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Polyneuropathien
aktuelle Zusammenfassung Polyneuropathie in der Zeitschrift Ärztliche Praxis,
Neurologie Psychiatrie
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1. Was ist
eine Polyneuropathie? |
|
Unter einer Polyneuropathie versteht man eine Nervenerkrankung, bei der
in der Regel viele Nerven gleichzeitig betroffen sind. (Ausnahmen
bilden so genannte Mononeuropathien diese sind selten und geben immer
besonderen Anlass eine andere Erkrankung auszuschließen) Bei den
Nerven, die dabei gemeint sind, handelt es sich um Nervenstränge- und
fasern, die für die Wahrnehmung und Leitung von Empfindungen
( wie Berührungsreize, Wärme, Kälte, Schmerz) unserer Haut und
unseren Organen zum Gehirn zuständig sind. Und um die Nerven, über die
unser Gehirn den Muskeln vermittelt und wie stark sie sich bei Bewegungen
zusammenziehen müssen. Bei diesen Nerven handelt es sich um sichtbare und
teilweise auch tastbare Leitungsbahnen, die mit Stromkabeln durchaus
vergleichbar
sind. An manchen körpernahen Stellen sind diese "Kabel" fingerdick, in
ihren Endaufzweigungen sind sie haardünn. Ähnlich wie Stromkabel bestehen
sie aus Leitungsbahn und Isolierung, wobei der innere Aufbau etwas
komplizierter ist als bei einem Stromkabel. Bei den verschiedenen Formen
der Polyneuropathie kann einerseits hauptsächlich die Isolierung (Myelin)
Schaden nehmen, bei anderen Erkrankungen eher die eigentliche Leitungsbahn
(Axon). |
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Zeichen und Symptome der Polyneuropathie
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| Small-Fiber Sensorisch |
Large-Fiber Sensorisch |
Autonomisch |
| Brennende Schmerzen Cutane Hyperästhesie
(Überempfindlichkeit)
Parästhesien
Lanzierende Schmerzen
Verlust der Schmerz- und Temperatur Wahrnehmung
Verlust des viszeral Schmerzempfindens
Fuß-
Ulzeration
|
Verlust der Vibrations- Wahrnehmung
Verlust der Propriozeption
Verlust der Reflexe
Verlangsamte Nervenleitgeschwindigkeiten
|
Herzrhythmusstörungen Orthostatische Hypotension
Abnormales Schwitzen
Gastroparese
Neuropathischer Durchfall
Impotenz
Retrograde Ejakulation |
| Manchmal stehen Schmerzen und autonome
Symptome (siehe auch Darstellung in Tabelle
unten) und eine gleichzeitigen Störung von Schmerz- und
Temperaturempfinden im Vordergrund. Die epikritische Sensibilität ist
hingegen weitgehend erhalten. Morphologische Studien zeigten bei diesen
Patienten einen bevorzugten Ausfall dünner Fasern im Sinne einer so
genannten „small fiber" Neuropathie. |
| Klinische Zeichen einer
"Large-Fiber Neuropathie |
| 1.Vermindertes Vibrationsempfinden |
| 2.Schmerz vom A Delta-Typ: tief- sitzend und quälend |
| 3.Ataxie durch Verlust der Propriozeption |
| 4.Schwinden der kleinen Fußmuskeln mit Hammerzehen |
| 5. Schwäche der Hände und Füße |
| 6.Verkürzung der Achillessehnen mit pes equinus |
| 7.Vermehrter Blutfluss und heißer Fuß |
Klinische Zeichen
einer autonomen Neuropathie |
|
|
| Ruhe Tachykardie (Herzrasen) |
| Orthostatische Hypotension (Schwindel bei schnellem Aufstehen)
bei Vasomotorenlähmung der peripheren Arterien, |
| Verlust der adäquaten Herzfrequenzanpassung,
stumme Herzinfarkte, Herzinsuffizienz, plötzlicher Tod |
| Störungen der vaskulären Innervation mit Mirkrozirkulationsstörungen
und Entwicklung einer Mönckeberg’schen Mediasklerose. |
|
|
| Gastroparese (Magenlähmung),
extreme Instabilität des Glukosestoffwechsels bei Gastroparese, |
| Diarrhö (Durchfall), Verstopfung (Obstipation). |
|
|
| Blasendysfunktion |
| erektile Dysfunktion (Potenzstörungen) |
|
|
| gustatorisches Schwitzen |
| Haar- Abnormalitäten, Störungen der Blutversorgung des Knochens
mit Entwicklung einer Osteoarthropathie, |
| neurovaskuläre Durchblutungsstörungen |
| Ödem, Störungen der Schweißsekretion
(z.B. Hyperthermie, trockene leicht verletzliche Haut an den Füßen), |
|
|
| unbemerkte Hypoglykaemie, fehlende Autoregulation bei Hypoglykaemie,
dies stellt ein erhebliches Problem für den
Internisten in der Diabeteseinstellung dar,
einerseits bessert die strenge Einstellung des
Blutzuckers vermutlich
den Neuropathieverlauf, anderseits lauern hier
große Risiken. |
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Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen
einer distal symmetrischen Polyneuropathie |
|
Neuropathische Symptome |
Abgeschwächte oder erloschene ASR |
distale Sensibilitäts- störung |
distale Muskelschwäche |
Nerven-leitgeschwindigkeiten |
Wahrscheinlichkeit, dass eine PNP vorliegt |
|
vorhanden |
vorhanden |
vorhanden |
vorhanden |
nicht normal |
++++ |
|
fehlt |
vorhanden |
vorhanden |
vorhanden |
nicht normal |
++++ |
|
vorhanden |
vorhanden |
vorhanden |
fehlt |
nicht normal |
++++ |
|
vorhanden |
vorhanden |
fehlt |
fehlt |
nicht normal |
++++ |
|
vorhanden |
fehlt |
vorhanden |
fehlt |
nicht normal |
++++ |
|
fehlt |
vorhanden |
fehlt |
vorhanden |
nicht normal |
++++ |
|
vorhanden |
fehlt |
fehlt |
fehlt |
nicht normal |
+++ |
|
fehlt |
fehlt |
fehlt |
fehlt |
nicht normal |
+++ |
|
fehlt |
vorhanden |
fehlt |
fehlt |
nicht normal |
++ |
|
vorhanden |
vorhanden |
vorhanden |
fehlt |
normal |
++ |
|
vorhanden* |
fehlt |
vorhanden* |
fehlt |
normal* |
+ |
|
vorhanden |
vorhanden |
vorhanden |
vorhanden |
normal |
- |
|
*könnte eine small fiber
Neuropathie entsprechen. Nach J.D. England, et al., Distal symmetric
polyneuropathy: A definition for clinical research Report of the American
Academy of Neurology, the American Association of Electrodiagnostic
Medicine, and the American Academy of Physical Medicine and Rehabilitation
NEUROLOGY 2005;64:199–207 |
|
Im
höheren
Alter
sind
andere
Kriterien
notwendig |
|
Etwa
3%
aller
Menschen
über
60
leiden
unter
einer
Polyneuropathie.
