Nächtliches Zähneknirschen
(Bruxismus) kommt sehr häufig vor und steht offensichtlich in keiner Verbindung
zu ernsthaften physischen oder psychischen Erkrankungen. Ist aber häufig ein
Zeichen vermehrter innerer Anspannung. In schwerwiegenden Fällen können
kieferorthopädische Maßnahmen (Aufbißschiene) zur Vermeidung einer starken
Abnutzung der Zähne beitragen.
Zahnfleischwucherungen kommen auch spontan vor,
sie können allerdings auch eine Nebenwirkung einer medikamentösen Behandlung
sein. Beobachtet wurde dies zuerst bei Phenytoin das in der Behandlung der
Epilepsie eingesetzt wird. Etwa 50% der Patienten die mit diesem Medikament
behandelt werden haben abnorme Zahnfleischwucherungen. Bei dem Immunsuppressivum
Cyclosporin sollen 25-80% der Patienten betroffen sein. Auch Calciumkanal-
Antagonisten wie Nifedipin, Felodipin, Amlodipin scheinen diese Nebenwirkung
auszulösen. Diese Nebenwirkung tritt meist mehrere Monate nach Beginn der
Medikamenteneinnahme auf, fängt zwischen den Zähnen an und nimmt dann in alle
Richtungen zu. Oft sind die Wucherungen entzündlich verändert, sie bluten
leicht. Zahnfleischwucherungen treten besonders dort auf, wo auch Plaques zu
finden sind. Professionell unterstützte Zahnpflege verringert das Risiko. Meist
sind die Medikamente, die auslösend sind bei gleicher Wirksamkeit ersetzbar.
B.A. Taylor
Management of drug-induced gingival enlargement, Aust Prescr 2003;26:11-3)
Zahlen-Verbindungs-Test (ZVT)
Beim Test sind die Zahlen 1 bis 50
(oder in
anderen
Versionen auch
30 oder 90) zufällig auf einem Blatt Papier verteilt und
müssen so rasch als möglich
durch Striche verbunden werden.
Ziel ist die
Prüfung der
kognitiven
Verarbeitungsgeschwindigkeit.
Für die
einzelnen
Versionen gibt
es
Normierungen,
teilweise
werden mehrere
Durchgänge
gefordert.
Zange-Kindler-Syndrom
Nach dem Grazer Arzt J. Zange (1880--1969) benanntes Syndrom mit
Hinterhauptschmerzen, Nausea und Emesis, Schwindel, Ataxie, Dysdiadochokinese
etc. bei raumfordernden Prozessen der hinteren Schädelgrube
Zecken leben in fast allen
unseren Wäldern, Parks und Gärten. Die wichtigste Zeckenart in Mitteleuropa, der
sogenannte Gemeine Holzbock benötigt eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit und
Temperaturen über 10 bis 15 Grad um aktiv zu werden. Diese Wetterbedingungen
finden sich in unseren Wäldern vorwiegend im Frühsommer und im Herbst (in den
trockenen Hochsommerperioden kann die relative Luftfeuchtigkeit meist unter die
für Zecken notwendigen Werte absinken). Diese Aktivitätsangaben sind aber stark
witterungsabhängig. Auch in warmen Wintern wurden gelegentlich aktive
Zecken beobachtet. Darüber hinaus führt ein milder Winter dazu, dass die
Zeckenpopulation und deren Aktivität im folgenden Frühjahr auf besonders hohem
Niveau beginnt. Zecken zählen zur Gruppe der Milbentiere, wie alle anderen
Spinnentiere haben sie 8 Beine. Zeckenlarven spielen beim Menschen kaum eine
Rolle, die Haut ist zu dick. Nymphen sind geschlechtslose Wesen, etwa doppelt so
groß wie Larven, sie sind gut in der Lage die Haut des Menschen zu durchdringen.
An das Nymphenstadium schließt sich das Erwachsenenstadium, die Weibchen sind
mit 4 mm etwa doppelt so groß wie Männchen. Sie bevorzugen Dickicht und
Wildpflanzen, lieben die Feuchtigkeit und schätzen die Wärme. Nie lassen sie
sich, wie vielfach angenommen, von den Bäumen auf ihr Opfer fallen. In der Regel
sitzen sie geduldig im hohen Gras, auf Büschen oder Sträuchern und heften sich
bei passender Gelegenheit an den Körper, auf den sie durch dessen Duft und
dessen Wärme aufmerksam wurden. Setzt
sich die Zecke auf den Wirt, wandert sie zu warmen, feuchten und dunklen
Stellen des Körpers. Dazu gehören beispielsweise die Achseln und die
Schamregion. Aber auch an jeder anderen Körperstelle kann sich die Zecke
festbeißen. Kleidung stellt eine physikalische Barriere gegen Zecken dar
(geschlossenen Schuhe, lange Hosen und Hemden). Die Verwendung chemischer
Abwehrsubstanzen kann eventuell auch Zecken fern halten. Da die meisten
Zeckenstiche nicht bemerkt werden, sollte man sich kurz nach einem Waldbesuch
immer auf Zecken absuchen und gegebenenfalls eine Zecke sobald wie möglich
entfernen. Die Stichstelle soll in den Tagen nach der Zeckenentfernung
sorgfältig beobachtet werden. Allgemeinreaktionen wenige Stunden nach einem
Zeckenstich (Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, leichtes Fieber) kommen vor. Es
handelt sich meist um eine allergische Reaktion des Körpers auf Bestandteile des
Zeckenspeichels. Die Borrelien gelangen erst nach vielen Stunden über
die Saugorgane der Zecke in den Körper des Menschen. Deshalb ist die
Wahrscheinlichkeit der Borrelienübertragung umso größer, je länger die Zecke
saugen kann. Innerhalb der ersten 12 Stunden findet fast keine Übertragung der
Erreger statt. Haben die Zecken aber Gelegenheit, zwei Tage oder länger zu
saugen, erhöht sich das Transmissionsrisiko auf fast 100 %. Auch für FSME
gilt, dass das Infektions-Risiko der FSME mit der Dauer der Blutmahlzeit der
Zecke am Menschen steigt. Alle anderen blutsaugenden Insekten benötigen für
diesen Vorgang des Blutsaugens nur Sekunden bis Minuten. Vermutlich ist dies
einer der Gründe, warum über diese Art von Insekten keine Übertragung von
Borrelien erfolgen kann. Ob die Zecke aus der
Haut in ganz oder nur teilweise entfernt wird, hat auf das Infektionsrisiko kaum
einen Einfluss. Um eine lokale Fremdkörperreaktion (nicht das Infektionsrisiko)
zu vermeiden, sollte die Zecke allerdings möglichst vollständig entfernt werden.
Da der Saugrüssel in die Haut einzementiert ist, gelingt das für diesen Teil des
Tieres in der Regel nicht. Die im Volksmund ausgesprochene Empfehlung, das Tier
mit Öl oder Nagellack einzudecken, soll dazu führen, dass die Zecke ihren Wirt
umgehend loslässt, die Methode wird allerdings von vielen als risikoreicher
abgelehnt. Die Befürchtung, dass diese Behandlung das Infektionsrisikos eher
erhöht, indem die Zecke nämlich das aufgesaugte Material mitsamt den Borrelien
in den Wirtskörper erbricht, kann neueren Untersuchungen zufolge nicht
bekräftigt werden, ist allerdings theoretisch möglich..
HW Kölmel,
Neuroborreliose
Neuro-Transmitter
3 ·2001
Ineffektive oder gefährliche
Methoden um Zecken zu entfernen
Am besten gesichert ist die
Entfernung
Keine scharfen Gegenstände
benutzen.
Die Zecke nicht zerdrücken, punktieren oder zusammendrücken
Lieber kein Öl, Gel, oder Lokalanästhetikum auf die Zecke oder Umgebung
aufbringen
Keine erhitzten Gegenstände wie Streichhölzer oder heiße Nadeln oder
ähnliches verwenden.
Die Zecke nicht drehen oder kippen, nicht mit bloßen Händen anfassen
(Handschuhe)
Mit einer gebogenen
medizinischen Zange wird möglichst tief auf der Haut aufgesetzt und
vertikal herausgezogen. Anschließend wird Hautdesinfektionsmittel
aufgebracht. Spezielle Zeckenzangen oder Werkzeuge sollen sich nicht als
effektiver erwiesen haben. In der Regel wird ohne Infektionsverdacht nicht
prophylaktisch antibiotisch behandelt. In speziellen Endemiegebieten kann
dies aber für Schwangere diskutiert werden.
Nach Tick
Removal, MATTHEW GAMMONS, M.D., and GOHAR SALAM, M.D., D.O., Michigan
State University College of Human Medicine, East Lansing,Michigan,
AMERICAN FAMILY PHYSICIAN
www.aafp.org/afp VOLUME 66, NUMBER 4 / AUGUST 15, 2002
Erythema migrans, (schmerzloser roter Fleck der nach und nach immer
größer wird und in der Mitte ausbleicht ), Müdigkeit, Muskelschmerzen,
Gelenkschmerzen, Kopfschmerz, Fieber, Schüttelfrost. Viele Menschen
die mit diesem Erreger infiziert werden bekommen keine Symptome. Bei
unspezifischen Symptomen kann deshalb die Unterscheidung schwierig
sein, ob die Symptome tatsächlich mit dem Erreger zusammenhängen.
Heimtückisch bleibt aber, dass auch
mehrere Jahre nach dem Biss
noch Symptome
auftreten können.
Initiale Untersuchungen sind unspezifisch; die Serologie bestätigt die
Diagnose nach 4 bis 6 Wochen. Die
Antikörper
müssen keine Krankheit
beweisen, sie
können von einer alten
Ansteckung kommen und lassen sich jahrelang im Blut nachweisen.
Amoxicillin
Doxycyclin (Vibramycin), Rocephin bei Neuroborreliose
Man geht davon aus, dass sich etwa 2% der Bevölkerung in deutschen Endemiegebieten mit FSMEV infiziert haben, wobei z.B. Waldarbeiter eine höhere Prävalenz aufweisen. (RKI)
Fieber, Kopf-, Kreuz- und Gliederschmerzen, Schnupfen,
Appetitlosigkeit, heftige Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit,
Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Nackensteife. Bei Hirnbeteiligung
neurologische Ausfälle (z.B. Lähmungen), Bewusstseinstörung,
meningomyelitischen Formen mit Schädigung des Rückenmarks und
schlaffen Lähmung der Schultermuskulatur, des Nackens und der Arme,
In Deutschland erkranken
jährlich etwa 250 Personen an FSME, rund 30 Prozent davon schwer.
