentwicklung,
kulturellen Faktoren und sozialen Faktoren. Eindimensionale Erklärungen der
Ursachen greifen hier zu kurz. Besonders wichtig in der Entwicklung von Substanzabhängikeiten scheinen kritische Entwicklungsphasen in der Jugend zu
sein. Bei Jugendlichen finden sich besondere Phasen der Hirnreifung in
bestimmten Hirngebieten. Dabei entwickelt sich hier zeitgleich in den
selben Regionen des Gehirns Motivation, Impulsivität, und Abhängigkeit.
Jugendliche Impulsivität und Neugier, die Suche nach neuen Wegen sind
normalerweise vorübergehende Verhaltensweisen, die zum Teil mit
Reifungsprozessen in frontalen corticalen und subcorticalen monoaminergen
System zu erklären sind. Diese Entwicklungsprozesse beeinflussen Lernvorgänge
vor allem in der Suche nach der Erwachsenenrolle positiv, bedingen aber eine
vermehrte Vulnerabilität für abhängiges Verhalten und Drogen.
Auch andere Ursachen spielen eine erhebliche Rolle.
Neurochemische Studien zeigen, dass ein schneller Anstieg der
Dopaminkonzentration in bestimmten Gehirngebieten (Hirnbelohnungssystem mit
Schwerpunkt Basalganglien und Cingulum) durch Drogen bewirkt wird, die abhängig
machen. Nach chronischem Drogenmissbrauch und im Entzug geht die
Dopaminkonzentration in diesen Hirngebieten massiv zurück. Es kommt zu einer
Dysfunktion präfrontaler Hirnregionen (einschließlich des orbitofrontalen Cortex
und des Gyrus cinguli). Diese Veränderungen der Dopaminfunktion des Gehirns
verursachen eine verminderte Sensitivität für natürliche Verstärker oder
Belohnungen. Dies da Dopamin diese Verstärker oder Belohnungen ebenso
steuert und diese geringer direkt wirken. Es tritt eine Zerstörung der Wirkung
natürlicher Verstärker oder Belohnungen auf frontale corticale Funktionen ein.
Kontrollmechanismen und Beruhigungsmechanismen werden gestört oder zerstört.
Untersuchungen mit funktionaler Bildgebung haben gezeigt, dass während einer
Drogen oder Alkoholintoxikation oder während des Craving, diese frontalen
Regionen aktiviert werden. Sie sind dabei Teil eines komplexen Regelsystems eben
des Hirnbelohnungssystems. Mit beteiligt sind dabei für Belohungen der Nucleus
accumbens, für Motivation der orbitofrontale Cortex), für das Gedächtnis die
Amygdala und der Hippocampus, und für die kognitive Kontrolle die präfrontale
Hirnrinde und der Gyrus cinguli. Natürliche Verstärker sind nicht in der Lage in
ähnlicher Geschwindigkeit die selben Reaktionen im Gehirn hervorzurufen, wie
dies drogeninduzierte Stimuli tun. Die Schwelle ab wann ein Verhalten, eine
Gewinn oder ein Erlebnis als Belohnung empfunden wird heraufgesetzt. Die
hohen Grade der Stimulation sind mit Erlebnissen nicht mehr erreichbar.
Gleichzeitig werden Hirngebiete, die für die kognitive Kontrolle zuständig sind
herunterreguliert. Im Gedächtnis wird in der Erwartung einer Droge eine
besondere Belohnung als erreichbar simuliert, es kommt bei der Suche nach der
Droge zu einer Überreaktion der Belohungs- und Motivationssysteme. Auf
andere Reize reagieren diese immer weniger. In der Behandlung ist es vor allem
am Anfang schwierig wieder attraktive Belohnungssystem für den Betroffenen
aufzubauen. Jugendliche mit passiver Gewalterfahrung entwickeln häufiger
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Alkoholismus ist eine Krankheit. Der Kranke muss dabei, wie bei anderen Krankheiten, als Patient (also Leidender) gesehen werden. Moralische Abwertungen und Vorhaltungen verhindern eine wirkliche Hilfe und verstärken nur meist ohnehin vorhandene Minderwertigkeitsgefühle. Erst im Laufe der Nachkriegszeit definierte die Medizin den Alkoholismus im Sinne der „Alkoholabhängigkeit“ – in Abgrenzung vom „Alkoholmissbrauch“ – als ein komplexes Krankheitsbild. Kriterien sind das pathologische Trinkverhalten, die alkoholbedingten somatischen und psychosozialen Schäden sowie die körperliche und die psychische Abhängigkeit. So erkannte das Bundessozialgericht 1968 den Alkoholismus in einem Urteil als Suchtkrankheit an, was zu einer entsprechenden „Suchtvereinbarung“ der Sozialversicherungsträger führte. Verleugnung des Ausmaßes des Suchtproblems sind Teil der Erkrankung und entsprechen keinen "Lügen". Klare und ehrliche Bestandsaufnahmen müssen dennoch erarbeitet werden. Krankheit bedeutet allerdings nicht automatisch Befreiung von der Verantwortung für das eigene Tun, und auch keine Minderung der daraus resultierenden Konsequenzen. Therapeutisch ist dies aber nur bei vorhandenem Respekt dem Suchtkranken gegenüber möglich. Eine unbewusste negative Gegenübertragung der Therapeuten scheint verantwortlich