Bei
der
neurologischen
Routineuntersuchung
von
Menschen
über
60
Jahren
finden
sich
allerdings
viel
häufiger
Auffälligkeiten,
wie
man
sie
bei
Polyneuropathien
findet.
In
einer
Metaanalyse
der
Daten
von
fast
10
000
Menschen
ohne
spezielle
Beschwerden
über
60
Jahren
fand
sich
ein
fehlendes
Vibrationsempfinden
an
der
Großzehe
bei
29
%
[95
%
CI
18
%
to
38%],
über
den
Sprunggelenken
bei
15
%
[95
%
CI
11
%
to20%],
und
fehlende
Achillessehnenreflexe
bei
23
%
[95
%
CI
16
%
to
30
%].
Ohne
typische
Beschwerden
und
ohne
weitere
Befunde
(eingeschränkter
Lagesinn,
sensible
Ataxie,
Muskelschwäche,
Nervenleitgeschwindigkeiten.......)
sollte
deshalb
bei
Menschen
über
60
nur
mit
Vorsicht
eine
Polyneuropathie
diagnostiziert
werden.
|
|
Alexander
F.
J.
E.Vrancken
et
al.,
The
meaning
of
distal
sensory
loss
and
absent
ankle
reflexes
in
relation
to
age
A
meta-analysis;
J
Neurol
(2006)
253
:
578–589 |
|
Faser- Typ |
Durchmesser |
Modalität |
| A-alpha (I) |
13 - 20 Mikrometer
myelinisiert |
Gliedmaßen Propriozeption |
| A-beta (II) |
6 - 12 Mikrometer
myelinisiert |
Gliedmaßen Propriozeption
Vibration
Druck |
| A-delta (III) |
1 - 5 Mikrometer
myelinisiert |
Mechanischer erster scharfer stechender Schmerz,
intensiver Druck auf die Haut (über mechanische
Nociceptoren)
und extreme Temperatur
(> 45°C
oder
< 5°C)
(über thermische Nociceptoren)
aktiviert diese Fasern |
| C (IV) |
0.2 - 1.5 Mikrometer
Unmyelinisiert |
zweiter brennender, andauernder, diffuserer Schmerz,
Temperatur ausgelöster Schmerz Mechanischer brennender Schmerz über
polymodale
Nociceptoren
bei hoher Intensität der
thermalen
& chemischen Stimuli
|
Differentialdiagnose der distal symmetrischen
Polyneuropathie
|
| Congenital/familiär |
z.B.: Charcot-Marie-Tooth |
| Traumatisch |
Engpasssyndrome |
| Entzündlich |
Sarkoidose
Lepra
Lyme- Krankheit (Borreliose)
HIV |
| Neoplastisch |
Karzinom -- paraneoplastische Syndrome
Myelom, Amyloid
Leukämie, Lymphome |
| Metabolisch/endokrin |
Diabetes mellitus
Urämie
Perniziöse Anämie (B12 Mangel)
Hypothyroidismus (Schilddrüsenunterfunktion)
Porphyrie (akute intermittierende) |
| Vaskulär |
Diabetes, Vaskulitis |
| Toxisch |
Alkohol
Schwermetalle (Blei, Quecksilber, Arsen)
Hydrocarbone, Chemotherapie mit Zytostatika, |
| Autoimmun |
Diabetes
chronisch entzündliche demyelinisierende Neuropathie
Multifokale Motorische Neuropathie
Guillain Barre Syndrom |
|
Ursachen PNP allgemein |
| Diabetes |
30-39% |
HSMN |
2,2% |
| Alkohol |
11-12% |
Paraproteinämie |
1,1% |
| Akutes GBS |
6% |
Toxisch außer Alkohol(überwiegend Medikamente |
0,9-6% |
| Infektiös |
5,4% |
| Vaskulitis |
3-4,1% |
Porphyrie |
1% |
| CIDP |
4,1% |
Amyloidose |
0,5 % |
| Malabsorption |
3,8% |
HNPP |
0,2% |
| Paraneoplastisch |
2,7-3% |
Sonstige |
0,9% |
|
Ungeklärt 22-49%,
1/3-1/2 davon werden bei Nachuntersuchungen geklärt (B12-Mangel,
Paraproteinämie, Vaskulitis). |
|
Müller-Felber, DNP 12/01, 24 ff., Engelhardt; Fortschritte
Neurologie und Psychiatrie 2008 Teil 1 76;429-439, Ludin
Polyneuropathien, Thiemeverlag 1984, S91, M. Baldereschi, NEUROLOGY
2007;68:1460–1467 |
|
Differentialdiagnose der demyelinisierenden Polyneuropathie |
| Guillain-Barré Syndrom
(akute inflammatorische demyelinisierende
Polyradikuloneuropathie) |
| Chronische
inflammatorische demyelinatisierende Polyradikuloneuropathie |
| Monoklonale
Protein–assoziierte Neuropathie |
| Osteosklerotisches
Myelom |
| Diphtherie |
| Perhexilin- maleat
Vergiftung |
| Hereditäre Motorische
und Sensorische Neuropathie Typ 1 |
| Hereditäre Neigung zu
Druckparesen |
|
|
2. Was für Beschwerden
macht eine Polyneuropathie? |
|
|
Meistens tritt zunächst an den Füßen, manchmal auch an den Händen ein
Kribbeln auf, später stellt sich ein Ameisenlaufen und Brennen oder
Schmerzen der Füße ein; Muskelkrämpfe können dazukommen. Wenn die
Erkrankung weiter fortschreitet, in seltenen Fällen von Anfang an, kann
ein Unsicherheitsgefühl beim Gehen auftreten. Es kann eine Schwäche
einzelner Muskeln und ein langsamer Muskelschwund dazukommen. Selten
treten Sehstörungen, Schluckbeschwerden, Durchfall, Verstopfung,
Herzrhythmusstörungen, Schweißausbrüche beim Essen, Potenzstörungen,
Doppeltsehen (kann isoliert als Mononeuritis auftreten, bis zu sicheren
Ausschluss aber verdächtig auf Aneurysma, durchgebrochene Sinusitis,
Myasthenie usw.) oder andere Sehstörungen auf. Die Beschwerden durch eine
Polyneuropathie sind häufig in Ruhe stärker als während körperlicher
Belastung. Dies gilt besonders für die Beschwerden an den Beinen.


