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Rückenschmerz Seite 12

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Rückenschmerzen Abklärung
nach Verdachtsdiagnose |
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Mögliche Ursache |
wichtigste Befunde |
Bildgebung |
weitere Untersuchungen |
| Krebs/
Metastasen
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Vorgeschichte einer
Krebserkrankung und neu aufgetretener Kreuzschmerz, keine Besserung im
Liegen |
MRT |
BKS, Blutbild |
| Unklarer Gewichtsverlust,
Alter>50,oder <20 Jahre , anhaltende Kreuzschmerzen,
keine Besserung im Liegen |
Rö LWS |
| Infektiöse Ursache
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Fieber,Schüttelfrost, i.v.
Drogenmissbrauch, kürzlich vorausgegangene
bakterielle
Infektion (insbesondere Harnwege und
Haut), Immunosuppression (Kortikosteroidbehandlung,
Transplantierter Patient, HIV Infektion), Schmerzen schlimmer bei Nacht, oder
schlimmer im Liegen |
MRT |
BKS, CRP, Blutbild |
| Diabetes m. |
diabetischen
Neuropathie mit akuter Radikulopathie |
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NLG, EMG, Diabetes- Einstellung
überprüfen |
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Cauda-Equina-Syndrom
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Inkontinenz, Harnverhalt,
Reithosensyndrom, Lähmungen in mehreren Etagen, bzw.
Schweres oder fortschreitendes Neurologisches Defizit an den unteren
Extremitäten |
MRT |
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| Wirbel-Kompressions- Fraktur
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Bekannte
Osteoporose ,
Kortisonbehandlung in der Vorgeschichte, fortgeschrittenes Alter
|
Rö LWS |
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| Schwerer Unfall (Trauma bei Autounfall,
Sturz aus großer Höhe), epileptischer Anfall |
| Ankylosierende Spondylitis
Bechterew |
- Morgensteifigkeit,
- keine Besserung im Liegen, Besserung
durch Bewegung,
- wechselnde Gesäßschmerzen,
- mehrfaches Aufwachen in den
Morgenstunden durch Schmerzen,
- jüngeres Alter <40,
- mehr als 3 Monate anhaltende
Schmerzen.
je mehr dieser Kriterien zutreffen, umso
wahrscheinlicher |
Übersichtsaufnahme der SI-Gelenke evtl. konventionelle
Schichtuntersuchung. |
BKS, CRP, evtl. HLAB 27, |
behinderndes neurologisches
Defizit  |
Lähmungen |
MRT |
EMG, SSEP; NLG |
| Rückenschmerz |
ohne ischialgiforme Ausstrahlung
und ohne die anderen Risikofaktoren |
keine |
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| Wenn der Schmerz nach 4 Wochen Behandlung
nicht besser wird |
je nach Vorgeschichte evtl
Rö LWS |
Diagnostik psychosozialer Risikofaktoren,
Überweisung Verhaltenstherapie, Schmerz- Bewältigungsprogramme |
| Ischialgie |
positiver
Lasègue-Test und oder positiver
umgekehrter Lasègue , keine
Lähmungen bis 4 Wochen |
keine |
keine |
| nach 4 Wochen ohne Besserung |
insbesondere bei
Schmerzausstrahlung bis unterhalb des Knies MRT,
sonst evtl zuerst Rö LWS |
EMG, SSEP; NLG, Diagnostik psychosozialer Risikofaktoren, Überweisung
Verhaltenstherapie, Schmerz- Bewältigungsprogramme |
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Spinalkanalstenose |
ausstrahlender
belastungsabhängiger Schmerz,
Claudicatio spinalis ältere Patienten,
bis 4 Wochen |
keine |
keine |
| nach 4 Wochen ohne Besserung |
MRT |
EMG, SSEP; NLG |
|
MRT=
Kernspintomographie, Rö LWS=
Röntgen der Lendenwirbelsäule, EMG=
Elektromyogramm SSEP=
Somatosensorisch Evozierte
Potentiale NLG=
Nervenleitgeschwindigkeiten,BKS= Blutkörperchen-
Senkungsgeschwindigkeit, CRP = C-reaktives Protein. Die
Sensitivität und Spezifität
von BKS und CRP sind aber nach
Studienlage bei dieser Indikation nicht sehr hoch.