zu sein für das Misslingen einer Vielzahl von therapeutischen Maßnahmen bei Alkoholpatienten. Die Auswirkungen dieses Gegenübertragungsmechanismus spiegeln sich nicht nur in der negativen Einschätzung von Suchtpatienten wider, sondern finden sich auch häufig in dem theoretischen Konzept von entsprechenden Therapieeinrichtungen. Dabei kann eine positive Therapieerfahrung aber nur dann möglich sein, wenn sich der Therapeut von unbewussten negativen Gegenübertragungsgefühlen freimachen kann. Gerade in der Anfangsphase einer Therapie scheinen Unzuverlässigkeit, ungepflegtes Aussehen des Alkoholikers sowie die Verleugnung der Alkoholsucht häufiger zu aggressiven Gegenübertragungen beim Therapeuten zu führen. Später sei dann nicht selten der Versuch von Patienten zu beobachten, den Behandler seiner professionellen und/ oder seiner persönlichen Identität zu berauben. Dies kann wie z. B. anhaltende Existenzsorgen auch in wirtschaftlich guten Zeiten. Entwertungen von Therapeuten und Klinik durch die Patienten können als Übertragungs- /Gegenübertragungs-mechanismus das gesamte Klima einer Institution vergiften. Die unbewusste Gegenübertragungsdynamik scheint auch noch weitere Auswirkungen im Therapiegeschehen zu haben. So schleicht sich in Einrichtungen manchmal verstärkter pädagogisch- erzieherischer Druck auf die Suchtpatienten ein. Begründet wird Handhabung der Haus- und Klinikregeln diese Maßnahme vordergründig damit, dass eine äußere Struktur zu einer inneren Strukturbildung führe. Beim Patienten entsteht dann in erster Linie ein Gegenübertragungsgefühl von Ohnmacht beim Therapeuten entgegen. Alkohol:
Der Begriff „Alkohol“ geht auf das arabische „kuhl“
(das heißt fein pulverisiertes Antimon; allgemein: durch Sublimierung oder
Destillation gewonnene Substanzen) zurück und wurde von Paracelsus speziell auf
„Weingeist“ (alcohol vini) bezogen und auch als „Allerfeinstes“ (pulvis
subtilissimus) bezeichnet
Alkohol, vor allem in Form von Wein, war bereits in den antiken Hochkulturen
bekannt und wurde insbesondere im klassischen Altertum kultisch verehrt
(Dionysos, Bacchus). Mehr oder weniger ausschweifende Trinkgelage – es sei hier
nur an den Begriff „Symposion“ erinnert – dienten als Gemeinschaft stiftendes
Ereignis im kulturellen Leben.
Eine der bedeutendsten negativen Effekte von Alkohol ist die Abhängigkeit. Familien-, Zwillings- und Adoptionsstudien haben einen genetischen Einfluss zweifelsfrei zeigen können. Verwandte ersten Grades von Alkoholkranken haben ein etwa siebenfach höheres Risiko, selbst abhängig zu werden. Soziale Faktoren haben dabei einen erheblichen Einfluss darauf, ob jemand tatsächlich abhängig wird. So ist bekannt, dass die Zahl der schweren Trinker mit der Gesamtmenge des von der Bevölkerung konsumierten Alkohols zunimmt. In diesem Zusammenhang scheint es wichtig darauf hinzuweisen, dass eine generelle Empfehlung von Alkohol zur Koronarprotektion für Menschen, die bisher keinen Alkohol getrunken haben, mit einer circa zehnprozentigen Abhängigkeitsrate einhergehen würde. Die Nebenwirkungen chronischen Alkoholkonsums sind beträchtlich und unterliegen nicht nur der Dosis, sondern auch einer individuellen Empfindlichkeit. So ist es sehr schwer, negative Folgeerkrankungen durch chronischen Alkoholkonsum vorherzusagen. Es gibt keinen risikofreien Alkoholkonsum. Man kann lediglich eine risikoarme, maximale Trinkmenge angeben (die risikoarme maximale Trinkmenge für alkoholische Getränke pro Tag bei gesundes Personen beträgt für Männer dreimal 1/4 Liter Bier oder dreimal 1/8 Liter Wein und bei Frauen zweimal 1/4 Liter Bier oder zweimal 1/8 Liter Wein). Der Anteil von Personen mit schädlichem Gebrauch (hier: Männer mindestens 40 Gramm, Frauen mindestens 20 Gramm Reinalkohol pro Tag) beträgt bei Männern in den westlichen Bundesländern 15.1 Prozent, in den östlichen Bundesländern 20.5 Prozent, bei den Frauen 10.0 Prozent bzw. 10.5 Prozent. >In der Gruppe der 45 bis 64-Jährigen lagen die Alkoholabhängigkeitsraten sowohl bei Männern als auch bei Frauen am höchsten. Akute Alkoholvergiftungen verlaufen in der Regel folgenlos; ihre Therapie ähnelt der anderer Vergiftungen. Hingegen führt chronische Vergiftung durch Alkohol früher oder später zu schweren Krankheitsbildern an verschiedenen Organen und Organsystemen. Starker Alkoholkonsum nimmt bei beiden
Geschlechtern mit dem Alter zu; jedoch ist er nach der Bundesstudie bei Männern
mit 15,2 % ca. doppelt so hoch wie bei Frauen mit 8,4 %. Während Männer gerne
Bier und Spirituosen trinken, werden von Frauen Wein und Sekt bevorzugt.