3. Ursachen
In etwas mehr als der Hälfte aller Fälle lässt sich eine Ursache für diese
Nervenschädigungen ermitteln. Die häufigsten Ursachen bei uns in
Deutschland sind die Zuckerkrankheit und Alkoholmissbrauch.
Alkoholismus ist zwar eine häufige Erkrankung, mit einer Polyneuropathie
ist jedoch erst nach einem Konsum von mindestens 100 ml Äthanol/d über
drei Jahre hinweg zu rechnen. Alkoholgenus ohne gleichzeitige
Mangelernährung kommt als Ursache einer Polyneuropathie eher selten in
Frage.
Daneben gibt es eine große Zahl seltener Ursachen für Polyneuropathien,
die unten (nicht alle) aufgeführt werden. Es handelt sich dabei um
Vitaminmangel, bestimmte Infektionskrankheiten, bestimmte entzündliche -
manchmal auch bösartige - Erkrankungen.
In der durch Umweltkatastrophen
verunsicherten Öffentlichkeit wird immer wieder gewerbliche
Chemikalienexposition als Ursache polyneuropathischer Syndrome
angeschuldigt. Abgesehen davon, dass sich die Mehrzahl der vorgetragenen
Beschwerden weder klinisch noch elektrophysiologisch objektivieren lässt,
fehlen in aller Regel epidemiologische Daten zur Untermauerung
postulierter Kausalzusammenhänge völlig. Vor unkritischen Übernahme nicht
seriös überprüfter Serumspiegel so genannter Unweltnoxen (z.B. Formalin)
wird gewarnt. Das Konstrukt einer besonderen individuellen Empfindlichkeit
auf Exposition üblicherweise nicht toxischer Substanzen (Multiple Chemical
Sensitivity) entbehrt bisher einer allgemein anerkannten
wissenschaftlichen Grundlage. Zur Kontroverse darüber
siehe Extraartikel.
Laboruntersuchungen
Erstes Screening
- Erste Laboruntersuchungen
-
- Urin
Glukose, Eiweiß
-
- Hämatologie
Blutbild, Blutkörperchen- Senkungs- Geschwindigkeit, Vitamin B-12,
Folsäure
-
- Nüchternblutzucker, Nierenwerte,
Leberwerte, TSH,,
- 2. Schritt
-
- Neurophysiologische
Untersuchung NLG,
-
- Serum Eiweißelektrophorese,
Serumangiotensin Convertingenzym , HbA1,
-
- Immunologisch
Antinukleäre Faktoren, Antineutrophile Cytoplasmiatische
Antigenantikörper
-
- Röntgen Thorax
3. Schritt
- Urin
Bence-Jones
Protein
-
- Diabetes?
Oraler Glukosetoleranz Test
-
- Liquor
Zellen, Einweiß, Immunoglobulin oligoclonale Banden,
ggf. Borrelien-Index
-
- Immunologisch
Anti-HIV Antikörper,
Borrelien-Serologie, TPHA,
Hepatitis-B-Serologie,
Rheumafaktor,
Antineuronale
Antikörper, Antigliadin
Antikörper, Serum Angiotensin Converting Enzym,
Antigangliosid
Antikörper, Antimyelin associated Glycoprotein
Antikörper,
Immunfixation im Serum (evtl. MAG-Antikörper)
-
- Test für das Sjögren- Syndrom:
Speichelflussrate, Schirmertest, Rose- Bengal Test, Speicheldrüsenbiopsie
-
- Paraneoplastisch
Hämoccult,
Knochenszintigraphie, Beckensonographie, abdominale und thorakale
Computertomographie, Mammographie,
-
- Molekular genetische Tests
Peripheres Nerven Myelin Protein 22 Genduplikation (Charcot-Marie-Tooth
Typ 1) oder Deletion (hereditäre Neuropathie mit Neigung zu
Druckparesen), Connexin 32 Mutation (X linked Charcot-Marie-Tooth
Erkrankung), PO Genmutation (andere Ursache von Charcot-Marie-Tooth Typ
1), etc
|
|
Beispiele für Ursachen von Polyneuropathien: |
|
Entzündliche« Polyneuritiden.: |
|
Virale Infekte:
Enzephalitis epidemica, Grippe, Hepatitis epidemica, Herpes zoster,
Masern, Mononukleose, Mumps, Varizellen,
Zeckenbiß-Meningo-Enzephalo-Myelitis, Rickettsiosen, Ruhr, Toxoplasmose,
Typhus, Paratyphus, Bakterielle
Infekte:
Bruzellosen, Botulismus, Diphtherie, Lepra, Leptospirosen,
Neurolues, Allergische Reaktion: serogenetische
Polyneuritis, idiopathische Polyneuritis, Fisher- Syndrom,
neuralgische Schulteramyotrophie,
- Brannagan TH, Nuovo GJ, Hays AP, et al:
Human immunodeficiency virus infection of dorsal root ganglion neurons
detected by polymerase chain reaction in situ hybridization. Ann Neurol
42:368, 1997 [
PMID 9307260]
- Suarez GA, Giannini C, Bosch EP, et al:
Immune brachial plexus neuropathy: suggestive evidence for an
inflammatory-immune pathogenesis. Neurology 46:559, 1996 [
PMID 8614534] HIV (Aids)
- Thomas FP, Chalk C, Lalonde R, et al:
Expression of human immunodeficiency virus type 1 in the nervous system
of transgenic mice leads to neurological disease. J Virol 68:7099, 1994
- Said G, Lacroix C, Chemouilli P, et al:
Cytomegalovirus neuropathy in acquired immunodeficiency syndrome: a
clinical and pathological study. Ann Neurol 29:139, 1991 [
PMID 1849386]
- Moulignier A, Authier F-J, Baudrimont M,
et al: Peripheral neuropathy in human immunodeficiency virus-infected
patients with diffuse infiltrative lymphocytosis syndrome. Ann Neurol
41:438, 1997 [
PMID 9124800]
- Peripheral Nerve Function in HIV
Infection: Clinical, Electrophysiologic, and Laboratory Findings
Archives of Neurology / volume:56 (page: 84)Michele Tagliati, MD; Juliet
Grinnell, BA; James Godbold, PhD; David M. Simpson, MD jan. 1999
FULL TEXT |
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(183K)
Borrelien:
- Logigian EL, Steere AC: Clinical and
electrophysiologic findings in chronic neuropathy of Lyme disease.