Bis zu
30% entwickeln in der Folge ein
neurasthenisches Syndrom , selten bleiben auch Lähmungen,
Gleichgewichtsstörungen, Hörstörungen und psychische Veränderungen als
Folge der Infektion.10% behalten
bleibende, teilweise schwerste neurologische Schäden, 1 - 2 %
Letatiltät..
mittelschwer:
- deutliche neurologische Ausfälle von mindestens einwöchiger Dauer
- Funktionsstörungen, die zu Einschränkungen bei Verrichtungen des
täglichen Lebens führen
- Anfälle
- qualitative / quantitative Bewußtseinsstörungen
schwer:
- ausgeprägte Bewußtseinsstörung (Koma)
- Ateminsuffizienz
- zentrale Paresen die länger als eine Woche anhalten
FSME-
Antikörpernachweis im Blut oder der
Gehirnflüssigkeit (Liquor)
Noch keine spezielle Therapie, da Virusinfekt. Vorbeugung durch
Impfung für im Land- und Forstwirtschaftsbereich tätige in den
Donau-Auen, im Bayerischen Wald und einigen Gebieten
Baden-Württembergs. Nach einer
durchstandenen FSME hält die Immunität wahrscheinlich lebenslang an.
Zeit muss von jedem Menschen individuell nach
eigenen Werten und Verpflichtungen eingeteilt werden. Oft ist es schwierig hier
ein gesundes Gleichgewicht zwischen dem Notwendigen und den Wünschen zu
erreichen. Die Einteilung der Zeit und unser Lebensglück hängen eng zusammen. Um
eine gesunde Balance zwischen zwischen den verschiedenen Aktivitäten in Ihrem
Leben wie Arbeit und Privatleben, notwendige Verpflichtungen etc. zu finden ist
es oft sinnvoll eine Bestandsaufnahme darüber zu machen, wofür Sie derzeit Ihre
Zeit verwenden, und zu bewerten in wie weit diese Einteilung mit Ihren
derzeitigen persönlichen Wertvorstellungen und Prioritäten übereinstimmt.
Auf dieser Grundlage sind sinnvolle Änderungen möglich.
Gegenwärtige Verpflichtungen in Zeit.
Stellen Sie zunächst fest, wie viele Stunden in
der Woche sie mit den unten gelisteten Aktivitäten in der Woche verbringen.
Beachten Sie, dass mit notwendigen Verpflichtungen alle Aktivitäten wie
Überweisungen ausfüllen, Autowaschen, das Haus/die Wohnung in Stand halten...
gemeint sind, gemeint sind damit notwendige Verpflichtungen, die Sie erfüllen
müssen, ohne dass diese zu Ihrem Leben einen sonst wertvollen Aspekt hinzufügen.
Schreiben Sie die gesamte Zeit auf die Sie für eine Aktivität verwenden.
Die Zeit für die Arbeit sollte auch den Arbeitsweg, Fortbildung zu hause etc.
enthalten.
Wie viele Stunden verbringen
Sie derzeit pro Woche mit folgenden Angelegenheiten:
_____ Schlaf
_____ Notwendige Verpflichtungen
_____ Zeit für Persönliche Aktivitäten
_____ Zeit für Paaraktivitäten
_____ Zeit für Familienaktivitäten
_____ Zeit für Aktivitäten mit Freunden
_____ Arbeit, Kariere
_____ Kirche, Gemeinde...
_____ anderes_______________
Stellen Sie sicher, dass Sie auf 168 Stunden kommen.
Teilen Sie die Zeit für jede Aktivität durch 168.
Zeichnen Sie die Prozentsätze für jede Aktivität in Woche in einen Prozentkuchen
ein. Legen Sie daneben einen "Prozentkuchen" in dem Sie nach Ihren Werten
aufteilen. Vergleichen Sie und entscheiden Sie ob Sie zufrieden mit dem Ergebnis
sind, ob Übereinstimmung zwischen Werten und Realität besteht. Entscheiden
Sie ob Sie etwas ändern wollen. Wenn ja machen Sie eine komplette schriftliche
Wochenplanung, Sie sollten den Wochenplan täglich überprüfen und ihn flexibel
umgestalten, wenn es notwendig ist und Unvorgesehenes eintritt. Nehmen Sie sich
zu Beginn täglich 10 min für die Planung. Die wichtigsten Aufgaben werden zuerst
geplant. Zeitmanagement ist am ehesten sinnvoll für Menschen mit
unstrukturierter Arbeitsweise, wie Selbstständige, Führungskräfte oder bei
Projektarbeit wenn immer wieder andere Tätigkeiten anfallen. Für die meisten
Menschen halten kommerzielle Angebote nicht was sie versprechen. Das
Bewußtmachen wo die Zeitfresser, Prioritäten usw. sind kann aber generell von
Zeit zu Zeit sinnvoll sein und einem Burnout vorbeugen. Perfekte Planung kann
auch den Genuss beeinträchtigen, wägen Sie ab. Entscheiden Sie ob Sie Hilfe in
Anspruch nehmen wollen.
Zeitschriften(medizinische Zeitschriften mit online- Zugang)
Zelle
Kleinste strukturelle und funktionelle Einheit von Lebewesen. Bakterien und
manche Algen bestehen aus nur einer Zelle ohne Zellkern, Pflanzen, Tiere und
Menschen bestehen aus sehr vielen Zellen mit Zellkern. Zellkern: Im Kern
einer Zelle finden sich als wichtigster Bestandteil die Chromosomen als Träger
der Erbsubstanz.
Zentralarterienverschluß
Ursache:· Arteriosklerose,· Arteriitis temporalis
(mit Kopfschmerz, BSG-Erhöhung und Visusverschlechterung), Befund:· plötzliche,
einseitige schmerzlose Sehverschlechterung,· kein Blendungsgefühl,· verengte
Netzhautarterien,· diffuses Netzhautödem,· afferente Störung der Pupillomotorik,·
weißlicher, ödematöser Bereich im Versorgungsgebiet der verschlossenen Arterie,·
kirschrote Fleck im Bereich der Macula (Choroidea schimmert durch),· bei
zilioretinaler Arterie in diesem Bereich erhaltene Durchblutung
Zerebralparese
Die infantile Zerebralparese ist als eine
nicht-progressive Erkrankung des unreifen Gehirns definiert, der verschiedene
Ätiologien der prä-, peri- und postnatalen Periode zugrunde liegen können. Sie
beeinträchtigen die Entwicklung der Kinder massiv. Nicht selten besteht
gleichzeitig eine Epilepsie, Lernschwierigkeiten, Verhaltensstörungen,
Beeinträchtigungen der Sinnesorgane und motorische Störungen von massiven
Lähmungen bis zu nur leichteren Störungen der Visuomotorik und Feinmotorik. Eine
Heilung ist nicht möglich, durch zeitige Förderung, kann aber die Entwicklung
der Kinder und damit auch deren Integration in ein normales Leben erheblich
verbessert werden. Meist muss dabei die ganze Familie mit einbezogen werden.
Viele Kinder mit infantiler Zerebralparese bedürfen auch noch als Erwachsene der
Förderung. Die wichtigste dieser Erkrankungen ist die zystische periventrikuläre
Leukenzephalomalazie (PVL), in weiterer Folge kommen intra- und periventrikuläre
Hirnblutungen, hypoxische Schädigungen, Gefäßprozesse, Infektionen durch
neurotrope Viren während der Schwangerschaft, oder Hirnmißbildungen in Frage. Ursächlich besteht immer eine Schädigung des ersten
motorischen Neurons. Zerebralparesen gehören zu den häufigsten
"Körperbehinderungen" in der Kindheit. Die Prävalenz der Zerebralparese liegt
europaweit bei 2 - 3 auf 1000 Lebendgeburten mit starken Streuungsbereichen in
den einzelnen Gewichtsklassen. Bei Frühgeborenen und Zwillingskindern ist die
infantile Zerebralparese häufiger. Etablierte klassische Therapiemöglichkeiten
umfassen neurophysiologische physiotherapeutische Therapien (Bobath, Vojta,
Hippotherapie), ganzheitliche Methoden (Petö), logopädische und
ergotherapeutische Maßnahmen (Castillo-Morales, sensorische Integration) sowie
heilpädagogische Konzepte (Affolter, Frostig). Hyperbarer Sauerstoff scheint in
Studien nicht erfolgreich in der Behandlung der Kinder. Möglicherweise kann die
Sauerstoffbehandlung aber schaden. Im unten angegebenen Artikel im BMJ finden
sich Tabellen und Kurven, die Auskunft über Einteilung und Prognose geben.
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and doctors want to know BMJ 2003; 326: 970-974.[Full
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palsy: creation of motor development curves.
JAMA 2002; 288: 1357-1363
Zink ist im Körper essentiell erforderlich. Zink
ist Bestandteil vieler verschiedener Enzyme des Eiweiß-, Fett- und
Kohlenhydratstoffwechsels. Zinkmangel kann bei rein vegetarischer
Ernährung von Kindern vorkommen, dies gilt insbesondere für einseitige
kohlehydratreiche Ernährung in den armen Ländern. Weniger gilt dies auch für
ärmere Bevölkerungsschichten in den reichen Ländern. Besonders in
Entwicklungsländern scheint er ein wichtiger Grund für Minderwuchs zu sein. Er
kann zu Zwergwuchs, Hypogonadismus, Verzögerungen in der Wundheilung,
(unterentwickelte Geschlechtsorgane), Hepatosplenomegalie (Leber und
Milzvergrößerung), rauer und trockener Haut, psychischer Lethargie, Pica,
verminderter Geruchs- und Geschmackssinn, Durchfall, Haarausfall,
Nachtblindheit, brüchige Nägel, führen. Die Nahrungsergänzung mit Zn führt nach
Mangelzuständen zu vermehrter Stickstoffaufnahme und einem vermehrten
Eiweißumsatz in den Organismus. Der Effekt von Zink alleine ist dabei aber nach
der Literatur geringer, als wenn anderer Micronährstoffe die fehlen ebenfalls
ergänzt werden. Ein Effekt auf das Wachstum lässt sich nur nachweisen, wenn Zn
tatsächlich fehlt. Häufig fehlt den selben Kindern gleichzeitig Eisen und
Vit A. Phytate in Ceralien und besonders in Vollkornprodukten können die
Resorption von Zink (wie auch von Magnesium und Kalzium) beeinträchtigen. Es ist
beteiligt an der Insulinspeicherung, der Spermabildung und stärkt das
Immunsystem. Zinkmangel schädigt vor allem das Immunsystem und verursacht
einen Rückgang der Zahl der B Lymphozyten und T Lymphozyten (CD4
Lymphozyten besonders) durch gesteigerte Apoptose und schränkt auch deren
Funktion ein. Die Funktionen der Makrophagen, die ebenfalls im Immunsystem
wichtig sind, da sie Bakterien umschließen und zerstören, wird ebenfalls
beeinträchtigt. Die Produktion und Funktionalität einiger Zytokine, der
wichtigen Botenstoffe des Immunsystems werden ebenfalls bei Zinkmangel
beeinträchtig. Viele dieser Störungen entstehen bereits bei geringem Zinkmangel.