Bierkonsum ist unter westdeutschen Frauen verbreiteter als unter ostdeutschen
Frauen. Der Anteil der Bierkonsumentinnen steigt mit dem Alter. Vergleicht man
die Mengenangaben über Alter, Geschlecht und Region, finden sich bei den Männern
in beiden Landesteilen die höchsten Werte bei allen Getränkesorten jeweils in
der Altersgruppe der 40- bis 59-jährigen. Bei Frauen sind mit Ausnahme der
Konsummengen bei Wein und Sekt, die ebenfalls mit dem Alter steigen, keine
klaren Muster zu erkennen. Konsequenzen des Alkoholkonsums können neben
gesundheitlichen Folgen z.B. Unfälle unter Alkoholeinfluss, Verletzungen,
Familienstreit wegen Alkohol etc. sein. Auffällig sind die im Vergleich zu
Frauen bei allen Items deutlich höheren Prävalenzwerte bei Männern. Verglichen
mit der relativ hohen Prävalenz von schädlichem Gebrauch, Missbrauch und
Abhängigkeit ist der Anteil derer, die einen Arzt wegen einer Alkoholproblematik
aufsuchen, recht niedrig. Bei der Befragung der Jugendlichen ergab sich in der
letzten durchgeführten Studie, dass 26 % der 12- bis 25-jährigen Bier trinken; 9
% trinken ein oder mehrmals in der Woche Wein, 7 % alkoholhaltige Mixgetränke
und 5 % trinken mindestens einmal in der Woche Spirituosen. Im Vergleich der
letzten Jahre zeigt sich alles in allem ein Rückgang in der Häufigkeit des
Alkoholkonsums und ein Anstieg der Anteile der Selten- oder Nietrinker. Diese
Entwicklung ist vor allem darauf zurückzuführen, dass in Ostdeutschland junge
Männer deutlich weniger häufig Bier trinken, während gleichzeitig der Bierkonsum
bei den weiblichen Jugendlichen in den neuen Bundesländern leicht ansteigt. Auch
der Weinkonsum sowie der Konsum von Spirituosen geht zurück. Diese Befunde
werden auch durch Zeitreihenvergleiche als längerfristiger Trend bestätigt.
Dennoch liegt der Alkoholverbrauch in Deutschland im europäischen Vergleich auf
einem sehr hohen Niveau. Je früher der erste Alkoholkonsum allgemein, umso
höher das Risiko der Entwicklung einer Abhängigkeit und umso höher auch das
Risiko andere Komplikationen zu entwickeln.
Umfrage zu den
Trinkgewohnheiten
der Europäer
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Bis zu 75 Prozent der Alkoholiker, die zur stationären Entwöhnungsbehandlung kommen, leiden an Alkoholfolgekrankheiten. Bei 29 Prozent der Männer und neun Prozent der Frauen, die in ein Allgemeinkrankenhaus eingewiesen werden, liegt eine mit Alkohol zusammenhängende Erkrankung vor. Besonders betroffen sind Erwachsene im mittleren Alter (35 bis 55 Jahre). Internistische Folgen Alkoholische Myokardiopathie Es handelt sich vorrangig um die Folgen einer direkten toxischen Wirkung des Alkohols (> 1,4 g/kg/die), wenn auch konstitutionellen Faktoren, Begleitstoffen und evtl. auch Virusinfektionen eine gewisse Bedeutung zukommen mag. Die Altersgruppen zwischen 30 und 50 Jahren sind bevorzugt. Etwa ein Prozent bis zwei Prozent aller Patienten mit chronischem Alkoholabusus entwickeln Symptome einer Herzinsuffizienz. Schätzungen gehen davon aus, dass dilatative Kardiomyopathien „unklarer Genese“ zwischen 40 Prozent und 60 Prozent auf chronischen Alkoholabusus zurückzuführen sind. Dabei scheint für die Manifestation einer Kardiomyopathie die lebenslang kumulativ aufgenommene Alkoholmenge von entscheidender Bedeutung zu sein. Die meisten Patienten haben über mehr als zehn Jahre tägliche Alkoholmengen von (> 40) bis 80 g und mehr aufgenommen. Leitsymptome sind : Rhythmusstörungen (im EKG: 15-20% Vorhof-Flimmern, P-Pulmonale, Schenkelblockbilder), Hypertrophiezeichen (Röntgenaufnahme), Herzinsuffizienz Koronare Herzerkrankung: Mäßiger Alkoholkonsum vermindert das Risiko für eine koronare Herzerkrankung und einen Herzinfarkt. Dies gilt für 1-2 Drinks pro Tag. Was mehr ist schadet auch den Herzkranzgefäßen. Alkoholexzesse, auch unter sonst normal oder wenig Alkohol trinkenden Menschen vergrößert das Herzinfarkt und Schlaganfallrisiko und die Sterblichkeit daran. Arterioscler. Thromb. Vasc. Biol., July 1, 2006; 26(7): 1607 - 1612. [Abstract], J. Am. Coll. Cardiol., September 11, 2007; 50(11): 1009 - 1014. [Abstract], Am. J. Clinical Nutrition, December 1, 2005; 82(6): 1336 - 1345. [Abstract], Am. J. Epidemiol., March 1, 2005; 161(5): 423 - 433. [Abstract] Am. J. Epidemiol., September 1, 2004; 160(5): 466 - 474. [Abstract], Arch Intern Med, March 22, 2004; 164(6): 623 - 628. [Abstract] Alkoholische Myopathien (selten!) (selten!) Neben der direkten toxischen Wirkung exzessiver und über längere Zeit zugeführten Alkoholmengen spielen manchmal ungewohnte körperliche Anstrengungen eine Rolle. - Bei der akuten Form werden Muskelschmerzen und -krämpfe geklagt, bei der chronischen Form auch Muskelschwäche. Die betroffene Muskulatur kann druckschmerzhaft sein. Akute Gastritis Die Wirkung von Äthanol auf die