HLA-B27 steht dabei für
Human Leukocyte Antigen-System, HLA-B27 findet sich bei bis zu 8%
der Gesunden, aber auch bei 95% der an M. Bechterew erkrankten sowie
bei 10-80% der von anderen rheumatischen Erkrankungen betroffenen,
je nach Art der Erkrankung. Das HLA-B27 ist damit keine Krankheit,
sondern ein genetischer Marker, der sich bei manchen rheumatischen
Erkrankungen gehäuft findet. Gesunde mit HLA-B27 bekommen nur in
etwa 6-7% einen rheumatische Erkrankung. Ähnlich wie Röntgenbefunde,
ist damit auch dieser Laborwert nur im klinischen Zusammenhang zu
bewerten. |
Modifiziert nach: A Joint Clinical Practice Guideline from the American College of Physicians
and the American Pain Society In Annals of internal Medicine
2
October 2007 | Volume 147 Issue 7 | Pages 478-491
PDF und Bigos SJ. Acute low back problems in adults. Rockville,
Md.: U.S. Department of Health and Human Services, Public Health
Service, Agency for Health Care Policy and Research, 1994; AHCPR
publication no. 95-0642. P. A. Rives and A. B.
Douglass Evaluation and Treatment of Low Back Pain in Family
Practice J Am Board Fam Med, November 1, 2004; 17(suppl_1): S23 -
S31.
[Abstract]
[Full
Text]
[PDF] Deyo RA, Rainville J, Kent DL. What can the history and
physical examination tell us about low back pain?
JAMA 1992;268:760-765.
A. J.
Haig, M. E. Geisser, H. C. Tong, K. S.J. Yamakawa, D. J. Quint, J.
T. Hoff, A. Chiodo, J. A. Miner, and V. V. Phalke
Electromyographic and Magnetic
Resonance Imaging to Predict Lumbar Stenosis, Low-Back Pain, and No
Back Symptoms J. Bone Joint Surg. Am., February 1, 2007;
89(2): 358 - 366.
[Abstract] |
Mit zunehmendem Alter
werden auffällige Befunde im Kernspin der Lendenwirbelsäule auch bei
beschwerdefreien Menschen die Regel und nähern sich den 100% an. Die
im Schaubild unten dargestellten Befunde von 67 beschwerdefreien
Patienten verdeutlichen dies. Diese Patienten wurden 10 Jahre später
nachuntersucht, die kernspintomographischen Bandscheibenschäden
korrelierten auch im Verlauf der nächsten 10 Jahre nicht mit
Beschwerden. Eine andere Untersuchung die in der amerikanischen
Zeitschrift Radiology 2005 veröffentlich wurde kommt zum Schluss:
Beim typischen Patienten mit Kreuzschmerzen oder
Nervenwurzelirritation hat die Kernspintomograhie keinen messbaren
Auswirkungen auf die Planung der konservativen Behandlung. Das
Wissen der Patienten um ihre Kernspinbefunde verändert nicht das
Behandlungsergebnis, führt aber dazu, dass sich die Patienten
insgesamt schlechter fühlen.

BODEN, S. D., DAVIS, D. O., DINA, T. S., PATRONAS, N.
J. & WIESEL, S. W. (1990). Abnormal magnetic-resonance scans of the
lumbar spine in asymptomatic subjects.
Journal of Bone and Joint Surgery,
72-A, 403-408. David
G. Borenstein, MD, James W. O'Mara, Jr, MD, Scott D. Boden, et al., The
Value of Magnetic Resonance Imaging of the Lumbar Spine to Predict Low-Back Pain
in Asymptomatic Subjects,
The Journal of Bone and Joint Surgery (American)
83:1306-1311 (2001) M. T. Modic, N. A.