Zink spielt ebenfalls ein Rolle bei der Aufrechterhaltung eines gesundes
Epithels in der Haut wie im Darm. Es unterdrückt auch hier die Apoptose und
fördert das Zellwachstum, wichtig dabei ist seine Rolle als Antioxidans mit
Schutz vor freien Radikalen bei Entzündungen. Insbesondere bei
Durchfallerkrankungen kann also Zink durch eine Vielzahl von Funktionen die
Intaktheit des Darmes fördern und den Flüssigkeitsverlust vermindern. Ein Effekt
bei Darmerkrankungen ist, wenn ein Zinkmangel vorliegt bereits nach 48 Stunden
zu erwarten. Die empfohlene tägliche Dosis von Zink beträgt nur 10 mg
elementaren Zinks pro Tag, Viele Menschen haben auch diese geringe Menge nicht
in ihrer Nahrung, dies gilt besonders für Entwicklungsländer. Zinkmangel
ist biochemisch definiert als eine Serumkonzentration von weniger als 9
µmol/l. Die Serumkonzentration spiegeln allerdings nicht vollständig den
Zinkstatus eines Menschen wieder. Auch Menschen mit normalen Serumkonzentration
profitieren möglicherweise manchmal von einer Zinkgabe. Tägliche Zinkeinnahme
kann die Wahrscheinlichkeit einer Lungenentzündung um 41% und von Durchfall um
18% vermindern. Bei Kindern verkürzt sie die Dauer einer Durchfallerkrankung um
1/4 der Zeit, auch das Risiko für eine Malariainfektion in Infektionsgebieten
scheint zurückzugehen. Auch Babies und Schwangere scheinen nach manchen
Untersuchungen von einer Zinkgabe zu profitieren. Zuviel Zinkeinnahme kann
allerdings ebenfall ein Problem erzeugen. Zink ist selbst nicht giftig,
allerdings beeinträchtigt es die Kupferaufnahme und Eisenaufnahme und kann so zu
Mangelzuständen bei diesen Mineralien führen. Dies kann zu Kupfermangel und
darüber wiederum zu einer Immunsuppression und anderen auch für Mutter und Kind
schädlichen Effekten führen. Mehr als das doppelte der empfohlenen täglichen
Dosis von Zink (10 mg elementaren Zinks pro Tag) sollten deshalb auf keinen Fall
eingenommen werden. Bei 30mg Substitution bei Kindern wird in einer Studie von
einer Beeinträchtigung der mentalen Leistungsfähigkeit bei Kleinkindern
berichtet. Der Gesamtgehalt des menschlichen Körpers an Zink beträgt etwa 2 bis
4 g Zink. Die Konzentration im Blutserum beträgt etwa 15 umol/l Zink. Bei
Schwangeren sollten Zinksupplemente auch Kupfer enthalten, dies gilt besonders
dann, wenn insgesamt wenig Mineralien eingenommen werden. Die Ergebnisse aus
Entwicklungsländern bezüglich der Zinksubstitution bei Schwangeren sind
widersprüchlich und zumindest für die alleinige Zinksubstitution gibt es auch
Studien die eher einen schädlichen Effekt auf die Kinder zeigen. (Jena D
Hamadani et al.)Zink vermindert den Kupfergehalt im Köper und ist deshalb bei
der Behandlung des M. Wilson nützlich. In therapeutischen Dosen scheint Zink
auch in der Behandlung der hepatischen Enzephalopathie, der Sichelzellanämie und
von Erkältungskrankheiten nützlich zu sein. Viele Diabetiker scheiden 2-3 mal
mehr Zink im Urin aus. Zink beeinflusst Speicherung sowie Ausschüttung des
Insulins. Bei schlechter Diabeteseinstellung kann sich außerdem Zink in
Erythrozyten anreichern und steht dann für die Aktivierung von exogenem Insulin
nicht mehr zur Verfügung. Diabetiker benötigen häufig zusätzliche Zink-Gaben.
Bei ausgewogener Ernährung beim Nichtdiabetiker und Nicht-Vegetariern ist
Zinkmangel in Deutschland sehr selten. In niedriger Dosis schadet die
Substitution allerdings nicht. Zink-Substitution ist mit Zinksalzen wie
Zink.-Aspartat, -Gluconat, -Orotat, -Sulfat möglich. Auch ein erhöhter
Zinkspiegel und erhöhtes Calprotectin (Kalzium und Zinkbindendes Protein = 60%
des Gesamtproteins im Zytosol der Neutrophilen Granulozyten, Monozyten und
Hautzellen mit antibakteriellen Eigenschaften) kann auf eine seltene neu
definierte Erbkrankheit hinweisen. Diese äußert sich in häufigen Infektionen,
Hepatosplenomegalie, Anämie, und Hinweisen auf eine systemische Entzündung. In
einer Vergleichsstudie zeigten Patienten mit einer Epilepsie eine bessere
Geruchs- und Geschmackswahrnehmung für süß und bitter im Vergleich zu Gesunden.
Dies traf besonders für Patienten mit fokalen Anfällen zu. Man nimmt an,
dass erhöhte Zinkkonzentrationen und ein erhöhter Zinkstoffwechsel dort die
Schwelle für Geruchswahrnehmungen ebenso reduziert, wie die Anfallsschwelle.
Auch viele Parkinsonpatienten mit Geruchsstörungen und Sehstörungen scheinen
einen Zinkmangel zu haben.
Insgesamt bleibt noch viel unklar bezüglich des Nutzens der
Zinksubstitution in den wohlhabenden Ländern wie auch in den
Entwicklungsländern.
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Zisternen
Zwischen den weichen Hirnhäuten Arachnoidea und
Pia liegt der von einem bindegewebigen Bälkchenwerk durchsetzte
Subarachnoidalraum, der den Liquor cerebrospinalis enthält. Dieser ist im
Bereiche von Furchen und Nischen erweitert; besonders weite Abschnitte
bezeichnet man als Zisternen. Cisterna magna (cerebello-medullaris)
zwischen Medulla oblongata und
Unterfläche des Kleinhirns, Cisterna basalis (mit verschiedenen
Unterteilungen: Cisterna chiasmatis, Cisterna interpeduncularis, Cisterna pontis).
Cisterna venae cerebri magnae (um die gleichnamige Vene und das Corpus pineale
herum). Cisterna ambiens (umgibt das Mesencephalon und verbindet die
Cisterna venae cerebri magnae mit der Cisterna interpeduncularis.
Der Begriff Zönästhesie, zusammengesetzt aus dem
griechischen Koine und Aisthesis, bedeutet wörtlich übersetzt: Allgemeine
Empfindung oder, als entsprechender deutscher Begriff: „Gemeingefühl". Dieser
Terminus war in der Physiologie und Psychologie des 19. Jahrhunderts gängig, um
das Leiberleben im Grenzgebiet zwischen Psychischem und Physischem zu
beschreiben. In den letzten Jahrzehnten unseres Jahrhunderts, maßgeblich
beeinflußt durch die grundlegenden Arbeiten von Huber und Glatzel u. Huber,
wurde der Begriff hauptsächlich in pathologischen Zusammenhängen gebraucht. Als
Zönästhesien wurden nun qualitativ eigenartige Leibgefühlsstörungen bezeichnet,
welche in verschiedene Teile des Körpers projiziert werden. Die von den
Patienten geschilderten bizarren, fremdartigen Sensationen werden mit Vorliebe
in das Körperinnere projiziert, in Organe, von denen man normalerweise keine
bewußte Empfindung hat. Neben umschriebenen Schmerzsensationen von z.T.
bohrenden, reißendem oder brennendem Charakter werden ziehende, kreisende oder
steigende Leibgefühle, Elektrisierungs- oder thermische Sensationen, Zug- oder
Druckempfindungen im Körperinnern sowie das Gefühl einer Verkleinerung oder
Schrumpfung beschrieben. Daneben finden sich häufig Taubheits-, Steifigkeits-
und Fremdheitsempfindungen bis hin zu Entfremdungserlebnissen im eigenen Körper
sowie Erlebnisse des Nichtvorhandenseins von Organen oder Extremitäten. Die
Zönästhesien sind als Symptom zu werten, welches bei verschiedenen
psychiatrischen Erkrankungen auftritt, selten jedoch auch bei neurologischen
Erkrankungen, z.B. entzündlichen oder tumorösen Erkrankungen des zentralen
Nervensystems beobachtet werden kann. Zönästhesien sind als abnorme
Körpermißempfindungen oder leibliche Beeinflussungserlebnisse im Sinn von
Leibhalluzinationen definiert, welche in verschiedene Teile des Körpers
projiziert werden. Die Patienten klagen häufig über unerträgliche Schmerzen oder
Mißempfindungen, welche auch Organe betreffen können, von denen normalerweise
keine bewußte Empfindung besteht. Zönästhesien sind als Symptome zu werten, die
bei verschiedenen psychiatrischen Erkrankungen, z.B. Erkrankungen aus dem
schizophrenen Formenkreis, beobachtet werden. Sie können jedoch auch Symptome
neurologischer Erkrankungen sein, z.B. von entzündlichen oder tumorösen
Erkrankungen des ZNS, weshalb eine ausführliche Differentialdiagnostik
erforderlich ist.Während Zönästhesien in späten Krankheitsstadien aufgrund ihres
„bizarren" Charakters leicht zu erkennen sind, kann die Einordnung in
Frühstadien, in denen häufig nur schwer lokalisierbare Brennschmerzen oder
Mißempfindungen berichtet werden, schwierig sein.Trotz der unspezifischen
Beschwerdeschilderung werden aufgrund des hohen Leidensdrucks der Patienten
nicht selten wiederholt weitreichende, z.T. invasive und manchmal unnötige
diagnostische und therapeutische Maßnahmen veranlaßt. Als Therapie erster Wahl
gelten in Abhängigkeit von der Grunderkrankung Neuroleptika, wobei sich die
therapeutische Beeinflußbarkeit der Symptome schwierig gestalten kann.
(siehe unter Schizophrenie)
Die Nahrungsrationierungen während des 2.
Weltkrieges führten einen holländischen Kinderarzt zu der Beobachtung dass der
Mangel Weizenbestandteils Gliadin die Symptome der von Sprue betroffenen Kinder
besserte. Die Zöliakie ist eine immunologische Erkrankung des Dünndarms, die bei
genetisch prädisponierten Menschen durch den Nahrungsbestandteil Gliadin
ausgelöst wird und zu einer Schädigung der Darmmukosa mit anschließender
Malabsorption führt, die durch eine gliadinfreie
Diät
reversibel
ist. Ein Versuch die
Erkrankung mittels Diät nachzuweisen gilt heute als obsolet, da viele unnötig
als krank diagnostiziert würden. Prävalenz 1/130-300. Nach den Ergebnissen des
bisher größten Bevölkerungsscreenings (Archives
of Internal Medicine 2003; 163: 286–292) beträgt die Prävalenz in der
Allgemeinbevölkerung 0,75
% (0.3-1%). Unter den Verwandten ersten Grades beträgt
die Prävalenz sogar 4,54 Prozent.
