Schwindel Seite 3
gutartiger (oder benigner) anfallsweise
auftretender (oder paroxysmaler) Lagerungsschwindel
( BPLS) Bei dem gutartigen anfallsweise auftretenden
Lagerungsschwindel handelt es sich um eine relativ häufige Schwindelursache.
Bis zum 70. Lebensjahr bekommt jeder 3. irgendwann diese harmlose, aber zunächst
bedrohlich erscheinende, Schwindelform. Das Durchschnittsalter liegt
zwischen 51 und 57 Jahren. Alterungsprozesse des Labyrinthes scheinen bei der
Entstehung eine Rolle zu spielen. Die otokonischen Kristalle, die ursächlich
sind werden bei Säuglingen und Kindern seltener im Labyrinth gefunden und
scheinen sich erst im Laufe des Lebens auszubilden. Selten tritt der Schwindel
deshalb vor dem 35. Lebensjahr auf, ohne dass ein Schädeltrauma vorausging.
Die Inzidenz beträgt etwa 64 pro 100,000. Im Alter wird aber eine Inzidenz bis
8/100 angegeben. Frauen überwiegen (Frauen/Männer 3/2). Insgesamt findet man bei
50%–70% keine Ursache, diese Fälle nennt man primär oder idiopathisch, 30%–50%
sind sekundär zu anderen Störungen wie Schädeltraumen (7%–17%), virale
Labyrinthitis oder Neuronitis vestibularis (15%), Morbus Ménière (5%),
Migräne (< 5%), Innenohroperationen (< 1%). Wenn die Episoden mit
anfallsweise auftretendem Lagerungsschwindel bei sehr jungen Patienten bereits
beginnen, nur eine kurze Dauer haben und häufig wieder kommen, ist besonders
daran zu denken, dass es sich um eine Migränemanifestation handelt. Andere
Migränesymptome während oder direkt nach den Attacken und ein bei der
Untersuchung oft atypischer Lagerungsnystagmus helfen dann bei der
Unterscheidung.
Symptome Meistens beginnen die Symptome morgens beim Aufwachen. Ganz am Anfang kann ein mäßiggradiger Dauerschwindel da sein, sogar bei Ruhigstellung des Kopfes. Am häufigsten aber tritt von Anfang an nur bei bestimmten Kopfbewegungen ein Drehschwindel auf. Am Anfang kann beim Laufen auch ein Gefühl da sein als ob man auf einer Matratze läuft. Im weiteren Verlauf ist fast immer ausschließlich ein von Kopfbewegungen abhängiger Drehschwindel vorhanden. Es handelt sich dabei um Schwindelattacken von relativ kurzer Dauer, i. d. R. 10 bis 40 Sekunden, fast immer weniger als 1 Minute. Wenn man die Bewegung, durch die der Schwindel auftritt wiederholt, nimmt der Schwindel i. d. R. rasch an Intensität ab, und lässt sich nach mehrfacher Wiederholung meistens nicht mehr provozieren. Ursachen
Der Auslöser der Schwindelsymptomatik liegt in unserem
Gleichgewichtsorgan, das im Felsenbein der Schädelbasis neben dem Ohr
lokalisiert ist. Es besteht jeweils aus drei im rechten Winkel zueinander
angeordneten Bogengängen (zur Empfindung von Drehbeschleunigung) sowie Utriculus
und Sacculus im Bereich der Bogengangvereinigung, dem Vestibulum (zur Empfindung
von horizontalen und vertikalen linearen Beschleunigungen). Jeder einzelne
Bogengang sowie Utricculus und Sacculus besitzen eigene Gleichgewichts-
Sinneszellen. Diese sind Nervenzellen, die mit ihren Haarfortsätzen in einer
gallertartigen Masse eingebettet sind. Diese wiederum ragt in das
flüssigkeitsgefüllte Innere des Gleichgewichtorgans. Durch Drehbewegung und
lineare Bewegung gerät die Flüssigkeit (Endolymphe) in Strömung. Die Haarzellen
werden in eine bestimmte Richtung gelenkt. Sie werden gereizt und senden das
Signal nach zentral in das Kerngebiet des Gleichgewichtsnerven im Hirnstammes.
Um das Gewicht (und damit die Empfindlichkeit) der gallertartigen Masse von
Sacculus und Utricculus zu erhöhen, befinden sich dort kleinste Kalzitkristalle,
(CaCO3) die so genannten Otokonien oder Otolithen. Diese sind in der Regel fest
verankert. Während einer linearen Beschleunigung werden die Kristalle, die etwas
schwerer sind als die um sie herum befindliche gallertartigen Masse durch ihre
"Trägheit" etwas zurückgelassen. Die hieraus resultierende Biegung der mit ihnen
verbundenen Zilien verursacht eine Erregung der Haarzellen mit einer daraus
folgenden vermehrten Feuerungsrate des Gleichgewichtsnerven wenn die Bewegung
zur Kinozilie hin geht und eine verminderte Frequenz der Feuerungsrate, wenn die
Bewegung von der Kinozilie weg geht. Die Kinozilienorgane melden die Richtung
und das Ausmaß der Bewegung, sie reagieren auf Schwerkraft und Beschleunigung.
Die Informationen des Gleichgewichtsorganes ermöglichen damit die
Wahrnehmung der Stellung des Körpers im Raum, die Aufrechterhaltung einer
stabilen gewünschten Körperhaltung und sie steuern bestimmte Augenbewegungen, so
dass bei Bewegungen (Kopfbewegungen oder Erschütterungen beim Gehen). der Blick
stabil bleibt und das gesehene Bild nicht verwackelt. Letztere Kontrolle
erfolgt über den
Vestibulo-ocularen Reflex.