Neurology 42:303, 1992 [
PMID 1310529]
- Long-term Outcomes of Persons With Lyme
Disease Elyse G. Seltzer, MD; Michael A. Gerber, MD; Matthew L. Cartter,
MD; Kimberly Freudigman, PhD; Eugene D. Shapiro, MDFebruary 2, 2000 JAMA
/ volume:283 (page: 609)
FULL
TEXT |
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(221K)
Ein akuter Beginn mit
rasch fortschreitenden aufsteigenden Paresen bei nur geringen sensiblen
Defiziten, Areflexie und erhaltener Blasen-, Mastdarmfunktion läß immer
zunächst an eine akute demyelinisierende Polyneuropathie vom
Guillain-Barre-Typ denken. Eine Liquoruntersuchung ist hier sinnvoll, um
die zytoalbuminäre Dissoziation zu dokumentieren und andere mögliche
Ursachen wie eine Borrelien-assoziierte Neuropathie mit Liquorpleozytose
auszuschließen. Das Guillain-Barré Syndrom
und die chronische entzündliche (oder inflammatorische)
demyelinisierende Polyneuropathie sind akute und
subakute/chronische Neuropathien die charakterisiert sind durch
immun-vermittelte Demyelinisierung. Sie unterscheiden sich im Verlauf und
im Ansprechen auf eine Therapie. Beim Guillain-Barré Syndrom, beabsichtigt
die Behandlung möglichst frühzeitig die Entzündung zu bekämpfen um die
Morbidität, und das Behandlungsergebnis zu verbessern. Bei der
chronischen entzündlichen demyelinisierenden Polyneuropathie ist das Ziel
die im Gang befindliche Immunreaktion zu blockieren. Kortikosteroide
verhindern die Verschlimmerung beim Guillain-Barré Syndrom nicht, sie
bessern ausschließlich die oft begleitenden Rückenschmerzen. Plasmapherese
innerhalb der ersten 2 Wochen ist effektiv und reduziert die Zeit der
notwendigen Beatmung. Intravenöses Immunoglobulin (IVIG) stellt eine
ähnlich wirksame Alternative dar. Therapieversager jeweils ca. 18%, 10%
sprechen zunächst an werden dann aber dennoch schlechter.
Bei der chronisch entzündlichen
demyelinisierenden Polyneuropathie sind Kortikosteroide in 95% effektiv.
Allerdings mit bis zu 75% Rückfällen bei Beendigung der Gabe. Zu Beginn
wird Prednison 0.5 to 1.0 mg/kg gegeben und dann nach Symptomen
herunterdosiert. Azathioprine (2-3 mg/kg pro Tag) wird oft dazu gegeben
um Kortison einzusparen. Plasmapherese und Intravenöses
Immunoglobulin (IVIG) stellen eine wirksame (aber teurere) Alternative
dar, Wirksamkeit bei 80%. Intravenöses Immunoglobulin (IVIG) wirkt
deutlich schneller als Kortison. IVIG Dosis 400 mg/kg/d für 5
Tage. Bei Wiederkehr der Symptome wiederum 400 mg/kg alle 2 bis 4 Wochen,
je nach Symptomen. Cyclosporin (3-5 mg/kg/d) und Interferon alfa-2a sind
Alternativen. (Nebenwirkungen und Wirkmechanismus siehe Tabelle unten)
- Guillain Barré Syndrome Steroid Trial
Group.Double blind trial of intravenous methylprednisolone in Guillain
Barré syndrome.Lancet.1993;341:586-590.MEDLINE
- The Guillain Barré Syndrome Study
Group.Plasmapheresis and acute Guillain Barré
syndrome.Neurology.1985;35:1096-1104.MEDLINE
- French Cooperative Group on Plasma
Exchange in Guillain Barré Syndrome.Efficacy of plasma exchange in
Guillain Barré syndrome: a role of replacement fluids.Ann
Neurol.1987;22:753-761.MEDLINE
- Plasma Exchange/Sandglobulin Guillain
Barré Syndrome Trial Group.A randomized trial of plasma exchange,
intravenous immunoglobulin and combined treatments in Guillain Barré
syndrome.Lancet.1997;349:225-230.MEDLINE
- van der Meche FGA, van Doorn PA.Guillain
Barré syndrome and chronic inflammatory demyelinating polyneuropathy:
immune mechanisms and update on current therapies.Ann
Neurol.1995;37(suppl 1):S14-S31.MEDLINE
- Kleyweg RP, van der Meche FGA.Treatment
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- Barohn RJ, Kissel JT, Warmolts R, et
al.Chronic inflammatory demyelinating polyradiculoneuropathy: clinical
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- Dyck PJ, Litchy WJ, Kratz KM, et
al.Plasma exchange vs.immune globulin infusion trial in chronic
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- Mahattanakul W, Crawford TO, Griffin JW,
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with cyclosporin A.J Neurol Neurosurg Psychiatry.1996;60:185-187.MEDLINE
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interferon alpha 2a.Neurology.1998;50:84-87.MEDLINE
- Hahn AF, Bolton CF, Pillay N, et al:
Plasma exchange therapy in chronic inflammatory demyelinating
polyneuropathy: a double-blind, sham-controlled, crossover study. Brain
119:1055, 1996 [
PMID 8813270]
- Dyck PJ, Litchy WJ, Kratz KM, et al: A
plasma exchange versus immune globulin infusion trial in chronic
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associated with monoclonal gammopathies of undetermined significance.