Bei 25%
wird die
Diagnose
erst im
Alter von
über 60
Jahren
gestellt. Ein eindeutiger Gendefekt ist bisher nicht
nachgewiesen, ebenso gibt es bisher keine gentherapeutischen Ansätze. Allerdings
lässt sich bei über 95% der Patienten das HLA-Molekül DQ2 nachweisen, was
allerdings die Erkrankung nicht beweist. Die Erkrankung ist assoziiert mit dem
HLA-B8, DR3, DQ2 oder DQ8 Haplotyp. 20% der Bevölkerung haben die selbe
Genkonstellation und erkranken nicht. Immerhin 70% der eineiigen Zwillinge
erkranken auch, wenn der andere Zwilling erkrankt ist.
Mit
entscheidend
ob jemand
an
Zöliakie
erkrankt
ist, wann
beim
Säugling
Getreideprodukte
zugefüttert
werden.
Allgemein
wird
empfohlen,
dass
Säuglinge
bis zum 6.
Monat
gestillt
werden.
Säuglinge
denen vor
dem 6
Monat
Getreideprodukte
zugefüttert
werden
haben
ebenso wie
Säuglinge
bei denen
dies erst
nach
Beendigung
des 7.
Monats
erfolgt
ein
erhöhtes
Risiko an
Zöliakie
zu
erkranken.
(JAMA.
2005;293:2343-2351) Bei Blutuntersuchungen
lassen sich bei fast allen Patienten hochtitrige Endomysium Antikörper und
Gliadin Antikörper im Serum nachweisen, was die Erkrankung fast beweist.
Einige
Patienten
mit
positiven
Antikörpern
verlieren
diese aber
aus
unklaren
Gründen
später
wieder.
IgA-
Mangel
kann ein
Grund
sein,
warum die
Erkrankung
durch die
Antikörperbestimmung
nicht
nachweisbar
ist. Nur
selten muss eine Darmbiopsie zur Diagnosesicherung durchgeführt werden,
in Fällen
mit
negativen
oder
unsicheren
Antikörpern
kann sie
aber
manchmal
beweisend
sein.
Selten ist
die
Darmbiopsie
auch bei
eindeutige
Diagnose
negativ.
Als
Basisdiagnostik
gilt dabei der
Nachweis einer
Vermehrung der
intraepithelialen
Lymphozyten (IEL)
um mehr als
40/100
Epithelzellen.
Ohne
IEL-Vermehrung
gibt es keine
Sprue. Bei der
typischen Sprue
besteht nach
Marsh 3 a bis 3
c eine
Vermehrung der
IEL um mehr als
40/100
Epithelzellen,
eine
Kryptenhyperplasie
sowie eine
Zottenreduktion
(3a: leichte
Atrophie, 3b:
schwere
Atrophie, 3c:
völliges
Fehlen.
Leitsymptome
einer Sprue
sind schlechtes
Gedeihen bei
Kindern,
Zahnschmelzhypoplasie
Gewichtsabnahme,
Durchfall,
Blähungen,
seltener sind
Blutarmut (
Eisenmangelanämie),
Arthritis und
Arthralgien,
Knochenbrüche
durch
Kalziummangel,
Osteoporose,
Blutungsneigung,
Kleinwuchs,
Chronische
Hepatitis und
Transaminasenerhöhung,
Polyneuropathien
oft mit Beginn
im Kindesalter.
Oft ist eine
Dermatitis
herpetiformis
Duhring (eine
typische
Hauterkrankung
mit
Bläschen)vorhanden.
Der
Kalziummangel
kann
Hyperventilationssymptome
auslösen, die
zur
Verwechslung
mit
Angststörungen
Anlass geben
kann. Mangelnde
Gewichtszunahmen
oder gar
Abmagerungen
können
insbesondere
bei Kindern und
Jugendlichen
aber auch bei
Erwachsenen zur
Verwechslung
mit einer
Magersucht
führen.
Einzelne
Studien wiesen
daraufhin, dass
bei Frauen mit
Zöliakie
vermehrt
Infertilität,
Fehlgeburten,
Frühgeburten
und dystrophe
Neugeborene zu
beobachten
sind. Weizen-,
Gersten-,
Roggen-
(Nudeln,
Teigwaren) und
Haferprodukte
Brot, Nudeln,
Gries.. müssen
vermieden
werden, bei
Fertigprodukten
genau auf die
Zusammensetzung
achten, Reis-,
Mais- und
Kartoffelstärke,
Sago sind
erlaubter
Ersatz, eine
begleitende
Milchzuckerallergie
normalisiert
sich unter
Diät..Gluten-Sensitivität
kann sich neben
der
Gluten-sensitiven
Enteropathie
und der
Dermatitis
herpetiforme
als
neurologische
Störung äußern,
am häufigsten
ist eine
cerebelläre
Ataxie und eine
periphere
Neuropathie.
Einzelne
Berichte über
MR-Abnormalitäten
in der weißen
Substanz, die
entzündliche
Läsionen nahe
legten, liegen
vor. Ebenso ein
Arbeit die
migräneähnliche
Symptome (mit
neurologischen
Ausfällen bei
10 Patienten)
und NMR-
Auffälligkeiten
in diesem
Zusammenhang
berichtet, die
auf
Glutenkarenz
reversibel
waren.
Hadjivassiliou
M, Grünewald
RA, Lawden M,
Davies-Jones
GAB, Powell TC,
Smith CM.
Headache and
CNS white
matter
abnormalities
associated with
gluten
sensitivity.
Neurology
2001;56:385-388
Eine
Zusammenhang
zwischen
Gluten-
Sensitivität
und
migräneartigen
Kopfschmerzen
ist möglich. Da
es sich bei dem
Schädigungsmechanismus
der
Gluten-Sensitivität
um eine
humorale und
T-Zell-mediierte
Entzündungsreaktion
handelt, die
nicht auf den
Darm beschränkt
ist, sind
möglicherweise
auch
entzündliche
Veränderungen
der weißen
Substanz im
Gehirn recht
gut erklärlich.
Vor dem
Hintergrund der
Tatsache, dass
Migräne-Patienten
gehäuft als
unspezifisch
eingeordnete
MRT-Herde
haben, muss bei
Patienten mit
episodischem
Kopfschmerz und
unerklärlichen
Herden in der
weißen Substanz
an die
Bestimmun von
Antigliadin-Antikörper
gedacht werden.
Es sind
allerdings noch
größere Studien
nötig, um den
Zusammenhang
zwischen
Migräne und
Gluten-Sensitivität
zu klären, wie
auch die Frage
wie viele
unerklärte
MRT-Abnormalitäten
in der weißen
Substanz
generell
möglicherweise
durch diese
Erkrankung
bedingt sind.
Bereits wenige
Wochen oder
Monate nach
einer strikten
glutenfreien
Diät
verschwinden
die Symptome
und die
Morphologie der
Dünndarmmukosa
bessert sich
bis hin zur
Normalisierung.
Das klinische
Spektrum der
Sprue des
Erwachsenen hat
sich in den
letzten
Jahrzehnten
verändert. Bei
weniger als 50
Prozent der
Patienten
bestehen keine
gastrointestinalen
Symptome. Zu
den atypischen
Formen im
Erwachsenenalter
zählen: -
Dermatitis
herpetiformis
Duhring
Viele
Patienten mit nachgewiesener Sprue haben keine Symptome.
Bei
leichten
Symptomen
kann das
Syndrom
leicht
übersehen
werden.
Leicht
untergewichtige
Patienten
mit
häufigerem
Durchfall
und
leichter
Anämie
sind ein
Beispiel. Da die Zöliakie
auch zu
einer
schwerwiegenden
Malabsorption
von z.B.
Kalzium
führen
kann,
können
dennoch
relevante
Folgen wie
Rachitis
und
Osteoporose
auftreten..
Glutenfreie
Ernährung
könnte
nicht nur
die
Symptome
rasch
vermindern
sondern
auch
schnell
die
Knochendichte
normalisieren.
Unter
Osteoporosepatienten
ist die
Häufigkeit
der
Zöliakie
etwa 15x
höher als
in der
Normalbevölkerung.
Symptome
der Sprue sind schlechtes Gedeihen bei Kindern, Gewichtsabnahme, Durchfall,
Blähungen, seltener sind Blutarmut, Knochenbrüche durch
Kalziummangel, Blutungsneigung, Polyneuropathien oft mit Beginn im
Kindesalter.
Eine
prospektive
Untersuchung
geht davon aus,
dass ein nicht
unerheblicher
Anteil der
idiopathischen
Neuropathien
bei älteren
Erwachsenen auf
eine Zöliakie
zurückgeht.
Untersucht
wurden
Patienten mit
sporadischer
axonaler
Neuropathie auf
Antigliadin,
Antiendomysium
und
Gewebstransglutaminase-
Antikörper. Von
215 Patienten
mit axonaler
Neuropathie
hatten 140 eine
idiopathische
Neuropathie.
Positive
Immunoglobulin
(Ig)G ohne oder
mit IgA
Antigliadinantikörpern
fand man bei
34% (47/140)
der Patienten
im Vergleich zu
12% Prävalenz
bei Gesunden.
Bei der Biopsie
fand sich eine
Prävalenz von
mindestens 9%
in der Gruppe
der Patienten
mit
idiopathischen
Neuropathien
verglichen mit
1% in der
Durchschnittsbevölkerung,
bzw. der
Kontrollgruppe
der Studie. Das
mittlere Alter
des Beginns der
Polyneuropathie
lag bei 55
Jahren.
Eine
Gluten-sensitive
Enteropathie
fand sich bei
29% der
Patienten.
HLA-Typen die
mit einer
Zöliakie
assoziiert sind
fanden sich bei
80% der
Patienten. Eine
nicht
unerhebliche
Anzahl der
idiopathischen
axonalen
Neuropathien
könnte also
durch eine
Zöliakie
bedingt sein. J
Neurol
Neurosurg
Psychiatry
2006;77:1262–1266.
.
[Abstract]
[Full text]
[PDF]
Studien zur
Effizienz einer
Diät in der
Behandlung
solcher
Neuropathien
fehlen bisher.