Obuchowski, J. S. Ross, M. N. Brant-Zawadzki, P. N. Grooff, D. J. Mazanec, and
E. C. Benzel Acute Low Back Pain and Radiculopathy: MR Imaging Findings and
Their Prognostic Role and Effect on Outcome Radiology, November 1, 2005; 237(2):
597 - 604.
[Abstract]
[Full Text]
[PDF]
| Bei Rückenschmerz mit folgenden Begleitsymptomen: Blasen
oder Darmentleerungsstörungen; Gefühlsstörungen besonders im Anogenitalbereich aber
auch an Armen und Beinen, Schwere und zunehmende Schwäche (Lähmung), anderes
neurologisches Defizit, sollte immer eine neurologische Diagnostik
erfolgen, diese kann , je nach körperlichem Befund, ein
EMG
und ein SSEP einschließen.
|
| Hierbei geht es zunächst darum die Ausfallserscheinungen der möglichen
organischen Ursache zuzuordnen. Also insbesondere auch darum ob ein eventueller
Röntgenbefund die Beschwerden überhaupt erklären kann. Unser Körper ist hier
eindeutig und logisch organisiert. Die medizinischen Kenntnisse hierüber sind sehr gut.
Erst wenn neurologischer Befund und Röntgenbefund übereinstimmen können sich aus dem
Röntgenbefund in solchen Fällen sinnvolle Konsequenzen ergeben. Kernspinuntersuchungen
sind in der Bildgebung derzeit als Standard anzusehen, wann sie sinnvoll eingesetzt werden
sehen sie unten. Sie haben viele schmerzhafte und mit Risiken behaftete ältere
Untersuchungen wie Myelographien fast überflüssig werden lassen. Ihre Risiken liegen
überwiegend in der leider häufigen Überinterpretation (Beispiele)
und manchmal auch Fehlinterpretation der Bilder. Die Kernspintomographie hat viel
zum Verständnis der Abnutzung der Wirbelsäule im Alterungsprozess beigetragen. Die
Behandlung hat sie bisher wenig verändert. (Ausführlicher Artikel der sich mit
der medizinischen Literatur hierzu ausführlich auseinandersetzt
Low
Back Syndrome, Magnetic Resonance Imaging in the Evaluation of (aus Neurology
April 1994 in Volltext PDF Format abrufbar.)
Kriterien für die Notwendigkeit einer Kernspintomografie
der Lendenwirbelsäule
| (aus
Medical Treatment
Guidelines Washington State Department of Labor and Industries, WORKERS COMPENSATION
RESEARCH INSTITUTE,Published in 1994 Seite 29)copies
about the guidelines call (360) 902-5026, e-mail FRAL235@lni.wa.gov,or write Office of the
Medical Director, P.O. Box 44321, Olympia, Washington 98504-4321. |
| Jede neurologische Ausfallserscheinung die auf eine eine
Druckschädigung der Nervenwurzel hinweist. Insbesondere Lähmungen, plötzlich
auftretende Blasen- oder Mastdarmentleerungstörungen, |
| Verdacht auf eine Systemerkrankung wie Knochenmetastasen
oder Infektionskrankheiten. |
| Sehr langdauernde hartnäckige Beschwerden die nach 6
wöchiger konservativer Behandlung nicht besser werden, |
| Vorgeschichte mit Unfall oder Sturz im Zusammenhang mit dem
Auftreten der Symptome. |
| Indikation für eine Wiederholung ist ausschließlich eine
Änderung des klinischen Befundes, bzw. eine neu hinzugekommenes neurologisches Defizit. |
Operationsindikation
beim Bandscheibenvorfall - Je klarer die Indikation um so besser der
Erfolg In diesen Fällen kann sich
aus dem Zusammenhang von klinischem Befund und
Kernspinbild auch die Notwendigkeit einer sofortigen
operativen
Behandlung ergeben. Ausführlich und anschaulich
dargestellt werden die operativen Behandlungsmöglichkeiten
auf
der Homepage Neuro- Bodensee, dort sehr gute Darstellung der Indikation
und der Möglichkeiten der Bandscheiben- Operation. Bei schweren
Lähmungen (Lähmung oder Parese =Schwäche, nicht
gemeint eine schmerzbedingte Bewegungseinschränkung, nicht gemeint auch
eine Gefühls- oder Sensibilitätsstörung), sollte die operative
Behandlung möglichst bald erfolgen. Die Entscheidung ob operiert wird,
hängt, wie sonst auch, auch vom Allgemeinzustand des Patienten, und davon
wie sehr der spezielle Patient durch die Lähmung behindert wird ab. Eine
leichte Lähmung kann bei manchen Menschen, je nach Hobby oder
Berufstätigkeit, bereits eine schwere Behinderung darstellen.