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- Dyck PJ, Low PA, Windebank AJ, et al:
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of undetermined significance. N Engl J Med 325:1482, 1991
- Rees JH, Soudain SE, Gregson NA, et al:
Campylobacter jejuni infection and Guillain-Barre syndrome. N
Engl J Med 333:1374, 1995 [
PMID 7477117]
|
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Vaskulär
bedingte Polyneuropathien |
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Vaskulitiden in sind in ca. 4% der Polyneuropathien ursächlich.
Darunter
obliterierende Gefäßerkrankungen, bei Asthma (Churg_ Strauss-Syndrom
eosinophile Angitis die gut auf Cortison anspricht) Periarteriitis nodosa,
Lupus erythematodes, rheumatoide Arthritis, Sjögren Syndrom, Sklerodermie,
Immunvaskulitiden können primär (ohne erkennbare Ursache bzw.
Grunderkrankung) oder sekundär z.B. im Rahmen von chronisch-entzündlichen
Erkrankungen (Infektionskrankheiten, Kollagenosen) und auch Neoplasien
auftreten. In der Regel ist von einer Vaskulitis entweder das ZNS oder das
periphere Nervensystem betroffen. Wenn das Periphere Nervensystem
betroffen ist, ist die Mononeuritis multiplex typisch, eine distale
symmetrische Polyneuropathie kommt aber auch vor. Besonders häufig ist
das periphere Nervenssystem bei der
Panarteriitis nodosa betroffen, klinische Auffälligkeiten finden
sich hier bei der Hälfte der Patienten, pathologisch anatomisch ist das
periphere Nervenssystem fast immer betroffen. Obwohl es sich häufig um
eine multifokale asymmetrische motorische und sensible Neuropathie im
Sinne einer Mononeuropathia multiplex durch Durchblutungsstörungen an
den Nerven und Nervenwurzeln handelt, muss daran gedacht werden, dass
auch distal symmetrische Neuropathien vorkommen. Elektrophysiologisch
findet sich eine axonale Schädigung. Häufig ist eine Beteiligung des
peripheren Nervenssystems auch beim Churg-Strauss Syndrom. Oft ist bei
einer Vaskulitis des peripheres Nervenssystem ein allgemeines
Krankheitsgefühl mit Fieber, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust,
Müdigkeit und diffusen Schmerzen vorhanden. Allgemeinsymptome können
aber fehlen, wenn keine anderen Organe betroffen sind. Die Diagnose wird
mit einer Nerven und Muskelbiospie gestellt. Bei einem Drittel der Fälle
einer Vaskulitis des peripheres Nervenssystems sind keine anderen Organe
betroffen. Einer Vaskulitis des peripheren Nervenssystems kommt auch bei
Bindegewebserkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis, der gemischten
Kryoglobulinämie, dem
Sjögren- Syndrom, der Wegener'schen Granulomatose und der
Progressiven systemischen Sklerose vor. Die Behandlung besteht meist
ebenfalls in Kortikosteroiden, und immunsuppressiven Medikamenten. Bei fast allen Formen von Immunvaskulitiden kommt es zur
Neuropathie; die unterschiedliche Häufigkeit resultiert aus der Diversität
der unterschiedlichen Vaskulitisentitäten. Bei der Rheumatoiden
Vaskulitis ( RV) im engeren Sinne, d.h. der RV bei der Rheumatoiden
Arthritis, kommt es in 46 bis 61% der Patienten, die in größeren Kohorten
untersucht wurden, zu einer sensiblen akrodistal symmetrischen PNP und in
15 bis 19% zu einer Mononeuritis multiplex. Die PNP bei Wegener’scher
Granulomatose ist anfangs meist durch Befall eines Hirnnervs, im Verlauf
durch Befall mehrerer Hirnnerven charakterisiert. Bei den Kollagenosen ist
das Befallsmuster uneinheitlich. So findet sich eine distal symmetrisch
sensible oder senso-motorische PNP bei Lupus erythematodes. Typisch für
die PNP bei rheumatoider Arthritis sind Neuropathien der langen
Nervenstämme und digitale Neuropathie der Extremitäten sowie
sensomotorische Neuropathie. Bei Sjörgren-Syndrom besteht meistens eine
distal symmetrisch sensible PNP, bei Sklerodermie werden PNP nur
vereinzelt beschrieben. Bei vaskulitischen Polyneuropathien kommt es
infolge von entzündlichen, großenteils nekrotisierenden Veränderungen der
Gefäßwände von vorwiegend epineuralen Gefäßen zu umschriebenen
Gefäßstenosen und -verschlüssen der Vasa nervorum mit nachfolgender
ischämischer Läsion der Nervenfasern, was in der Regel zu einer axonalen
Degeneration führt. Vaskulitische PNP sind eher selten, finden sich aber
in größeren Nervenbiopsieserien bei Abklärung von Polyneuropathien
zunächst ungeklärter Ätiologie in bis zu einem Drittel der Fälle. Für die
Klinik bedeutsame vaskulitische PNP-Formen sind die nicht-systemische
vaskulitische PNP, die PNP bei Polyarteriitis nodosa, das Churg-
Strauss-Syndrom, die Wegener’sche Granulomatose, der L.E., die rheumatoide
Arthritis und das Sjögren-Syndrom. Grundsätzlich ist
bei unbehandelten nekrotisierenden Vaskulitiden von einer ungünstigen
Prognose auszugehen, weshalb eine Therapie unbedingt erforderlich ist.
Bei der auf das Nervensystem beschränkten Vaskulitis wird eine Behandlung
zunächst ausschließlich mit Prednison, bei den anderen systemischen, meist
nekrotisierenden Vaskulitiden bevorzugt eine Kombination von Prednison mit
Cyclophosphamid empfohlen. Bei den
Begleitvaskulitiden zu Infektionskrankheiten bietet es sich an, zunächst
die Grunderkrankung therapeutisch anzugehen.