Erst wenn diese
Studien
vorliegen lässt
sich der
Zusammenhang
endgültig
bestätigen. Säuglinge sind von der Erkrankung am schlimmsten betroffen,
sie wachsen und gedeihen nicht, haben Durchfall, Blähungen und Bauchweh, ältere
Kinder sind unbehandelt kleinwüchsig mit schlechten Zähnen. Bei Erwachsenen sind
3/4 der Erkrankten Frauen, sie klagen über gastrointestinale Symptome wie
Durchfall und Verstopfung, aber auch andere Symptome der Malabsorption, wie
Blähungen, Bauchweh.. Müdigkeit, Depression, Fibromyalgie- ähnliche Symptome,
aphthöse Stomatitis, Knochenschmerzen, Dyspepsie, gastroösophagealen Reflux, und
andere unspezifische Symptome. Oft ist eine Dermatitis herpetiformis Duhring
(eine typische Hauterkrankung mit Bläschen) vorhanden. Der Kalziummangel
kann Hyperventilationssymptome auslösen, die zur Verwechslung mit Angststörungen
Anlass geben kann. Mangelnde Gewichtszunahmen oder gar Abmagerungen können
insbesondere bei Kindern und Jugendlichen aber auch bei Erwachsenen zur
Verwechslung mit einer Magersucht führen. Weizen-, Gersten-, Roggen- (Nudeln,
Teigwaren) und Haferprodukte Brot, Nudeln, Gries.. müssen vermieden werden, bei
Fertigprodukten genau auf die Zusammensetzung achten, Reis-, Mais-
und Kartoffelstärke, Sago sind erlaubter Ersatz, eine begleitende
Milchzuckerallergie normalisiert sich unter Diät.
Bei
Patienten
ohne
Symptome
kann es
sein, dass
eine Diät
nicht
unbedingt
erforderlich
ist. Die Sprue scheint das Risiko
an einen non-Hodgkinlymphom zu erkranken wesentlich zu erhöhen.
Bei
Erwachsenen
muss aber
nicht
unbedingt
ein
Gewichtsverlust
oder ein
Durchfall
vorliegen,
es werden
auch
übergewichtige
Zöliakiepatienten
berichtet.
Eine
unklare
Anaemie
(Blutarmut)
ist meist
das
einzige
Hinweissymptom
bei diesen
weniger
Betroffenen. Carlo Catassi,et
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Non-Hodgkin Lymphoma in Celiac Disease JAMA. 2002;287:1413-1419,
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[Full
Text]
[PDF]
R M Furse
and A S
Mee,
Atypical
presentation
of coeliac
disease,
BMJ 2005
330:
773-774.
[Extract]
[Full TextDavid
S Sanders,
David P
Hurlstone,
Mark E
McAlindon,
Marios
Hadjivassiliou,
Simon S
Cross,
Graeme
Wild, and
Christopher
J Atkins,
Antibody
negative
coeliac
disease
presenting
in elderly
people—an
easily
missed
diagnosis,
BMJ 2005
330:
775-776.
[Extract]
[Full Text
Jill M.
Norris et
al,
Risk of
Celiac
Disease
Autoimmunity
and Timing
of Gluten
Introduction
in the
Diet of
Infants at
Increased
Risk of
Disease,
JAMA.
2005;293:2343-2351.
ABSTRACT
FULL TEXT
PDF
Klinische
Bedeutung
nichtklassischer
ZöliakieformenZimmer,
Prof. Dr. med.
Klaus-Peter
Sprue – die
vielen
Gesichter der
glutensensitiven
EnteropathieCaspary,
Prof. Dr. med.
Wolfgang F.
Erkrankungen die mit
einer Zoeliakie gehäuft vorkommen
Dermatitis herpetiformis
Alopecia areata
IgA Mangel
Epilepsie
Hyposplenismus
Ataxie
Type 1 Diabetes mellitus
Periphere Neuropathie
Autoimmunthyroiditis
Autoimmune Lebererkrankungen
Atrophische Gastritis
Primär biliäre Zirrhose
Downsyndrom
Symptome bei
Zöliakie
Mögliche Ursachen
Epileptische Anfälle, Glutenataxie,
ZNS- Symtome
Erhöhte Affinität der Zöliakie-
Antikörper zu den Hirngefäßen
Peripheres mangelndes Ansprechen auf
zirkulierendes Testosteron
Alopezia areata
Immunologische Attacke auf die
Haarfolikel
Zahnschmelzdefekte
Demineralisation während der
Zahnentwicklung bei Kindern
Hypoglykämie
Verzögerte Glukoseresorption
Blähungen
Sekundäre Verdauung von Zucker durch
die Darmflora
Nach DAVID A. NELSENCeliac
Disease Am Fam Physician 2002;66:2259-66,2269-70.
Zooanthropismus
Menschen,
die unter
der
wahnhaften
Vorstellung
leiden, in
ein Tier
verwandelt
zu sein,
auch
Zooanthrophie.
Solche
Vorstellungen
einer
Mensch-Tier-Metamorphose
sind bei
Erwachsenen
als eine
Variante
des
Wahnerlebens,
die
gehäuft
bei
affektiven
und
schizophrenen
Psychosen
vorkommt
und
hinsichtlich
der
unbewußten
Wahl des
Tieres
Interpretationen
bezüglich
des
emotionalen
Erlebens
der
Patienten
zulässt.
Es wurden
Mensch-Tier-Metamorphosen
in die
Tiere
Wolf,
Hund,
Kaninchen,
Pferd,
Tiger,
Katze,
Vogel
sowie
unspezifizierte
Tierarten
beobachtet.
Im Prozeß
der
Individualentwicklung
müssen
zooanthrope
Verhaltensweisen
als
psychologische
Normvariante
aufgefasst
werden So
verwandeln
sich
Kinder
nicht
selten im
Spiel auch
in
Tiergestalten.
Teilweise
auch als
Zoosexualität
bezeichnet.
Früher im
deutschen
Sprachraum
auch
als
Sodomie
bezeichnet.
Der Wandel
der
Begriffe
spiegelt
die sich
wandelnde
Einstellung
zum Thema.
Krafft
Ebing sah
1886 die
Ursache
noch in
einer
tieferstehenden
Moralität,
einem
großen
geschlechtlichen
Drang und
erschwerter
naturgemäßer
Befriedigung
und sprach
auch von
Bestialität,
Zooerastie
oder
Tierschändung.
Er ging
allerdings
damals
schon
davon aus,
dass die "
Bestialität"
keine
Seltenheit
in Kuh und
Pferdeställen
sei, die
Betroffenen
würden
sich auch
an Ziegen
Hündinnen,
ja sogar
Hennen
vergreifen.
Auch in
den von
ihm
zusammengetragen
und
geschilderten
Fallberichten
findet
sich
allerdings
meist
keine oder
keine
schwere
Psychopathologie.
Die Stadt
am Toten
Meer Sodom
soll laut
dem alten
Testament
von Gott
wegen der
zügellosen
Lasterhaftigkeit
(und
Kriminalität
jeder Art)
die
sexuellen
Verkehr
mit Tieren
einschloss
mit Feuer,
Schwefel
und einer
Meeresflut
zerstört
worden
sein.
Sodom galt
als der
Ort der
schlimmsten
Sünde.
Hiervon
rührte
ursprünglich
der
Begriff
Sodomie,
der heute
nicht mehr
verwendet
wird.
Gemeint
war dort
aber die
allgemeine
sexuelle
Zügellosigkeit,
die
Bedeutung
des Wortes
Sodomie
ist
deshalb
auch in
verschiedenen
Sprachen
unterschiedlich,
in
Frankreich
soll das
Wort auch
synonym
für
homosexuelle
Handlungen
verwendet
werden.
Viele
Sagen und
Mythen
erwähnen
die
Zoophilie.
Die alten
Griechen
unterstellten
selbst
ihrem
obersten
Gott Zeus,
dass er
manchmal
die Form
eines
Tieres
annahm um
eine Frau
zu
erobern.
Die
Königin
vor Kreta
Persiphae
wurde nach
der Sage
von einem
Stier
begattet
und gebar
den
Minotaurus. Hieronymous
Bosch
(Bild)
stellte
Sexualität
mit Tieren
in
Abschnitt
Hölle als
Höllenstrafe
in
seinem Triptychons
Garten der
Lüste
dar.
Möglicherweise
ging es
Hieronymus
Bosch bei
dem Bild
aber eher
um eine
Werbung
für
Toleranz,
er hat in
verschiedenen
Bildern
eindeutig
die
Inquisition
und die
Verlogenheit
in Teilen
der Kirche
spöttisch
aufs Korn
genommen.
Ob Bosch
ein
Moralist
oder
einfach
ein
genialer
Analytiker
seiner
Zeit war
ist
strittig. Im
Buch und
Film Padre
Padrone
wird die
Zoophilie
als aus
der Not
des
Hirtenlebens
in der
Isolation
Sardiniens
geboren
dargestellt.
Die auf
Tiere
bezogene
sexuelle
Präferenz
ist seit
1970 in
Deutschland nicht
mehr
strafbar,
wenn es
nicht zu
Tierquälerei
oder
Verletzungen
von Tieren
kommt. Für
Tier- Pornograhie
gelten die
sonst für
Pornograhie
auch
geltenden
Gesetze.
Weltweit
sind die
gesetzlichen
Regelungen
bezüglich
Zoophilie
sehr
unterschiedlich. Geschätzte Prävalenz
der
Zoosexualität
bis zu 3% der
Bevölkerung,
es gibt
keine
einheitliche
Ursache.
Manche
sollen den
Wunsch
nach
Umwandlung
ihres
Köpers in
einen
tierischen
Körper
verspüren.
Fantasien
über Tiere
bestehen
oft schon
in der
Kindheit
und werden
in der
Pubertät
erotisch
und von
intensiven
sexuellen
Regungen
begleitet.
Die Zoophilie
soll in
ländlichen
Wohngebieten
oder bei
intensivem
Bezug zu
Tieren
nicht
häufiger
sein als
in Städten.
Haeberle
geht in
seinem
Handbuch "
die
Sexualität
des
Menschen",
allerdings
davon aus,
dass bei
Bauernjungen
der
gelegentliche
Kontakt
angeregt
durch die
Beobachtung
sexueller
Akte der
Tiere
vorkomme,
der sich
allerdings
selten
wiederhole.
Betroffene
sehen in
ihrer
sexuellen
Präferenz
heute
meist
keine
Störung
oder
Krankheit
mehr. Sie
wird meist
auch nicht
als Ersatz für
misslingende
Beziehungen
zu
Menschen
gesehen.
Tierliebe
bei der
das
Haustier
als
Lebenspartner
(nicht als
Ersatz)
angesehen
wird,
fällt
ebenso
darunter
wie
eigentliche
Sexualität
bis hin
zum
Geschlechtsverkehr
mit
Tieren.
Insgesamt
entsteht
durch die
Zoophilie
nur dann
ein
psychiatrisches
Problem,
wenn der
Betroffene
unter
dieser
Leidenschaft
oder deren
Auswirkungen
subjektiv
leidet und
Hilfe
sucht, per
se stellt
sie keine
psychische
Störung
dar.