Magensäuresekretion ist konzentrationsabhängig: niedrigprozentige Äthanollösungen (1,4- und 4 Prozent vol/vol) bewirken eine mäßige Stimulation der Magensäuresekretion (23 beziehungsweise 22 Prozent des „maximal acid output“, MAO); höherprozentige Äthanollösungen (von 5 bis 10 Prozent vol/vol) haben keinen Effekt; 20- beziehungsweise 40-prozentige Äthanollösungen bewirken eine – allerdings statistisch nicht signifikante – Hemmung der Magensäuresekretion. Ursächlich für die Gastritis ist die direkte toxische Wirkung großer Alkoholdosen, u.U. interferieren bestimmte Medikamente (Antirheumatika). Klinisch manifestiert sich diese Schädigung als akute (hämorrhagische) Gastritis. - Der Patient klagt über Magenschmerzen, Druck- und Völlegefühl im Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen. Eine Magenblutung kann einsetzen. Wichtigste Komplikation: Mallory-Weiss-Syndrom (lebensbedrohende obere Gastrointestinalblutung aus Schleimhautrissen im Kardia- und Fundusbereich nach heftigem Würgen oder Erbrechen). Alkohol führt auch zu schweren Veränderungen der gastrointestinalen Mukosa. Der Konsum größerer Mengen alkoholischer Getränke führt häufig zu ausgeprägten Schleimhautverletzungen bis zu Blutungen. Erheblich verstärkt wird die Neigung zur Entstehung solcher Verletzungen bei zusätzlicher Einnahme von acetylsalicylhaltigen Medikamenten zur Linderung von ,,Katersymptomen". Des Weiteren wird die Mukosa des Dünndarms morphologisch und funktionell geschädigt, was zu einer Malabsorption von Vitaminen (insbesondere Thiamin), aber auch Aminosäuren und Fetten führen kann. Aufgrund der vermehrten Durchlässigkeit der Mukosa werden Endotoxine über das Pfortadersystem aufgenommen und der Leber zugeführt. Leitsymptome sind :
Ulkus-Krankheit Alkohol verschlimmert den Verlauf des
Ulkus-Leidens und verzögert die Geschwürsheilung. Interaktionen mit so genannten
ulzerogenen Medikamenten (Azetylsalicylsäure, Antiphlogistika/Antirheumatika)
sind zu beachten. Retrospektive, epidemiologische Untersuchungen kommen zu dem
Schluss, dass akuter und chronischer Alkoholkonsum nicht mit einer erhöhten
Inzidenz von Ulzera peptica im Magen und Duodenum assoziiert ist. In zwei großen
neueren prospektiven Untersuchungen wurde auch unter Berücksichtigung der
konsumierten alkoholischen Getränke (wie Bier, Wein und Spirituosen) keine
Assoziation zwischen der Inzidenz peptischer Ulzera und dem Konsum alkoholischer
Getränke errechnet. Bisher ist lediglich eine Untersuchung bekannt, in der ein
signifikanter Einfluss des chronischen Alkoholkonsums auf die Inzidenz des Ulcus
duodeni nachgewiesen wurde. Piper und Mitarbeiter (1984) wiesen nach, dass
Patienten mit einem Alkoholkonsum von mehr als 60 g pro Tag ein 3,3fach
signifikant erhöhtes Risiko aufwiesen an einem Ulcus duodeni zu erkranken (Odds
Ratio 1,8). Die Inzidenz des Ulcus ventriculi wurde durch chronischen
Alkoholkonsum in dieser wie auch in anderen Studien nicht erhöht. Speiseröhren und Kehlkopfkrebs Chronischer Alkoholmissbrauch begünstigt
bösartige Tumoren der Schleimhaut (Karzinome) in Mundhöhle, Rachen und
Speiseröhre. Dabei besteht unabhängig von der Art des konsumierten alkoholischen
Getränks eine Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen dem täglichen Alkoholkonsum und
dem Krebsrisiko. Das Risiko, an einem Mundhöhlen- oder Kehlkopfkarzinom zu
erkranken, ist bei einem täglichen Alkoholkonsum von 75 bis 100 g um mehr als
das 13fache und bei über 100 g um das 14fache gegenüber der Normalbevölkerung
erhöht. Das höchste Risiko betrifft den Rachenkrebs. Für den Konsum von mehr als
100 g Alkohol pro Tag wurde ein relatives Risiko von 125 errechnet. Wird bei
Rauchern (mehr als 75 Prozent der Alkoholiker rauchen) der Krebs erzeugende
Effekt des Tabakrauchs berücksichtigt, steigt das relative Risiko, an einer der
genannten Krebsarten zu erkranken auf das 16-, 19- beziehungsweise 210fache an.
Es besteht eine eindeutige Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen dem täglichen
Alkoholkonsum und dem Auftreten bösartiger Tumoren. Jeder Alkoholkonsum – ob
gering, moderat oder stark – steigert die Krebshäufigkeit: Mit jedem
durchschnittlich pro Tag getrunken „Drink“ (1 Drink entspricht im Mittel circa
10 g Alkohol) steigt das Risiko an einem bösartigen Tumor zu erkranken um 5 bis
30 Prozent, mit dem höchsten Risiko bei den Tumoren der Mundhöhle, des Pharynx,
Hypopharynx und des Ösophagus. Eine Schwellendosis, das bedeutet eine Dosis bei
der dieser Effekt nicht auftritt, gibt es nicht. Durch Abnahme des Tonus des
unteren Ösophagussphinkters und der Peristaltik wird gastroösophagealer Reflux
begünstigt. Alkohol schädigt konzentrationsabhängig direkt die Schleimhaut von
Mundhöhle und Ösophagus und kann eine Refluxösophagitis unterschiedlichen Grades
hervorrufen.