- Griffin JW, Cornblath DR, Alexander E,
et al: Ataxic sensory neuropathy and dorsal root ganglionitis associated
with Sjogren's syndrome. Ann Neurol 27:304, 1990 [
PMID 2327738]
- Grant IA, Hunder GG, Homburger HA, et
al: Peripheral neuropathy associated with sicca complex. Neurology
48:855, 1997 [
PMID 9109867]
- B. Neundörfer · D. Heuss, Die vaskulitische periphere Neuropathie
aus neurologischer Sicht, Internist, 2000 · 41:410–417
|
|
Vergiftungen
|
|
Medikamente und Gifte: Antabus, Chlorjodhydroxychinolin, Chloroquin,
Gentamicin, Gold, Hydantoin, Hydralazin, Imipramin, Indometacin, INH,
Methaqualon, Nitrofurantoin, Penicillin, Perhexilinmaleat,
Phenytoin, Thalidomid, Vincristin, Vinblastin Gifte: Acrylamid,
Allylchloride, Äthylen- oxide,
Alkohol, As, Ba, Benzin, Benzol, Blei,
Carbon Disulfide, DDT, Dimethylaminopropionitril,
n-Hexan,
Methyl-n-butylketon, Methyl- bromide,
Hg, CS2, TI, Trichloräthylen,
Triorthokresylphosphat. Arsen-, Blei-, Thallium- und
Organophosphatvergiftungen Polychlorierte Biphenyle Vacor, sie
sind oft begleitet von anderen Symptomen wie Abdominalkrämpfen,
Haarausfall, Nagelveränderungen usw. |
| Im Merkblatt zur Berufskrankheit BK
1317 sind folgende humanneurotoxische Einzelstoffe genannt: N-Hexan,
n- Heptan, Methylethylketon (2-Butanon), Methylbutylketon, Methanol,
Ethanol, Benzol, Toluol, Xylole, Styrol, Monochlormethan, Dichlormethan,
1,1,1-Trichlorethan, Zitat: Typisch für eine neurotoxische Polyneuropathie
sind symmetrisch-distale, beinbetonte, sensomotorische Ausfälle mit
strumpf- bzw. handschuhförmiger Verteilung. Anamnestisch ist wichtig, daß
die Sensibilitätsstörungen von distal nach proximal aufsteigen und daß die
Parästhesien häufig nachts zunehmen. Objektiv lassen sich je nach
Krankheitsausprägung distal symmetrische Sensibilitätsstörungen für
Vibrationsempfinden, Lageempfinden, Ästhesie, Algesie und
Zweipunktdiskrimination erkennen. Im weiteren Verlauf werden
Reflexabschwächungen oder Areflexie, Störungen der autonomen
Nervenversorgung, Verminderung der sensiblen und motorischen
Nervenleitgeschwindigkeiten und distalen Latenzen sowie neurogene
Schädigungs-Muster im EMG nachweisbar. Diese Polyneuropathien entwickeln
sich im engen zeitlichen Zusammenhang mit der Lösungsmittelexposition, d.
h. in der Regel mit einer Latenz von wenigen Tagen. Latenzzeiten von mehr
als 2 Monaten sprechen gegen einen ursächlichen Zusammenhang.
Lösungsmittelbedingte Polyneuropathien heilen in leichten Fällen innerhalb
von 10 Monaten vollständig aus; aber auch schwere Verläufe bilden sich
spätestens nach 3 Jahren vollständig oder weitgehend zurück. Ein
Fortschreiten der Erkrankung nach mehrmonatiger Expositionskarenz schließt
eine Verursachung durch Lösungsmittel aus. Die Prognose ist grundsätzlich
günstig, da die eindrucksvolle Symptomatik meist zur rechtzeitigen
Diagnose führt. Heilungen sind auch nach mehrmonatigem Verlauf möglich.
Als Residien verbleiben häufig Reflexabschwächungen, die funktionell aber
bedeutungslos sind
Merkblatt für die ärztliche Untersuchung zur BK Nr. 1317:
Polyneuropathie oder Enzephalopathie durch organische Lösungsmittel oder
deren Gemische
Wissenschaftliche Beründung zur BK Nr 1317 :
über Universität Rostock - Medizinische
Fakultät, Institut für Arbeitsmedizin
siehe auch
|
|
Stoffwechselerkrankungen: |
|
Akromegalie, Amyloidose, Diabetes mellitus, Hypoglykämie, Hypothyreose,
Porphyrie (Bei akuten proximal betonten rein motorischen
Paresen und heftigen Abdominalschmerzen muß auch eine Porphyrie
laborchemisch ausgeschlossen werden). Schwangerschaft, Urämie Mangelernährung:
Beriberi (B1-Mangel), Hungerdystrophie, Malabsorption, |
|
Bei
verschiedenen Krebserkrankungen
|
|
durch die Erkrankung an sich wie durch
die Zytostatika.
Chalk CH, Windebank AJ,
Kimmel DW, et al: The distinctive clinical features of paraneoplastic
sensory neuronopathy. Can J Neurol Sci 19:346, 1992 [
PMID 1393844]
Mit zunehmendem Alter
werden bei der PNP-Abklärung häufiger monoklonale Gammopathien
identifiziert, die sowohl axonale sensomotorische als auch eher
demyelinisierende Polyneuropathien (z.B. anti-MAG-IgM) ganz
unterschiedlichen Schweregrades verursachen können. Unter einem POEMS-
Syndrom versteht man das gemeinsame Vorkommen von Polyneuropathie,
Organomegalie, Endocrinopathie, M-Protein, und Hautveränderungen. Unter
MGUS versteht man eine monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz.