Sexuelle
Lust an
Gewalttätigkeiten
mit Tieren
bezeichnet
man als
Zoosadismus,
bei
letzterem
kann, wenn
er
ausgelebt
wird und
es zu
Tierquälerei
oder
Verletzungen
von Tieren
kommt
Strafbarkeit
vorliegen.
Das
ursächliche
Virus ist
70
Millionen
Jahre alt,
die von
ihm
verursachten
Krankheitsbilder
waren
deshalb
auch schon
in der
Antike
bekannt.
Hippocrates
gab dem
Herpes
(Herpes
von
griechisch
kriechen,
Zoster von
griechisch
Gürtel)
den Namen.
Dass es
sich um
eine
übertragbare
Erkrankung
handelt
ist
bereits
1875
bewiesen
worden,
der
Zusammenhang
zwischen
Windpocken
und
Gürtelrose
wurde 1892
von dem
Wiener
Arzt Janos
von Bókay
erkannt,
erst in
den
1940ern
konnte das
Virus dann
unter dem
Elektronenmikroskop
von Helmut
Ruska
sichtbar
gemacht
werden.
Mit der
Möglichkeit
des
serologischen
Nachweises
(Thomas H.
Weller
1952)
konnte
dann
bewiesen
werden,
dass
Windpocken
und
Gürtelrose
vom selben
Erreger
verursacht
werden.
Das
Varicella-zoster
Virus
verursacht
2
verschiedene
Krankheitsbilder.
Bei der
Erstinfektion
meist im
Kindesalter
kommt es
zu den
Windpocken
(auch Varicella
oder
englisch
chickenpox),
der
Windpockenvirus,
dieser
bleibt
nach
durchgemachten
Windpocken
lebenslang
in den
Nervenzelle
(den
sensorischen
Ganglien)
quasi
schlafend
präsent.
Windpocken
sind durch
eine
Impfung
vermeidbar
geworden,
hierdurch
wird auch
der Herpes
zoster bei
den
geimpften
vermutlich
seltener.
Da die
Impfung
noch
relativ
neu ist,
bleiben
noch
Jahrzehnte,
bis
eindeutig
nachweisbar
ist, dass
auch der
Herpes
zoster
durch die
Impfung
seltener
wird.
Unklar ist
auch ob
spätere
weitere
Impfungen
bei den
primär
geimpften
Erwachsenen
erforderlich
werden.
Sicher
ist, dass
durch die
Impfung
die
Mortalitätsrate
von
Windpocken
an sich
von
0,41 auf
0,14 pro
einer
Million
Einwohner
in den USA
zurückgegangen
ist (NEJM
2005; 352:
450-8).
Windpocken haben
eine
Inkubationszeit
von 8–28
Tagen,
meist
treten sie
2 Wochen
nach der
Ansteckung
auf.
Personen
mit
Windpocken
sind 1–2
Tage vor
Auftreten
des
Exanthems
und 5-7
Tage nach Sichtbarwerden
der
Bläschen
ansteckend.
Windpocken
führen nur
in etwa
0,1% der
Erkrankungen
zu einer
Beteiligung
des
zentralen
Nervensystems.
Meist sind
es
meningeale
Reizungen
aber auch
akute
zerebellärer
Ataxien
mit
günstiger
Prognose.
Ungünstiger
verlaufen
aseptische
Meningitiden,
Enzephalitiden,
die
Myelitis
transversa,
das
Guillain-Barré-Syndrom
und das
Reye-Syndrom. Acyclovir vermindert auch bei gesunden Kindern mit
Windpocken die Anzahl der Fiebertage und die Anzahl der Hautläsionen, ob
Acyclovir bei sonst gesunden Kindern mit Windpocken sinnvoll ist, ist strittig.
(Cochrane Reviews 2005,4)
Im Rahmen
von
Stressfaktoren
oder
anderen
Erkrankungen
kann es
zum
Ausbruch
der
Gürtelrose
kommen.
Der
Schmerz
geht meist
den Hauterscheinungen
voraus.
Erst Tage
nach den
Schmerzen
treten in
einer
band- oder
gürtelförmiger
Anordnung
auf einer
Körperseite
flüssigkeitsgefüllte
Bläschen
auf.
Die Gürtelrose, klingt nach der sehr unangenehmen
Zeit mit Bläschen
und
Schmerzen
nach 2-4
Wochen meist vollständig ab.
Junge
Menschen
haben
meist
weniger
Beschwerden. Etwa die Hälfe aller Menschen die 85
Jahre alt werden erkranken irgendwann in ihrem Leben an Gürtelrose, oder 2 von
tausend Menschen pro Jahr oder 400 000 Menschen pro Jahr in Deutschland. Bei Kindern sind es weniger als eines pro Jahr bei
Menschen die älter als 65 Jahre sind erkranken bereits 12 pro Jahr. Grund für
die Erkrankung im Alter ist die nachlassende zelluläre Immunität gegen das
Virus. Risikofaktoren für den Herpes zoster sind: eine Vorgeschichte mit
Windpocken, Alter über 50, Einnahme von Immunsuppressiva, odr
Kortisonpräparaten, Krebserkrankungen, HIV- Infektion, lokale Bestrahlung,
Traumen, chirurgische Eingriffe.
Patienten
mit Herpes
zoster
sind bis
zur
Verkrustung
der
Bläschen
ansteckungsfähig
(Schmierinfektionen). Neuralgieforme Schmerzen können in seltenen Fällen auf die Gürtelrose
folgen. Besonders häufig sind neuralgieforme Schmerzen bei hohem Alter, schweren
Hauterscheinungen, schweren akuten Schmerzen, Prodrome (Kopfschmerz,
Schüttelfrost, Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl, gastrointestinale
Beschwerden, Parästhesien oder Neuralgien in den betroffenen Dermatomen)
vor Auftreten des Zoster. Die Schmerzen sind dann oft heftig und sprechen nicht selten schlecht
auf Behandlung an. In einer Studie wurden die Daten von 421
Patienten untersucht. Das Lebensalter war signifikanter Prädiktor für das
Auftreten von Schmerzen, wobei die Wahrscheinlichkeit mit Abstand vom Exanthem
zunahm. Auch Schmerzintensität und -dauer korrelierten mit dem Patientenalter.
Unter 60 Jahre war der Verlauf generell günstiger. Das Risiko einer postherpetischen Neuralgie betrug nach 3 Monaten 1,8%, bei > 60 Jahren 20%. Nach
12 Monaten bestanden nur mäßige Schmerzen und 7 von 14 Patienten wurden im
Verlauf völlig beschwerdefrei. Das Geschlecht beeinflusste die
Neuralgiehäufigkeit nicht. Vier Prozent erhielten zum Zeitpunkt der
Hauterscheinungen eine antivirale Therapie, die nach heutigem Kenntnisstand in
den meisten Fällen unterdosiert war. Bei Beschwerdefreiheit nach 12 Monaten kam
es in keinem Fall zu späteren neurologischen Komplikationen. Bedeutsame
Begleiterkrankungen wie Diabetes, Karzinome o.ä. bestanden bei 17 Patienten.
Nach Erstmanifestation einer Herpes zoster-Infektion sind postherpetische
Neuralgien selten und weniger schwerwiegend als angenommen.
Eine antivirale
Therapie mit Aciclovir sollte lediglich bei Patienten mit schweren anderen
Erkrankungen und über 60-Jährigen erwogen werden. Helgason, S. et al.,
Prevalence of Postherpetic Neuralgia After a First Episode of Herpes Zoster:
Prospective Study with Long Term Follow Up,
Brit Med J 321 (2000) 794-796. Bei mäßiger Studienlage, deuten
Studien darauf hin, dass durch Einsatz neuer Virustatika wie des Famciclovir
oder des Valaciclovir der akute Zosterschmerz schneller sistiert und die Rate an
Post-zoster-Neuralgien sinkt.(Akt Neurol 2006; 33: 257-262) Von postherpetische Neuralgien spricht man,
wenn der Schmerz Monate oder Jahre nach dem Ausschlag anhält. Diese wird von der
akuten herpetischen Neuralgie, die innerhalb von 30 Tagen nach dem Ausschlag
auftritt und der subakuten herpetischen Neuralgie die 30-120 Tage nach dem
Ausschlag auftritt unterschieden. Risikofaktoren für das Auftreten
der Postherpetischen Neuralgie sind hohes Alter, schwere akute Schmerzen während
des Zoster, schwerer Ausschlag, und bereits vor dem Ausschlag vorhandene
Schmerzen. Patienten mit all diesen Risikofaktoren haben ein bis 50-75%-
iges Risiko 6 Monate nach dem Ausschlag noch Schmerzen zu haben. In wie
weit Antivirale Substanzen vorbeugen ist noch nicht völlig gesichert, nach einer
Metaanalyse wurde das Risiko aber immerhin etwa halbiert.
(Jackson JL,
Gibbons
et al
1997) Neben dem Risiko von Neuralgien spielen auch besonders
wenn die Stirn betroffenist (Zoster ophthalmicus) die direkten Komplikationen
eine Rolle. 5x 800 mg Aciclovir/Tag über 10 Tage senken das Risiko von
Komplikationen am Auge nach sechs Monaten von 42% auf 5% (Number needed to treat
[NNT] = 3). Gründe von Anfang an eine antiviralen Therapie zu beginnen gibt
es älteren Patienten über 50, Zoster im Kopf-Hals-Bereich bei Patienten, einem
schweren Zoster (hämorrhagische Läsionen, wenn mehr als ein Segment befallen
ist, bei aberrierenden Bläschen, Schleimhautbeteiligung) am Stamm und an den
Extremitäten, Zoster bei immundefizienten Patienten, Zoster bei Patienten mit
schwerer Dermatitis atopica und ausgedehnten Ekzemen, Zoster bei Kindern und
Jugendlichen, die Salizylate oder Kortikosteroide als Dauertherapie erhalten. (Valacyclovir(
3x1 g für 7 Tage) oder Famciclovir (3x750 mg für 7 Tage) oder Acyclovir (5x800
mg für 7–10 Tage). Falls keine Kontraindikationen bestehen, ist eventuell die
zusätzliche Gabe von Prednison (60 mg/Tag, ausschleichend über 21 Tage)
sinnvoll. Leider kann die antivirale Behandlung nicht in allen Fälle die
Entwicklung der gefürchteten neuralgieformen Schmerzen verhindern. Etwa 20%
aller Menschen die frühzeitig antiviral behandelt wurden entwickeln dennoch eine
Neuralgie, die auch noch nach einem halben Jahr heftige Schmerzen verursacht.