Vorraussetzung
jeder Operation ist die vorherige genaue Abklärung des
Zusammenhangs zwischen klinischem Befund und radiologischem Befund (wie
sie weiter vorne ausführlich dargestellt wurde). Eine alleinige
orthopädische Befunderhebung ist selten ausreichend um die Zusammenhänge
zu klären. Vor Operation ist immer eine neurologische Diagnostik
erforderlich. Die Erfolgsaussichten einer Bandscheibenoperation sind
um so besser je klarer die Indikation gestellt wird. Wie dargestellt, ist
davon auszugehen, dass wenn psychosomatische Mechanismen eine wichtige
Rolle spielen, seit langem ein chronisches Schmerzsyndrom besteht, oder
eine Berentung beabsichtigt ist, von einer schlechten Prognose der
Operation auszugehen ist. Neben dem im Vordergrund stehenden
neurologischen Befund sind solche Faktoren unbedingt zu berücksichtigen.
Unter
Berücksichtigung aller (auch psychosozialer Faktoren) können auch
therapieresistente Schmerzen alleine selten eine (immer auch umstrittene) Indikation für eine operative
Behandlung darstellen. Allgemein sollte dem eine 6- wöchige
konsequente konservative Behandlung vorausgegangen sein. Vor
Operation sollte, wenn keine eindeutigen Lähmungen vorliegen, immer auch
eine psychosoziale Anamnese, eine psychosomatische Befunderhebung, und
eine Ausschlussdiagnostik bezüglich anderer organischer Ursachen der
Schmerzen erfolgen. Die Entscheidung ob ein Patient ohne
neurologische Ausfallserscheinungen operiert wird oder konservativ behandelt
wird, hängt mehr von der Auswahl des Behandlers und der kurzfristigen
Verzweiflung des Patienten als vom Befund ab. Fundierte Studien, die einen
lohnenden Profit für die operative Behandlung bei Patienten ohne
Ausfallserscheinungen nachweisen gibt es bisher nicht. Does lumbar
surgery for chronic low-back pain make a difference? CMAJ CMAJ AUG.
16, 2005; 173 (4)
Ein nicht
geringer Anteil der Bandscheibenoperationen und
Versteifungsoperationen scheitert. Die Patienten leiden weiter, oder
bekommen bald wieder Rückenschmerzen. Verschiedenste Ursachen sind
jeweils möglich:
- Die Operation wurde in der falschen Etage ausgeführt.
- Die Operation wurde inadäquat durchgeführt, die Nervenwurzel
wird weiter gequetscht
-
Rezidivvorfall im selben Segment oder
in einem anderen Segment.
-
Degenerative Veränderungen als Folge
der Operation, z.B. auch durch Entfernung eine zu großen Teils
des Knochens.
-
Narbenbildung und Entzündung der
Spinnwebshaut (Arachnoiditis)
-
Bandscheibenentzündung durch
eingebrachten Keim
-
Psychologische Faktoren,
Rentenverfahren etc.