|
PNP bei Paraproteinämien
|
|
|
Plasmozytom (Multiples Myelom)
|
M. Waldenström
|
Gammopathie unklarer Signifikanz
|
|
Häufigkeit bei der Grunderkrankung
|
10-20%
|
10%
|
Bis 30 %
|
|
Klinischer Typ
|
Sensomotorisch, distal symmetrisch
|
Mononeuritis multiplex
|
Sensomotorisch, distal symmetrisch
|
|
Histologie
|
axonal
|
Gemischt axonal demyelinisierend
|
axonal oder demyelinisierend
|
|
Therapie
|
Prednison 1mg/kg tgl für 4 Wochen, dann
Reduktion um 5-10mg /Woche bis zur Erhaltungsdosis, Immunsuppression
mit Azathioprin 100-150 mg/Tag für 2-3 Jahre, Thalidomid ?(
Wu KL,) |
In schweren Fällen Plasmapherese und
Immunsuppression mit Azathioprin
|
Prednison 1mg/kg tgl für 4 Wochen, dann
Reduktion um 5-10mg /Woche bis zur Erhaltungsdosis, Immunsuppression
mit Cyclophosphamid
|
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Brain Pathol 2001 Oct;11(4):399-407
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and myelomatosis. Medicine (Baltimore) 1976 May; 55(3): 217-38[Medline].
|
| Bei
Intensivstationspatienten:
Critical Illness Polyneuropathie |
Die Critical
illness-Polyneuropathie ist eine bei Intensivpatienten häufig
anzutreffende Komplikation, deren Ursache noch nicht eindeutig geklärt
werden konnte und für die bisher leider noch keine wirkungsvolle
Prophylaxe und Therapie bekannt ist. Besondere Bedeutung hat die
differentialdiagnostische Abgrenzung gegenüber anderen Erkrankungen, die
z.T. spezifisch behandelbar sind. Die "Critical illness Neuropathie" (CIP)
ist eine vorwiegend motorische axonale Polyneuropathie, die bei
intensivmedizinisch behandelten Patienten, besonders nach Sepsis und
Polytrauma gehäuft auftritt. Critical Illness Polyneuropathie ist
gekennzeichnet durch eine gute Rückbildungstendenz trotz einer überwiegend
axonalen Schädigung, wenn der Patient die akute Erkrankungsperiode
übersteht. Siehe auch:
- Zochodne DW, Bolton CF, Wells GA, et al:
Critical illness polyneuropathy: a complication of sepsis and multiple
organ failure. Brain 110:819, 1987 [
PMID 3651796]
- Lacomis D, Giuliani MJ, Van Cott A, et
al: Acute myopathy of intensive care: clinical, electromyographic, and
pathological aspects. Ann Neurol 40:645, 1996 [
PMID 8871585]
- Critical Illness Neuropathy and Myopathy
Ludwig Gutmann, MD; Laurie Gutmann, MDArchives of Neurology / volume:56
(page: 527)May 1999
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(82K)
- THOMAS PROBST, ALEXANDER WOLTERS,
MATTHIAS WITTSTOCK, ERWIN KUNESCH, Critical illness Polyneuropathie und
-Myopathie: Pathophysiologie und Klinik
mit neurophysiologischer Diagnostik, Das Neurophysiologie-Labor, 2002 /
Heft 3
- KLAUS GARDILL und HORST WIETHÖLTER,
Elektrophysiologische Diagnostik bei Critical illness-Polyneuropathie
(CIP), Das Neurophysiologie-Labor, 2002 / Heft 3
|
|
Erblich |
Bei einer Symptomdauer von
mehr als fünf Jahren und sehr langsamer nicht schubförmiger Progredienz
wird eine hereditäre Form der Polyneuropathie wahrscheinlich: In erster
Linie ist die Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung (CMT) zu nennen. Viel
seltener sind die Amyloid-Neuropathien und die Fabry-Erkrankung.
|
Charcot–MarieTooth
Erkrankung |
Neurophysiologie |
Erblichkeit |
Genlocus |
Gen |
|
|
Type 1A |
Demyelinisierend |
Autosomal dominant |
17p11.2 |
PMP22 |
häufigste Form |
|
Type 1B |
Demyelinisierend |
Autosomal dominant |
1q22 |
MPZ |
|
|
Type 1C |
Demyelinisierend |
Autosomal dominant |
16p13.1–p12.3 |
LITAF |
|
|
Type 1D |
Demyelinisierend |
Autosomal dominant |
10q21.1–q22.1 |
EGR2 |
|
|
Type 2A1 |
Axonal |
Autosomal dominant |
1p35–36 |
KIF1B |
|
|
Type 2A2 |
Axonal |
Autosomal dominant |
p35–36 |
MFN2 |
|
|
Type 2B |
Axonal |
Autosomal dominant |
3q21 |
RAB7 |
Ulcera an den Füßen häufig |
|
Type 2C |
Axonal |
Autosomal dominant |
12q24 |
noch nicht bekannt |
betrifft auch die
Stimmbänder und das Zwerchfell |
|
Type 2D |
Axonal |
Autosomal dominant |
7p15 |
GARS |
Hände sind mehr betroffen
als die Füße |
|
Type 2E |
Axonal |
Autosomal dominant |
8p21 |
NEFL |
|
|
Type 2F |
Axonal |
Autosomal dominant |
7q11–q21 |
HSPB1 |
|
|
Type 2 |
Axonal |
Autosomal dominant |
1q22 |
MPZ (CMT2I) |
Pupillen betorffen |
|
Type 3A |
Demyelinisierend |
Autosomal dominant |
17p11.2 |
PMP22 |
Dejerine–Sotta Erkrankung |
|
Type 3B |
Demyelinisierend |
Autosomal dominant |
1q22 |
MPZ |
|
|
Type 3C |
Demyelinisierend |
Autosomal dominant |
10q21.1–q22.1 |
EGR2 |
|
|
Type 4A |
Axonal oder
Demyelinisierend |
Autosomal rezessiv |
8q13–21.1 |
GDAP1 |
|
|
Type 4B1 |
Axonal oder
Demyelinisierend |
Autosomal rezessiv |
11q22 |
MTMR2 |
|
|
Type 4B2 |
Axonal oder
Demyelinisierend |
Autosomal rezessiv |
11p15 |
MTMR13 |
|
|
Type 4C |
Axonal oder
Demyelinisierend |
Autosomal rezessiv |
5q32 |
noch nicht bekannt |
|
|
Type 4D |
Axonal oder
Demyelinisierend |
Autosomal rezessiv |
8q24 |
NDRG1 |
|
|
Type 4E |
Axonal oder
Demyelinisierend |
Autosomal rezessiv |
10q21.1–q22.1 |
EGR2 |