Die neuralgieformen Schmerzen werden zunächst mit
Anitepileptika (Carbamazepin, Phenythoin, evtl Gabapentin) oder
Antidepressiva (Amitryptilin, Nortriptylin, Amitriptylin ist dabei am besten
untersucht und in der Regel die erste Wahl bei Beginn der Behandlung, allerdings
im Alter sehr problematisch) oder Lidocain-, Prilocaincreme
oder Capsaicincreme (0.025 –0.075 %) behandelt. (Kost et al. in
N Engl J Med, Vol. 32 July 4, 1996). Oft ist die Kombination (Antidepressivum+Antiepileptikum)
dieser Substanzen sinnvoll und erfolgreicher als nur ein Medikament aus einer
Substanzgruppe. Auch Opiate sind wirksam und werden von den Patienten auch
lieber genommen, da sie schneller wirken, sind allerdings mit dem Risiko einer
Gewöhnung behaftet. Sind diese erfolglos kann Abschätzen der
Risiko/Nutzen-Relation die intrathekale (in den Rückemarkskanal) Applikation von
Methylprednisolon als wirkungsvolle Therapie der postherpetischen Neuralgie
eingesetzt werden. Die Risiken dieser invasiven Behandlung sind aber nach der
Literatur noch nicht endgültig abschätzbar.
(Kotani, N. et al.,
N Engl J Med 343 (2000); N. Raja,
et al.
Neurology 2002 59: 1015-1021.) Ein Nachweis der Effizienz von Nervenblockaden
oder Sympathikusblockaden bei Neuralgien fehlt bisher, ein Nutzen ist hier nur
in den ersten 2 Monaten für Stunden bis Tage zu erwarten. Selten kann ein Herpes
zoster allerdings auch schwerwiegende neurologische Komplikationen auslösen.
Hierzu gehören Myelitis Enzephalitis, Entzündungen der großen Gehirngefäße mit
der Folge von Hirninfarkten (siehe Grafik unten). Andere Komplikationen sind
Hornhautnarben mit Sehstörung bei Betroffenheit des ersten Trigeminusastes,
Hörstörungen bei Betroffensein des Hörnerven, anhaltende Hautrötungen an der
Stelle des Zoster, Sekundärinfektionen, Hauthyperpigmentation und Narben,
Arteriitis, Ventrikulitis, Harnverhalt bei Betroffensein der sakralen Dermatome. Ein Nachweis des Varicella–zoster Virus gelingt oft nur über die Polymerase chain reaction
(PCR),
dies ist
bedeutsam,
da die
Bläschen
auch
fehlen
können.
Eine
Übersicht
über die
neurologischen
Komplikationen
des H.
zoster
findet
sich in (Donald
Gilden
NEJM). Aus einer anderen Studie war bereits bekannt,
dass Kinderärzte seltener als beispielsweise Psychiater an einer Gürtelrose
erkranken. Die Theorie, dass der Kontakt mit dem Windpockenvirus, die Abwehr
gegen das Herpes zoster Virus verbessert wurde schon mehrfach vertreten. Nach
einer neuen Studie haben alte Menschen, die viel in Kontakt mit Kindern kommen
ein geringeres Risiko an einem Herpes zoster zu erkranken. Für die Menschen, die
Kontakt zu Kindern mit Windpocken haben wird das Risiko 5x geringer. Da durch
die Impfung der Kinder der Kontakt alter Menschen zu Windpocken seltener wird,
ist es möglich, dass die Häufigkeit der Gürtelrose vorübergehend zunehmen wird.
In Ländern in denen Kinder gegen Windpocken geimpft werden, soll deshalb jetzt
überprüft werden, ob die Impfung der älteren Menschen der Gürtelrose vorbeugen
kann. Den Omas kann jedenfalls empfohlen werden, die an Windpocken erkrankten
Enkel zu besuchen. Gegen Windpocken geimpfte Personen erkranken vermutlich
seltener an Herpes zoster, da das Impfvirus eine geringere Reaktivierungsrate zu
haben scheint.
(Lancet 2002; 360: 678–82. Published online July 2, 2002).
Ein
Impfstoff
zur
Impfung
der
Erwachsenen
(zur
Vorbeugung
gegen den
Zoster)
hat sich
in einer
Studie
bewährt (New
England
Journal of
Medicine (2005;
352:
2271-2284)
und soll
bald auf
den Markt
kommen. Sanofi Pasteur MSD plant die Vermarktung in Deutschland unter dem
Namen Zostavax® Anfang 2007. Bei
Patienten mit medikamentöser Immunsuppression oder HIV und Herpes zoster senkt
intravenös infundiertes Aciclovir das Risiko der lebensbedrohlichen
Zosterausbreitung auf den ganzen Körper. Unter
einem
Zoster
sine
herpete
versteht
man einen
lokalisierten
radikulären
Schmerz
ohne
erkennbare
Zosterbläschen,
bei
virologischem
Nachweis
einer VZV-
Infection,
und
Ansprechen
auf
Acyclovirbehandlung. http://image.thelancet.com/extras/01art6088web.pdf Leitlinie der DGN
Neuralgie,
postzosterische
Zoster und Zosterschmerzen Leitlinie Dermatologie P.Wutzler, G. Gross,
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Begründung
der STIKO
für eine
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New
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Advances in the Treatment and Prevention of Herpes Zoster and Postherpetic
Neuralgia US-Pharmacist 2006
Unzweifelhaft ist, dass der Konsum hoher Mengen
an Zucker, vor allem über kalorienhaltige Getränke schädlich ist und zu
Übergewicht führt. Dies gilt vor allem für Softdrinks bei Kindern. Allerdings
sind immer wiederkehrende Behauptungen Zucker sei allgemein ungesund
offensichtlich falsch. Der Konsum von Zucker begünstigt nach einer neuen großen
Studie auch keinen Diabetes. Sok-Ja Janket, JoAnn E. Manson, Howard Sesso, Julie
E. Buring, and Simin Liu A Prospective Study of Sugar Intake and Risk of
Type 2 Diabetes in Women Diabetes Care 2003 26: 1008-1015.
[Abstract][Full
Text]
Zwanghaft persistierende Denkinhalte.
Charakteristisch ist das Sich-Aufdrängen und Beharren von Vorstellungen, die
zwar abgelehnt werden, sich aber doch durch willentliche Beeinflussung nicht
abstellen lassen. Zwanghafte Vorstellungen müssen inhaltlich nicht unsinnig
sein. Als unsinnig oder jedenfalls ungerechtfertigt kann aber ihre Persistenz
und Penetranz empfunden werden. Man faßt hier zusammen: Zwangsideen, -gedanken,
-vorstellungen, -erinnerungen, -fragen, -grübeln, -befürchtungen. Sie können die
Form von zwanghaften Ideen, bildhaften Vorstellungen oder Zwangsimpulsen
annehmen, die fast immer für die betreffende Person quälend sind. Manchmal sind
diese Ideen eine endlose Überlegung unwägbarer Alternativen, häufig verbunden
mit der Unfähigkeit, einfache, aber notwendige Entscheidungen des täglichen
Lebens zu treffen. Die Beziehung zwischen Grübelzwängen und Depression ist
besonders eng. Eine Zwangsstörung ist nur dann zu diagnostizieren, wenn der
Grübelzwang nicht während einer depressiven Episode auftritt und anhält.
Deutschland
nimmt bei
der Zahl
der
Zwangseinweisungen
immer noch
eine der
Spitzenstellungen
in Europa
ein. In
den 90er
Jahren
haben sie
zugenommen.
( z.B.
Deutschland
175/100
000,
Portugal
6/100 000,
Finnland
218/100
000
Frankreich
11/100
000). 4).
Auch
zwischen
den
Bundesländern
gab es
nach
anderen
Untersuchungen
eine
erhebliche
Streuung
von 9 bis
109 auf
(Mittelwerte
der
erfassten
Kliniken). Die
Unterschiede
könnten
nicht nur
in den
unterschiedlichen
Gesetzen,
sondern
auch in
der
unterschiedlichen
Definition
der
Zwangseinweisung
liegen.
Mit ein
Grund für
die
Zunahme
könnte
auch in
der
zunehmend
kürzeren
Aufenthaltsdauer
bei den
einzelnen
Aufenthalten
liegen.
Auch die
seit 1992
stark
ansteigende
Zahl der
unter
Betreuung
stehenden
und die
zunehmende
Zahl
hilfebedürftiger
Demenzkranker
tragen
dazu bei,
dass auch
die Zahl
betreuungsrechtlicher
Unterbringungen
steigt.
Mit
Einführung
neuer
patientenrechtlich
orientierter
Gesetze
stiegen in
einigen
Ländern
die Raten,
wohl weil
die
Rechtsanwender,
also
Ärzte,
Verwaltungen
und
Justiz,
stärker
auf die
Notwendigkeit
achten,
diese zu
befolgen.
Tendenzen
einer
Verrechtlichung
der
Behandlung
wurden
dadurch
verstärkt.
Hans
Joachim Salize and
Harald
Dressing,
Epidemiology
of
involuntary
placement
of
mentally
ill people
across the
European
Union,
Br J
Psychiatry
2004 184:
163-168.
[Abstract]
[Full Text
Andreas
Spengler,
Harald
Dreßing,
Manfred
Koller,
Hans
Joachim
Salize,
Zwangseinweisungen
–
bundesweite
Basisdaten
und
Trends,
Nervenarzt
2005
76:363–370
Zwangshaltung
Begriff in
sozialmedizinischen
Gutachten.
Eine
Zwangshaltung
besteht
bei länger
dauerndem
Arbeiten
in
ungünstiger
Körperhaltung
verbunden
mit
statischer
Muskelarbeit
wie bei
Überkopfarbeit,
mit
Armvorhalten,
Bücken
oder
Knien. Die
wegen der
vorhandenen
gesundheitlichen
Störungen
zu
vermeidenden
Zwangshaltungen
werden in
den
Gutachten
nach Art,
Häufigkeit
und Dauer
differenziert.
Zwangsimpulse
Immer wieder zwanghaft gegen inneren Widerstand
sich aufdrängende innere Antriebe, bestimmte Handlungen auszuführen, z. B. etwas
zu kontrollieren, aus dem Fenster zu springen, jemanden zu attackieren, obszöne
Worte auszustoßen (Koprolalie), zu zählen, zu rechnen (Arithmomanie).