Darmkrebs Im Dickdarm haben Patienten mit einem hohen
Alkoholkonsum ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko adenomatöse Polypen zu
entwickeln. Chronischer Alkoholkonsum erhöht wahrscheinlich das Risiko für die
Entwicklung kolorektaler Adenokarzinome. Als gesichert gilt ein solcher
Zusammenhang für das Rektumkarzinom: Bei Biertrinkern, die mehr als einen Liter
(> 40 g Alkohol) pro Tag trinken, ist das Risiko dreifach erhöht. Schon bei
Alkoholkonzentrationen von 0,5 bis 2,0 Promille, Werte, die auch bei
gesellschaftlich akzeptiertem Alkoholkonsum gesehen werden, kommt es neben einer
direkten äthyltoxischen Mukosaschädigung zu DNA-Schädigungen durch den toxischen
Metabolit des Äthanols, das Acetaldehyd sowie durch Karzinogene, die mit den
Getränken aufgenommen werden. Es wird angenommen, dass auf dem Blutweg Alkohol
an die Enddarmschleimhaut transportiert wird und dort nach Aufnahme (durch
Diffusion) von Darmbakterien zu Acetaldehyd abgebaut wird, welcher neben anderen
Karzinogenen toxisch für die Rektumschleimhaut ist.
Fettleber -chronische Alkohol-Hepatitis - Leberzirrhose Ursächlich ist die toxische Alkoholwirkung (bei
Männern wahrscheinlich > 40 g/die, bei der Frau > 20 g/die in Verbindung mit
Mangel- und Fehlernährung. - Bei Fettleber klagen die Patienten
über Druck-und Völlegefühl im Oberbauch, Meteorismus und Appetitmangel. Bei
einem Konsum von 40 bis 60 g Alkohol pro Tag fand sich ein sechsfach erhöhtes
Zirrhoserisiko im Vergleich zu einer Gruppe mit einem Konsum zwischen 0 bis 40 g
pro Tag. Ein circa 14-fach höheres Risiko fand sich bei einem Konsum von 61 bis
80 g pro Tag und ein über 50-faches Risiko bei 81 bis 1000 g Alkohol pro Tag.
Eine enge Beziehung besteht zwischen Alkoholkonsum und Zirrhosesterblichkeit.
Der Anstieg der Zirrhosesterblichkeit in Deutschland zwischen 1950 und 1980
betrug circa 400 Prozent. Wichtig erscheint ferner, dass Alkoholkonsum einen
ungünstigen Einfluss auf den Verlauf chronischer Lebererkrankungen anderer
Ursache hat. Patienten mit einer Hepatitis C beispielsweise müssen Alkohol
komplett meiden. Chronischer Alkoholkonsum führt bei Patienten mit einer
chronischen Hepatitisinfektion zu einem vermehrt progressiven, das heißt zu
einem die Lebererkrankung beschleunigendem Verlauf. Dies gilt insbesondere für
die Hepatitis-C-Infektion und resultiert in einer erhöhten Inzidenz an
Leberzirrhose und des primären hepatozellulären Karzinoms (HCC). Bei Patienten
mit einem Alkoholkonsum von mehr als 10 g/Tag und einer
Hepatitis-C-Virusinfektion vermehrt sich das Virus deutlich schneller, da beide
„Noxen“ über teilweise die gleichen beziehungsweise zusätzliche Pathomechanismen
die Leber potenzierend schädigen. Patienten mit einer chronischen
Hepatitis-C-Infektion dürfen somit keinen Alkohol trinken! Bei zurzeit circa 1
400 000 Patienten mit einer chronischen Hepatitis allein in Deutschland – davon
entfallen auf die Hepatitis C circa 600 000 Fälle mit einer jährlichen
Neuinfektionsrate von momentan 15 000 – ein nicht zu unterschätzendes Problem.
Demgegenüber ist zum Beispiel eine ausgeheilte Hepatitis-B-Infektion ohne
Residuen (histologischer Befund) keine absolute Kontraindikation gegen einen
moderaten Alkoholkonsum. Leitsymptome sind :
Bei Leberzirrhose finden sich außerdem Klagen über Müdigkeit und allgemeine Hinfälligkeit. Leitsymptome sind : Gewichtsabnahme Sekundäre Leberhautzeichen (Weißnägel, Palmarerythem, Spider Naevi) Gynäkomastie Ikterus Milzvergrößerung Im Falle der hepatischen Dekompensation treten auf: Aszites Ödeme Oesophagus-Varizenblutung Hepatische Encephalopathie (,,Flapping Tremor") Blutdruck Alkoholkonsum jenseits der als mäßig zu betrachtenden Grenzen ist ebenfalls mit einem erhöhten Risiko verbunden, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, bedingt durch das gehäufte Auftreten von Bluthochdruck, von alkoholischen Herzmuskelerkrankungen und Rhythmusstörungen. Alkohol wird als eine der bedeutendsten und häufigsten Ursachen der sekundären Hypertonie und auch der therapieresistenten Hypertonie beschrieben. Eine klinisch manifeste Hypertonie kommt bei Alkoholkonsumenten doppelt so häufig vor wie beim Nichtkonsumenten. Zwischen dem Alkoholkonsum und dem Blutdruck besteht eine mehr oder weniger lineare Beziehung ohne Schwellenkonsum. Alkoholabstinenz oder Konsumreduktion führt praktisch immer zu einer Blutdrucksenkung. Aufgrund der Blutdruckeffekte ist der Alkoholkonsum mit einem deutlich erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden. Ab einem Alkoholkonsum von 30 g pro Tag bei Männern beziehungsweise 20 g pro Tag bei Frauen muss mit einem signifikanten Anstieg des Blutdrucks gerechnet werden. Eine Reduktion der Alkoholaufnahme beeinflusst den Blutdruck günstig. Bei Patienten mit Bluthochdruck wird daher ein weitgehender Verzicht auf Alkohol empfohlen. Siehe auch Chen L, Davey Smith G, Harbord RM, Lewis SJ (2008) Alcohol Intake and Blood Pressure: A Systematic Review Implementing a Mendelian Randomization Approach. PLoS Med 5(3): e52 doi:10.1371/journal.pmed.0050052 , UK Blood Pressure Association information about alcohol affects blood pressure, Flávio Danni Fuchs; Alcohol Consumption and the Incidence of Hypertension, Hypertension. 2001;37:1242 Akute Alkoholhepatitis (lebensbedrohend!) Auslösend ist ein Alkoholexzess bei chronischem Alkoholabusus. .Leitsymptome sind :