-
Andere Ursache der Rückenschmerzen
Noch ein Zitat aus
A1474 (56) Deutsches Ärzteblatt 93, Heft 22, 31. Mai 1996 Das Lumbalsyndrom
Prävention, Diagnostik und Therapie
Nur zehn Prozent der
Lumbalsyndrome mit nachgewiesenem Bandscheibenvorfall (also nicht 10% aller
Rückenschmerzen) bedürfen der operativen Behandlung durch Entlastung. Eine absolute
Indikation zur in der Regel offenen Dekompression besteht beim
Cauda equina- Syndrom mit Schließmuskellähmung und bei akuten Paresen funktionell wichtiger
Beinmuskeln. Eine relative Indikation wird beim therapierefraktären und beim
chronisch rezidivierenden Wurzelsyndrom mit segmentalem Schmerzband in Verbindung mit
entsprechendem Leidensdruck gesehen. Unbedingte Voraussetzung ist immer ein mit dem
klinischen Bild zusammenpassender tomographischer Befund mit etagen- und seitenkonformem
Kompressionsnachweis durch Bandscheibe, Knochen oder beide. Zur Vermeidung postoperativer
Narbenbildung, die ebenso wie segmentale Instabilität ein Postdiskotomiesyndrom bewirken
kann, sind bei der konventionellen Operation mikrochirurgische Methoden vorzuziehen.
Narbenbedingte chronischrezidivierende Schmerzen neigen auch nach minutiöser
Narbenresektion zum Rezidiv; deshalb muss postoperative Narbenbildung als eines der am
wenigsten kalkulierbaren Risiken auch bei schonender offener Periduralchirurgie angesehen
werden. Demgegenüber ist schmerzhafte Instabilität nach Diskotomie, im Rahmen der
Diskopathie und aus anderen Gründen, sofern sie als solche diagnostisch eindeutig
verifiziert ist, der monosegmentalen Spondylodese gut zugänglich. Die sogenannten
perkutanen Bandscheibenoperationen setzen als intradiskale Maßnahmen ein intaktes
hinteres Längsband voraus. Deshalb sind freie Bandscheibensequester und voroperierte
Bewegungssegmente hierfür ungeeignet, desgleichen die knöcherne Lumbalkanalstenose. Am
günstigsten ist die Prognose bei eindeutigen Wurzelzeichen und ausschließlich diskogener
Kompression. Im übrigen gelten die gleichen Indikationskriterien wie bei der
konventionellen Operation. Eine abschließende Bewertung der minimalinvasiven
Behandlungsmethoden ist derzeit noch nicht möglich. In Deutschland stellen 10
20% aller Bandscheibenoperierten Patienten Rentenanträge; nach Zweit- oder
Mehrfacheingriffen ist der Anteil doppelt so hoch.
Auch bessere neuere Untersuchungen lassen weiter Zweifel am Profit
beispielsweise einer Wirbelkörperfusion bei Patienten mit Rückenschmerzen
ohne behindernde neurologische Ausfallserscheinungen. Wenn überhaupt ist
der Profit gering.
Auch
nach
einer
aktuellen
britischen
Untersuchung
war
die
operative
Fusion
von
Wirbelkörpern
der
konservativen
Rehabilitation
mit
Training
und
Verhaltenstherapie
bei
chronischen
leichteren
Rückenschmerzen
allenfalls
in
geringem
Maße
überlegen,
was
die
erheblich
höheren
Risiken
und
Kosten
des
operativen
Eingriffs
nicht
rechtfertigt.