|
|
Type 4F |
Axonal oder
Demyelinisierend |
Autosomal rezessiv |
19q13 |
PRX |
|
|
Type X |
Axonal oder
Demyelinisierend |
X-chromosomal |
Xq13.1 |
GJB1 |
|
PMP22 =peripheres Myelinprotein 22, MPZ
Myelinprotein Zero, LITAF Lipopolysaccharid-induzierter
Tumornekrosefaktor α, EGR2 early
growth response 2, KIF1B Kinesinmotorprotein 1B, MFN2 Mitofusin 2,
RAB7 kleines Guanosintriphosphatase spätes endosomales Protein RAB7,
GARS Glycyl–transfer RNA Synthetase, NEFL Neurofilament Leichtkette,
HSPB1 Hitzeschockprotein beta-1, GDAP1 Gangliosid-induzierte
Differenzierungs- assoziiertes Protein 1, MTMR2 Myotubularin-bezogenes
Protein 2, MTMR13 Myotubularin-bezogenes Protein 13, NDRG1 N-myc
downstream- regulatiertes Gen 1, PRX Periaxin, und GJB1 Gap-junction
beta-1 Protein (Connexin 32).Verändert nach William J. Triggs et al., n
engl j med 354;24 |
Weitere
Formen selten Aktuelle Übersichten:
- The Many Faces of Charcot-Marie-Tooth
Disease ARCHIVES OF NEUROLOGY May 2000Vol 57, No 5, pp 621-768
Jeffery M. Vance, MD, PhDhttp://archneur.ama-assn.org/issues/v57n5/full/ned8531.html
- Neuropathy, Heredity, and Monoclonal
Gammopathy Norman Latov, MD, PhDhttp://archneur.ama-assn.org/issues/v57n5/full/ned8624.html
- Hereditary Motor and Sensory Neuropathy
Type 2C Is Genetically Distinct FromTypes 2B and 2D Masaaki Nagamatsu,
MD; Robert B. Jenkins, MD, PhD; niel J. Schaid, PhD; Diane M. Klein,
MT(ASCP); Peter James Dyck, MDhttp://archneur.ama-assn.org/issues/v57n5/full/noc8450.html
- Three Families With Polyneuropathy
Associated With Monoclonal Gammopathy Sanne M.
Manschot, MD; Nicolette C. Notermans, MD; Leonard H. van den Berg,
MD; Jan J. G. M. Verschuuren, MD; Henk M.
Lokhorst, MDhttp://archneur.ama-assn.org/issues/v57n5/full/nob8419.html
- Murakami T, Garcia CA, Reiter LT, et al:
Charcot-Marie-Tooth disease and related inherited neuropathies. Medicine
(Baltimore) 75:233, 1996 [
PMID 8862346]
|
Die
Multifokale motorische Neuropathie ist
charakterisiert durch eine assymmetrische, distale Schwäche. Bei der
Multifokalen motorischen Neuropathie bestehen normalerweise kein
Sensibilitätsstörungen, die Arme sind meistens stärker betroffen als die
Beine, die distalen Muskeln stärker als die proximalen, die Verteilung der
elektrophysiologischen Abnormalitäten geht parallel mit schwachen
Muskeln Diese Störung geht eventuell auf anti-GM1 Antikörper
als immunopathogenetischen Mechanismus zurück. Elektrophysiologisch findet
man Leitungsblocks in den motorischen Nerven, Faszikulationen, und myokyme
Entladungen. Schwäche korreliert mit der Demyelinisierung und dem Verlust
von Axonen in den Nerven der Arme und Beine. Oft werden auch in klinisch
nicht betroffenen Muskeln und Nerven Veränderungen gefunden. Die meisten
Studien haben kleine Patientenzahlen. Plasmapherese and Kortikosteroide
scheinen eher schädlich. Intravenöses Immunoglobulin (IVIG) und
Cyclophosphamid scheinen wirksam. Diskutiert wird, ob auch dann wenn
klinisch eindeutige Symptome vorliegen aber elektrophysiologisch keine
eindeutigen Blocks nachweisbar sind, IVIG indiziert sind. (J Neurol
Neurosurg Psychiatry 1999;67:15–19) (Nebenwirkungen und Wirkmechanismus
siehe Tabelle unten) Angesichts des gutartigen Verlauf kann meist auf eine
Behandlung verzichtet werden.
- Donaghy M, Mills KR, Boniface SJ, et
al.Pure motor demyelinating neuropathy: deterioration after steroid
treatment and improvement with intravenous immunoglobulin.J Neurol
Neurosurg Psychiatry.1994;57:778-783.MEDLINE
- Pestronk A, Cornblath DR, Ilyas AA, et
al. A treatable multifocal motor neuropathy with antibodies to GM1
gangliosides.Ann Neurol.1988;24:73-78.MEDLINE
- Azulay JP, Blin O, Pouget J, et
al.Intravenous immunoglobulin treatment in patients with motor neuron
syndromes associated with anti-GM1 antibodies: a double blind placebo
controlled study.Neurology.1994;44:429-432.MEDLINE
- Van den Berg LH, Kerkhoff H, Oey P, et
al.Treatment of multifocal motor neuropathy with high dose intravenous
immunoglobulin: a double blind placebo controlled study.J Neurol
Neurosurg Psychiatry.1995;59:248-252.MEDLINE
- Azulay JP, Rihet P, Pouget J, et al.Long
term follow up of multifocal motor neuropathy with conduction block
under treatment.J Neurol Neurosurg Psychiatry.1997;62:391-394.MEDLINE
- Nobile-Orazio E, Meucci N, Berberi S, et
al.High dose intravenous immunoglobulin in multifocal motor
neuropathy.Neurology.1993;43:537-544.MEDLINE
|
|
Die idiopathische autonome Neuropathie
ist eine schwere subakute Störung. Wie z. B. bei der Myasthenia
gravis können Autoantikörper, die spezifisch an neuronale nikotinsaure
Azetylcholinrezeptoren binden, die cholinerge synaptische Transmission
stören und dadurch die autonome Fehlfunktion hervorrufen. Ein bereits
entwickeltes Assay ermöglicht den Nachweis dieser Antikörper, die als
serologische Marker zur Krankheitserkennung äußerst spezifisch sind. Ein
positiver Nachweis von Antikörpern | |