Zieve-Syndrom (selten !) (selten !) Die Ursache ist unbekannt. Alkoholexzesse und genetische Faktoren können eine Rolle spielen. - Die Kranken klagen über allgemeine Hinfälligkeit, Anorexie, Erbrechen, Durchfälle und Schmerzen im Oberbauch. Leitsymptome sind :
Exogene Hypertrig!yceridämie (Typ V) (Typ V) Es handelt sich um eine Alkohol-Induzierte Überproduktion von VLDL (Leber). - Als Beschwerden werden Abdominalschmerz und andere wie bei allgemeiner Leberschädigung beklagt. Als Komplikation kann eine Pankreatitis auftreten. Leitsymptome sind : u.U. eruptive Xanthome, Arteriosklerose-Manifestationen, Metabolisches Syndrom Alkoholmissbrauch erhöht das Risiko eines metabolischen Syndroms. Am. J. Clinical Nutrition, May 1, 2008; 87(5): 1455 - 1463. [Abstract] Alkohol-Induzierte hepatische Porphyrie (Porphyria cutanea tarda) Es handelt sich um die Folgen toxischer Alkoholwirkungen bei angeborenem latenten Enzymdefekt. Die Manifestation erfolgt am häufigsten zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr. - Die Beschwerden gleichen denen bei anderen allgemeinen Leberschädigungen. Leitsymptome sind : erosive und bullöse Läsionen an Licht-exponierten Hautpartien Zeichen der Leberschädigung Akute Pankreatitis - Rezidivierende akute Pankreatitis Von 4 Fällen sind 3 alkohol-toxischer Natur! Ein
bis vier Prozent aller Alkoholiker entwickeln eine solche chronische
Pankreatitis und 30 bis 60 Prozent zeigen eine Schädigung der
Bauchspeicheldrüse. Mitunter spielen Fehlernährung und konstitutionelle Faktoren
als Mitursache eine Rolle. Voraus geht oft ein Alkoholexzess in Verbindung mit
voluminösen Mahlzeiten. Als Beschwerden werden gürtelförmiger Abdominalschmerz
(,,Gummibauch"), Meteorismus und allgemeine gastrointestinale Symptome
angegeben. Im Mittel tritt kommt es nach 17 Jahren chronischen Alkoholabusus bei
Männern und zehn Jahren bei Frauen von mehr als 80 g Alkohol (entspricht circa 1
Liter Wein) pro Tag zu der chronischen Pankreatitis. Nach den vorliegenden
Untersuchungen ist für die Entwicklung der chronischen Pankreatitis nicht die
Art des alkoholischen Getränks, sondern die absolute Alkoholmenge der
entscheidende schädigende Faktor. Als untere Dosis, ab der das Risiko für eine
chronischen Bauchspeicheldrüsenerkrankung ansteigt, wird ein täglicher
Alkoholkonsum von 20 g pro Tag angegeben. Eine untere Schwellendosis lässt sich
allerdings nicht nachweisen. Folge kann neben einem Diabetes und
Verdauungsstörungen auch ein Pankreaskarzinom sein. Leitsymptome sind :
Chronische Pankreatitis/Pankreasinsuffizienz Bei ca. 75% der Erkrankten handelt es sich um die Folge toxischer Alkoholwirkung. - Die Kranken klagen über chronischen Abdominalschmerz (in den Rücken ausstrahlend!), Gewichtsabnahme und voluminöse Fettstühle. Leitsymptome sind :
,,Krisen" durch Alkohol- und Nahrungsexzesse Darüber hinaus findet sich eine ungünstige Beeinflussung des Krankheitsverlaufs durch Alkoholabusus bei zahlreichen anderen Erkrankungen, z.B. bei
Neben diesen wichtigen organbezogenen
Alkoholschäden führt Alkohol auch zu systemischen Störungen sowie
Störungen des Immunsystems, was gehäuft zu bakteriellen Infektionen,
zum Beispiel Lungenentzündungen und Tuberkulose führen kann.
Bakterielle Infektionen einschließlich septischer Erkrankungen sind eine
wesentliche Ursache für die erhöhte Krankheitsanfälligkeit und erhöhte
Sterblichkeit bei Patienten mit Alkoholmissbrauch. Alkohol führt auch zu
hormonellen Störungen, beim Mann zu vermindertem Testosteronspiegel mit
Hodenatrophie, was klinisch in einem deutlichen Libidoverlust
und Impotenz resultiert. Liegt gleichzeitig eine Leberschädigung vor,
fällt außerdem eine Feminisierung mit erhöhten Östradiolspiegeln auf, was zu
einem typisch weiblichen Behaarungstyp und einer Gynäkomastie führt. Alkohol
schädigt zudem die Spermienproduktion. Bei der Frau führt ein moderater
Alkoholkonsum zu einer Erhöhung der Östradiolwerte, was einerseits das Risiko
für den Herzinfarkt vermindert, andererseits das Risiko für das Auftreten von
Brustkrebs erhöht. Alkohol führt auch zu einer Reihe von
Krebserkrankungen, nämlich zu Karzinomen des oberen Alimentär- und
Respirationstrakts (Oropharynx, Larynx und Ösophagus), zu
Leberkarzinomen auf dem Boden einer alkoholischen Zirrhose aber auch - wie
bereits erwähnt - zu Mammakarzinomen und Kolorektalkarzinomen.