Dabei
muss
man
zusätzlich
den
erhöhten
Plazeboeffekt
eines
operativen
Eingriffs
bedenken. Auch eine neue Metaanalyse der Cochrane Collaboration 2005 kommt
zu dem Schluss, dass der Nutzen der Wirbelsäulenchirurgie bei
Rückenschmerz und damit verbundenen Symptomen in den Beinen, Instabilität,
Spinalkanalstenose und/oder degenerativer Spondylolisthesis allenfalls
marginal ist. Es sind jedenfalls dringend Studien erforderlich die
schlüssig einen Nutzen der häufigen Eingriffe nachweisen. Jeremy
Fairbank
et
al.,
Randomised
controlled
trial
to
compare
surgical
stabilisation
of
the
lumbar
spine
with
an
intensive
rehabilitation
programme
for
patients
with
chronic
low
back
pain:
the
MRC
spine
stabilisation
trial
BMJ
2005
330:
1233.
[Abstract]
[Full
Text]B.
W
Koes Surgery
versus
intensive
rehabilitation
programmes
for
chronic
low
back
pain BMJ,
May 28, 2005;
330(7502):
1220
-
1221.
[Full
Text] [PDF]
O.
Rivero-Arias,
et
al., Surgical
stabilisation
of
the
spine
compared
with
a
programme
of
intensive
rehabilitation
for
the
management
of
patients
with
chronic
low
back
pain:
cost
utility
analysis
based
on a
randomised
controlled
trial BMJ,
May 28, 2005;
330(7502):
1239.
[Abstract]
[Full
Text] [PDF]
Guzmán
J,
et
al.,
Multidisciplinary
rehabilitation
for
chronic
low
back
pain:
systematic
review.
BMJ
2001;
322:
1511-1516[Abstract/Full Text
Cathy
Price
et
al.,
Rehabilitation
for
chronic
low
back
pain,
BMJ
2001
323:
1251.
[Extract]
[Full
Text] Ivar Brox J, Sorensen R, Friis A, Nygaard O, Indahl A, Keller A,
et al. Randomized clinical trial of lumbar instrumented fusion and
cognitive intervention and exercises in patients with chronic low back
pain and disc degeneration. Spine 2003;28:1913-21. Gibson JN, Waddell G.
Surgery for degenerative lumbar spondylosis [Cochrane review]. Cochrane
Database Syst Rev 2005; Schonstein E, Kenny D, Keating J, Koes B,
Herbert R. Physical conditioning programs for workers with back and neck
pain: a Cochrane systematic review. Spine 2003;28:E391-5. Gibson JNA,
Waddell G The Cochrane Database of Systematic Reviews 2005 Issue 4
Surgery for degenerative lumbar spondylosis
Auch
juristisch ist es erforderlich zu klären ob die Op tatsächlich die
bessere Alternative ist: Wer operiert wird, ohne vorher über eine alternative
Behandlungsmethode ohne Skalpell informiert worden zu sein, kann
durchaus einen Anspruch auf Schmerzensgeld haben. BGH VI ZR 100/99 Quelle: NJW 2000, 1788
Die Klägerin war 1990 wegen Problemen mit der Bandscheibe in die
Neurochirurgie eines Krankenhauses eingeliefert und war mit Erfolg eine
Woche zunächst medikamentös behandelt worden. Später empfahlen die
behandelnden Ärzte der Frau eine operative Behandlung. Allerdings, ohne
sie vorher über alternative Behandlungsmöglichkeiten ohne Messer
informiert zu haben. Erst nach der Operation erfuhr die Frau davon - und
klagte. Mit Erfolg. Der Bundesgerichtshof hob die ablehnenden
Entscheidungen auf. Grundsätzlich müsse ein Patient aufgeklärt
werden, wenn es mehrere medizinisch indizierte und übliche
Behandlungsmethoden mit unterschiedlichen Risiken und Erfolgschancen
gebe. Zur Wahrung des Selbstbestimmungsrechts müsse dies selbstverständlich
auch dann gelten, wenn eine Operation durch eine konservative Behandlung
vermieden werden könne.
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Anschrift des Verfassers: (Praxisadresse) |
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Feedback: |
Karl C. Mayer |
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