Wesentliche Kennzeichen sind wiederkehrende
Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Zwangsgedanken sind Ideen, Vorstellungen
oder Impulse, die den Patienten immer wieder stereotyp beschäftigen. Sie sind
fast immer quälend, der Patient versucht häufig erfolglos, Widerstand zu
leisten. Die Gedanken werden als zur eigenen Person gehörig erlebt, selbst wenn
sie als unwillkürlich und häufig abstoßend empfunden werden. Zwangshandlungen
oder -Rituale sind Stereotypien, die ständig wiederholt werden. Sie werden weder
als angenehm empfunden, noch dienen sie dazu, an sich nützliche Aufgaben zu
erfüllen. Der Patient erlebt sie oft als Vorbeugung gegen ein objektiv
unwahrscheinliches Ereignis, das ihr Schaden bringen oder bei dem sie selbst
Unheil anrichten könnte. Im allgemeinen wird dieses Verhalten als sinnlos und
ineffektiv erlebt, es wird immer wieder versucht, dagegen anzugehen. Angst ist
meist ständig vorhanden. Werden Zwangshandlungen unterdrückt, verstärkt sich die
Angst deutlich. (Angst?) Unangenehmer beharrlicher „affekt-logischer" Gedanke
Unbehagen, Angst => Zwangsimpuls (bei reinen Zwangsgedanken serienförmig
perseverierende und nur allmählich abklingende „Gedankenschleife")
=>Zwangshandlung =>Abnahme der Angst =>Gefühl der Entlastung,
Entspannung (Minuten bis Stunden) => unangenehmer beharrlicher Gedanke
=>Angst => Zwangsimpuls =>Zwangshandlung evtl. Integration der
Zwangshandlungen in alltägliche Routine
Die meisten Zwangshandlungen beziehen sich auf
Reinlichkeit (besonders Händewaschen), wiederholte Kontrollen, die garantieren,
daß sich eine möglicherweise gefährliche Situation nicht entwickeln kann oder
übertriebene Ordnung und Sauberkeit. Diesem Verhalten liegt die Furcht vor einer
Gefahr zugrunde, die den Patienten bedroht oder von ihm ausgeht; das Ritual ist
ein wirkungsloser oder symbolischer Versuch, diese Gefahr abzuwenden Zwanghafte,
evtl. auch gegen den eigenen Willen impulsartig ausgeführte Handlung, die als
Ich-fremd erlebt wird u. deren Ausführung nicht mit Lustgewinn verbunden ist,
sondern der Vermeidung von Angst dient; z.B. Waschzwang, Zählzwang ; Vork.: u.a.
bei Zwangsneurose, psychotischer Depression u. Schizophrenie. Meist wird ein
Zwangsritual oder Zwangszeremoniell ausgeführt, z. B. das Zwangsritual des
Waschens. Das Ritual muß meistens in genau vorgeschriebener Form, oft in
bestimmter Häufigkeit der Wiederholung ausgeführt werden. Wo ein Zwangsritual
ausgeführt wird, findet man oft auch ,,folie de doute", das ist der Zweifel, ob
das Ritual auch richtig nach ,, Vorschrift" ausgeführt worden ist. Aber auch
ohne ,,folie de doute" gibt es häufige Wiederholungen der Zwangsrituale.
Zwangslachen, Zwangsweinen
Karl C.
Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für
Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse
Pathologisches Lachen und Weinen
als Enthemmungsphänomene von angeborenen Ausdrucksbewegungen bei zerebralen
Krankheitsprozessen,
zB. nach
Schlaganfällen,
Hirnblutungen
oder bei MS.
.
Hierbei handelt es sich um eine andauernde
Instabilität der Stimmung mit zahlreichen Perioden von Depression und leicht
gehobener Stimmung (Hypomanie), von denen aber keine ausreichend schwer und
anhaltend genug ist, um die Kriterien für eine bipolare affektive Störung
(F31.-) oder rezidivierende depressive Störung (F33.-) zu erfüllen. Diese
Störung kommt häufig bei Verwandten von Patienten mit bipolarer affektiver
Störung vor. Einige Patienten mit Zyklothymia entwickeln schließlich eine
bipolare affektive Störung.
Zu den Zytokinen gehören Interleukine,
Interferone, Wachstumsfaktoren, Monokine, Tumor-Nekrose-Faktor, chemotaktische
Peptide. Das körpereigene Immunsystem schützt uns normalerweise gut gegen
Infekte. Das Immunsystem besteht dabei aus im Blut gelösten Bestandteilen wie
dem Komplementsystem, den akute Phase Proteinen, und den Zytokinen und den
zellulären Bestandteilen wie Monozyten, Makrophagen, Neutrophilen, dendritischen
Zellen und natürlichen Killerzellen.
Interleukine
dienen der
Kommunikation
zwischen den
Leukozyten. der
Regulation der
Immunabwehr,
der
Entzündungsreaktion,
der Hämatopoese
und der
Apoptose, sie
werden
unterteilt in
pro-inflammatorische
und
anti-inflammatorische
(die Entzündung
fördernde und
hemmende).
Interferone
spielen eine
Rolle bei der
Immunabwehr
viraler
Infektionen,
der Regulation
der Apoptose
und der
Proliferationshemmung.
Chemokine
wirken als
Migrations-auslösende
chemotaktische
Faktoren. Alle
Zytojine sind
Polypeptide mit
Molekulargewichten
von 15-25 kDa,
und werden nach
auslösenden
Noxen, z. B.
Verletzungen,
Infektionen
oder Stress,
freigesetzt und
dienen der
Kommunikation
zwischen
Zellen. Sie
können alle
schnell
synthetisiert
und sezerniert
werden, und
werden von
verschiedenen
Zelltypen
produziert, sie
haben eine
extrem hohe
Affinität zu
ihrem Rezeptor,
wirken auf
unterschiedliche
Zelltypen über
spezifische
Rezeptoren auf
der Oberfläche
von Zielzellen.
Sie
beeinflussen
sich
gegenseitig und
induzieren die
Genexpression,
Differenzierung,
Proliferation,
Migration, und
Apoptose der
Zielzellen. Sie
beeinflussen
damit alle
wesentlichen
Zellfunktionen.
Sie steuern
beispielsweise
die COX-2 und
damit die
Synthese der
Prostaglandine
aus
Arachidonsäure
und spielen
damit eine
wichtige Rolle
in jeder
Entzündungsreaktion
im Körper. Die Komponenten des Immunsystems müssen gut
auf einander abgestimmt arbeiten. Wenn dies nicht geschieht, kann sich unter
Umständen der Infekt ungebremst ausbreiten oder die Immunantwort kann
übersteigert sein und damit körpereigenes Gewebe verletzen oder zerstören, es
kann dadurch zu einem Multiorganversagen oder zu einem Gefäßkollaps kommen. Die
Entdeckung der in den Körper eingedrungen Krankheitserreger erfolgt mit
speziellen Rezeptoren, die auf der Oberfläche der Zellen des körpereigenen
Immunsystems lokalisiert sind. Bestimmte dieser Rezeptoren erkennen dabei
Strukturmuster, die bei vielen Mikroorganismen in ähnlicher Form vorkommen.
Diese molekularen Strukturen der Krankheitserreger schließen so genannte Endotoxine (Lipopolysaccharide, Bausteine der bakteriellen Zellmembran),
Peptidoglykane, Lipoteichoinsäure, Lipopeptide, Flagellin, Mannan, und virale
RNA ein. Diese Strukturen sind bei den Mikroorganismen überlebenswichtig und
verändern sich deshalb wenig durch Mutationen. Wenn solche Substanzen an die
Rezeptoren gebunden sind, aktivieren sie einige Signalwege in der Zelle, dies
führt zu einer Aktivierung von Transkriptionsfaktoren (NF-B, AP-1, Fos,
Jun). Die Transkriptionsfaktoren kontrollieren die Expression der
Immunantwortgene und führen zur Freisetzung zahlreicher Effektormoleküle
darunter den Zytokinen. Zytokine spielen eine sehr wichtige Rolle in der
Koordination der Immunantwort des Körpers auf eindringende Krankheitserreger
aber auch bei Autoimmunprozessen. Zytokine spielen im Immunsystem und bei
der Infektabwehr generell eine wichtige Rolle. Ein Beispiel ist der
Makrophagen-Migrationshemmende Faktor. Dieser spielt eine wichtige Rolle bei der
Immunität gegen Krankheitserreger und bei der Entstehung einer Sepsis. Dieser
Faktor wird in großen Mengen vom Immunsystem, endokrinen, und
Epithelzellen freigesetzt, eine rasche Freisetzung erfolgt nach Kontakt mit
mikrobiellen Substanzen aber auch mit anderen entzündungsauslösenden Zytokinen.
Crit Care Med 2001 Jul;29(7 Suppl):S13-5 Zytokine spielen auch bei der
Regulation von Zelltod und Überleben der Zellen eine Rolle, darüber hinaus sind
sie bei der Zelldifferenzierung von Bedeutung. Die Zytokinexpression im
Nervensystem wurde bisher überwiegend im Kontext autoimmunologischer und
entzündlicher Erkrankungen wie der experimentell autoimmunen Enzephalomyelitis
und der Multiplen Sklerose gesehen. Dort sind Zytokine an der Entstehung,
Ausbreitung und Limitierung der Entzündungsreaktion maßgeblich beteiligt.
Zytokine- hemmende oder neutralisiernde Faktoren oder Substanzen die die
Produktion von Zytokinen hemmen werden gegenwärtig ebenso erforscht, wie der
Einsatz von verschiedenen Zytokinen in der Behandlung. Interferone werden
bespielsweise in der Behandlung der Multiplen Sklerose, der Hepatitis C u.a.
Krankheiten erfolgreich eingesetzt. Auch bestimmte Wachstumsfaktoren haben schon
einen therapeutischen Stellenwert (Stimulation der Hämatopoese). Auch bei
nicht-immunologische Schädigungen im Nervensystem, wie
Nervenfaserdurchtrennungen, Hirninfarkten und neurodegenerativen Erkrankungen,
kommt es zu einer erhöhten Zytokinexpression im Nervensystem. Erforscht wird
derzeit auch ob Zytokine eine Rolle bei der Entstehung von Migräne oder
Clusterkopfschmerzen spielen. Ein Hinweis darauf ist, dass Clusterkopfschmerzen
auf Kortison anspricht. siehe auch NWG 4/99. Bestimmte Zytokine sind in
besonderem Maße an der Hirnentwicklung beteiligt. Der Nerve Growth Factor (NGF),
Neurotrophine und der Brain Derived Neurotrophic Factor (BDNF) spielen auch im
Gehirn des Erwachsenen eine Rolle, sie werden als an der Entstehung von
bestimmten Krankheiten bedeutsam angesehen und sollen auch für die
Neuroneogenese also das Wachstum von Nervenzellen und Synapsen bedeutsam sein.
Ihre Bedeutung bei Erkrankungen wie Depressionen und Schizophrenie wird
erforscht. A. Schuld, D. Hinze-Selch, Th. Pollmächer Zytokinnetzwerke bei
Patienten mit Schizophrenie und ihre Bedeutung für die Pathophysiologie der
Erkrankung, Der Nervenarzt 3/2004, 215-226
Zytokine ausführlich auf Englisch bei
COPE(Cytokines Online Pathfinder Encyclopaedia)
Cytokine
Family Database (dbCFC) Home Page. M. Empl, A. Straube; Zytokine und
Kopfschmerzen, DKMG
Zytokin oder Protein
Defekt
Ergebnis
STAT-4 =Signal transducer and
activator of transcription.-4
Überexpression
entzündliche Darmerkrankungen
STAT-3 =Signal transducer and
activator of transcription.-3