Das Risiko für den oberen Alimentärtrakt ist besonders hoch und bei
gleichzeitigem Rauchen sieht man einen synergistischen Effekt. So liegt das
Risiko eines Ösophaguskarzinoms bei mehr als 80 g Alkohol pro Tag bei einem
Faktor von 18, bei mehr als 20 Zigaretten pro Tag, bei einem Faktor von 5 und
wenn beides zusammenkommt, bei einem Faktor von 44! Weiterhin kann Alkohol zu
schweren Ernährungs- und Stoffwechselstörungen führen. Der Stoffwechsel aller
Vitamine und Spurenelemente wird durch Alkohol auf allen Stufen des
Stoffwechsels ungünstig beeinflusst, angefangen von der Zufuhr mit der Nahrung,
der Verdauung, der Aufnahme, des Transportes im Blut, der Speicherung, der
Stoffaktivierung und der Ausscheidung. Nicht nur wegen des beträchtlichen
Kaloriengehaltes von Alkohol (7,l kcal/g), sondern auch weil der
Fettstoffwechsel (Verminderung der Fettverbrennung durch Alkohol) gestört wird,
muss der moderate Alkoholkonsum auch als Risikofaktor für die Entstehung von
Übergewicht betrachtet werden. Übergewicht gehört zu den
wichtigsten Faktoren, die das Herzkreislaufrisiko erhöhen. Weiter sind zu
nennen: Hyperlipoproteinämie, Hyperurikämie bis hin zum Gichtanfall,
Hyperlactacidämie mit Acidose, Hypoglykämien und Porphyrien. Die Wechselwirkung
zwischen Alkohol und einer großen Zahl von Medikamenten stellt für die Praxis
und die Klinik ein wichtiges Problem dar. Die Wechselwirkungen betreffen sowohl
den Arzneimittelstoffwechsel als auch zum Teil die Arzneimittelwirkung.
Moderater Alkoholkonsum reduziert das Diabetesrisiko, erhöhter Alkoholkonsum
verdoppelt besonders bei Frauen das Diabetesrisiko. Sofia Carlsson,
Niklas Hammar, Valdemar Grill, and Jaakko Kaprio Diabetes Care 2003 26:
2785-2790. Neurologische Folgen Die akute Wirkung des Alkohols Rausch => Exzitation=> Koma => Tod; beweist dessen Toxizität für das Nervensystem. Die meisten akuten Alkoholvergiftungen klingen allerdings folgenlos ab; dennoch können therapeutische Maßnahmen notwendig werden, z. B. wegen Atemdepression, Aspiration usw. - Dagegen führt die chronische Vergiftung durch Alkohol nicht selten zu schweren neurologischen und psychiatrischen Krankheitsbildern.
.Alkoholpolyneuropathie Dieser distal betonten Schwerpunktpolyneuropathie liegen Schädigungen der Achsenzylinder oder der Markscheiden oder von beiden Strukturelementen peripherer Nerven zugrunde. -Als Beschwerden begegnet man spontanen Schmerzen in den Wadenmuskeln (die häufigste Fehldiagnose ist daher ,,Durchblutungsstörungen"), Muskelkrämpfen in den Unterschenkeln und symmetrischen, distal betonten Parästhesien und Taubheitsgefühl. Auch Muskelschwäche kommt häufig vor, ohne immer als Beschwerde erwähnt zu werden. Ferner wird Gehunsicherheit als Folge der Störung der Tiefensensibilität beobachtet. Klinisch imponieren distal- und beinbetonte sensomotorische, langsam progrediente Ausfälle, Extremitätenschwäche, Schmerzen, Parästhesien, Muskelkrämpfe, Taubheitsgefühl, Gangataxie, brennende Dysästhesien, Abschwächung der Muskeleigenreflexe, eingeschränktes Vibrationsempfinden, verminderte Oberflächensensibilität und Schwächesymptomatik, selten Beteiligung der Hirnnerven sowie Impotenz. Impotenz ist bei Alkoholikern zwar ein relativ häufiges Phänomen, wahrscheinlich aber eher Ausdruck psychogener und hormoneller Veränderungen als einer assoziierten autonomen Neuropathie. Ödeme und trophische Veränderungen, eine Hyperpigmentation oder Ulzeration der Haut können Hinweise auf eine Polyneuropathie sein. Therapeutisch können Alkoholabstinenz und Thiaminsubstitution häufig eine Progression der alkoholbedingten Polyneuropathie verhindern und führen gelegentlich zu klinischen Besserungen. Leitsymptome :
Hirnorganische (epileptische) Krampfanfälle Jeder erste epileptische Anfall (grand mal) bei einem Erwachsenen muss als alkohol-toxisch bedingt verdächtigt werden! (Wichtigste Differentialdiagnose: Intrakranielle Raumforderung - Tumor cerebri, Blutung, Ischämie). Epileptische Anfälle sind mit einer Prävalenz von 20 bis 35 Prozent die häufigsten neurologischen Folgen des Alkoholmissbrauchs. Sowohl Alkoholintoxikationen als auch Alkoholentzüge sind die häufigsten Ursachen epileptischer Anfälle bei Alkoholikern. Alkoholentzug kann zu tonisch-klonischen (Grand Mal) Anfällen führen, davon gehen zwei bis zehn Prozent in einen Status epilepticus über und 30 Prozent der Patienten entwickeln zusätzlich nach einem Entzugsanfall ein Delirium tremens. Die klinisch neurologische Untersuchung ist bei alkoholassoziierten epileptischen Anfällen ebenso wie das EEG zumeist unauffällig. Beim erstmaligen epileptischen Anfallsgeschehen muss durch EEG und CT eine andere zerebrale Ursache ausgeschlossen werden. Im Rahmen einer bestehenden Epilepsie kann Alkohol epileptische Anfälle provozieren oder demaskieren. Bei alkoholinduzierten epileptischen Anfällen ist eine antikonvulsive Therapie aufgrund der geringen Compliance nur selten indiziert. Im Fall einer Alkoholentzugsbehandlung ist bei Patienten mit bekannten Entzugsanfällen eine antikonvulsive Prophylaxe jedoch sinnvoll. Pellagra Bei Alkoholikern kann im Rahmen einer Pellagra,
die auf dem Boden eines Mangels an Nikotinsäure (Vitamin B2) oder einer
Aminosäurevorstufe, dem Tryptophan, resultiert, ein Demenzsyndrom entstehen.
Neuropathologische Veränderungen betreffen in erster Linie die großen Neurone
des Motorkortex (aber auch Basalganglien, zerebelläre Kerngebiete,
Vorderhornzellen). Neben neuropsychologischen Symptomen wie Depression,
Müdigkeit, Konzentrationseinbußen, Verwirrtheitszuständen, Halluzinosen,
Optikusneuropathie treten systemische Prodromalsymptome auf wie
Appetitlosigkeit, Diarrhö, Glossitis, Anämie und kutane Erythemata auf.
Differenzialdiagnostisch muss bei den zentralnervösen Störungen der Pellagra an
eine Enzephalitis oder Enzephalopathie anderer Ursache gedacht werden, bei denen
normalerweise zentrale Lähmungen vorliegen. Pellagra lässt sich gut durch
Niacinsubstitution behandeln, obwohl die zerebralen Symptome oft nicht komplett
reversibel sind. Niacin kommt vorwiegend als Niacinamid in Hefe, Fleisch, Fisch,
Geflügel und geröstetem Kaffee vor, Tryptophan in Milch und Eiern.
Alkoholtoxische Kleinhirnrindenatrophie Das Krankheitsbild entwickelt sich schleichend.
Bei etwa einem Drittel aller Alkoholabhängigen finden sich Zeichen einer
zerebellaren Dysfunktion. Die Spätatrophie des Kleinhirns, eine alkoholbedingte,
irreversible degenerative Schädigung des Kleinhirns kommt vornehmlich bei
Männern vor. Thiaminmangel wie auch ein unmittelbar toxischer Effekt des
Alkohols und Elektrolytverschiebungen werden als Ursachen diskutiert. Klinische
Symptome sind unter anderem die zerebellare Gangataxie mit stetiger Progredienz,
Extremitätenataxie (vor allem der Beine), Dysarthrie und die Polyneuropathie.
Die Diagnose der Spätatrophie des Kleinhirns wird nach klinischen Kriterien
gestellt. Im CT oder MRT finden sich häufig eine Oberwurmatrophie und eine
kortikale zerebellare Atrophie. Eine Therapie mit Thiamin wird empfohlen. Die
neuropathologischen Veränderungen bestehen aus einem überwiegenden Verlust
kortikaler zerebellarer Neuronen, insbesondere der Purkinje-Zellen mit
Prädilektionsstellen im Bereich des vorderen und oberen Kleinhirnwurms. Die
Kleinhirnhemisphären sind weniger häufig betroffen.
Leitsymptome :
Hirnatrophie Die graue und weiße Substanz
sind betroffen, dies ist im Computertomogramm oder Kernspin als
Ventrikelerweiterung und Verbreiterung der Sulci sichtbar. Besonders betriff
dies die frontale Hirnrinde. Die Hirnventrikel werden bei Verlust an
Hirnsubstanz größer. In funktionellen Aufnahmen zeigt sich ein verminderter
Glukoseverbrauch im Frontallappen. Bei vergleichbarem
Alkoholkonsum sind Frauen von einer Hirnatrophie stärker betroffen als Männer,
bei Abstinenz erholen sich Frauen aber auch schneller.
Die Hirnatrophie ist im frontalen Kortex und Zerebellum besonders ausgeprägt,
findet sich aber auch im anterioren Hippocampus alkoholabhängiger Patienten, und
zwar unabhängig vom Vorliegen eines Wernicke-Korsakow-Syndroms. Das Ausmaß der
alkoholassoziierten Hirnatrophie im frontalen und temporalen Kortex ist klinisch
besonders wichtig, da eine Störung dieser Hirngebiete die längerfristige
Handlungsplanung und das Arbeitsgedächtnis beeinträchtigen und einen auf
kurzfristige Belohnung angelegten Alkoholkonsum verstärken kann. Bei
langfristiger Abstinenz bildet sich die Atrophie zumindest teilweise zurück.
Geringe Mengen Alkohol schützen eher vor einer Demenz, massiver
Alkoholmissbrauch macht die Demenz wahrscheinlicher. Alkohol ist wahrscheinlich
die Ursache von etwa 10% der Demenzerkrankungen, bei 21–24% aller
Demenzerkrankungen ist Alkohol ursächlich mitbeteiligt. Lancet 2002; 359:
281–6.Lancet 1981; 1: 824–7.Int J Addict 1995; 30: Polioenzephalitis haemorrhagica superior acuta (Polioencephalopathie Wernicke) Das lebensbedrohliche Krankheitsbild tritt meist akut auf. Leitsymptome:
Wichtig: Das Auftreten einer Wernicke-Enzephalopathie zwingt zur sofortigen hochdosierten parenteralen Vitamin-B1l-Therapie (bereits vor der in jedem Fall notwendigen Klinikeinweisung!). Das Auftreten einer Wernicke-Enzephalopathie zwingt zur sofortigen hochdosierten parenteralen Vitamin-B1l-Therapie (bereits vor der in jedem Fall notwendigen Klinikeinweisung!). Vielleicht hätte Harald Juhnkes geistiger Abbau
verhindert werden können, wenn er regelmäßig zum Alkohol Vitamin B1 genommen
hätte. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||