Siehe Dr. Cullen McGill University,Canada Wenn sich ein "Steinchen" löst,
und sich an einer ungewohnten, dafür nicht vorgesehenen Stelle ablagert
kommt es zum Schwindel .(Calciumkristall-Ablagerungen auf dem Sinnesepithel der
Cupula des hinteren Bogenganges ("Cupulolithiasis") oder durch frei im Lumen der
Bogengänge schwebende Otolithenteilchen ("Canalolithiasis") als Folge einer
spontanen Degeneration der Otolithenmembran oder eines Labyrinthtraumas (auch
postoperativ)). Sie rutschen bevorzugt in den hinteren Bogengang.
Bei ruhiger Kopfhaltung liegen sie auf dem tiefsten Punkt des Ganges. Bei
Kopfdrehung verändert der tiefste Punkt seine Lage. Die Otokonien sinken
dorthin, der Schwerkraft folgend. Die Endolymphe wird in Strömung versetzt, die
vestibulären Haarzellen des Bogengangs werden erregt. Aus einem Rezeptor für die
Drehbeschleunigung wird ein Schwerkraftrezeptor. Es kommt zu einer einseitigen
unphysiologischen Aktivierung des Gleichgewichts- Systems. Der Patient zeigt den
typischen Nystagmus zur Seite der Schädigung. Er empfindet den Schwindel genau
so lange, wie die Strömung der Endolymphe anhält.
Durch das Steinchen, oder die Ablagerung, das im Gleichgewichtsorgan an der falschen Stelle liegt, liefert das Gleichgewichtsorgan unserem Gehirn eine falsche Information, die dann nicht mehr mit unserem Lageempfinden und dem Sehen übereinstimmt und so entsteht auch hier Schwindel. In etwa der Hälfte der Fälle findet man keinerlei Ursache für das Zustandekommen der Erkrankung. Sie tritt häufiger bei Frauen als bei Männern auf und wird mit zunehmenden Alter häufiger. Andere Ursachen können Schädelhirntraumen, Durchblutungsstörungen, Operationen oder Entzündungen des Gleichgewichtsnerven sein. Interessant ist die Hypothese einer neuren Arbeit, dass die Endolymphe wegen ihres niedrigen Kalziumgehaltes (20 microM) in der Lage ist Otolithen aufzulösen und es dadurch zur Spontanheilung komme.
Diagnose Die Erkrankung lässt sich relativ einfach diagnostizieren. Dabei wird während der Untersuchung durch raschen Lagewechsel der Schwindel produziert, und man kann dann während des Schwindels ein typisches Augenzittern ( einen Nystagmus ) sehen. Manchmal ist es erforderlich durch weitere Untersuchungen auszuschließen, dass eine andere Erkrankung die Ursache des Schwindels ist. Entscheidend für die Nystagmusform ist, welcher Bogengang gereizt wird und rein horizontaler Nystagmus entsteht nur bei Reizung des seitlichen Bogenganges. Dieser ist vom benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel nur sehr selten betroffen. Liegt abgesprengtes Otolithenmaterial im hinteren Bogengang – eine der häufigsten Schwindelformen – herrscht ein vertikaler Nystagmus mit rotatorischer Komponente vor. Manchmal kommen die Patienten erst spät im Verlauf, dann lässt sich der Schwindel nicht mehr provozieren. In diesen Fällen ist die Diagnose nur anhand der Anamnese zu sichern. Oft ist dabei die betroffene Seite nicht zu erfahren. Dennoch ist auch in diesen Fällen die Behandlung in über 50% der Fälle erfolgreich. In einer großen Serie von 590 Patienten war bei 521 (88%) der hintere Bogengang, bei 12% der vordere Bogengang und bei 10% der horizontale Bogengang betroffen. Behandlung Die Behandlung ergibt sich aus dem Mechanismus des Entstehens des
Schwindels. Entscheidend ist, dass Sie nicht- wie man das automatisch tut wenn
einem schwindelig wird- alles vermeiden damit der Schwindel ja nicht auftritt.
Je mehr sie dem Schwindel aus dem Wege gehen, umso größer das Risiko dass er
chronisch wird und umso länger werden die Symptome dauern. Medikamente
sollten nur ausnahmsweise in der Anfangszeit genommen werden. Mit Medikamenten
kann man den Schwindel zwar unterdrücken, gleichzeitig wird aber auch unserem
Gehirn die Möglichkeit genommen sich auf die neue Situation einzustellen und man
verschiebt dadurch nur die Schwindelsymptomatik und sie dauert insgesamt umso
länger. Medikamente sind deshalb nur angezeigt, wenn die Symptomatik in der
Anfangszeit zu einer sehr starken Beeinträchtigung führt. Alle
Medikamente, die diesen Schwindel dämpfen machen auch müde und beeinträchtigen
ihr Reaktionsvermögen. In einer Serie von 259 Patienten in der Literatur war bei
Anwendung eines Befreiungsmanövers bei 75% der Patienten nur eine einmalige
Behandlung erforderlich, bei 19% eine 2. Behandlung, 98,4% waren nach 3
Behandlungen erfolgreich behandelt, die übrigen benötigten bis zu 7
Behandlungstermine. Eine andere Untersuchung von 127 Patienten berichtet
über Symptomfreiheit bei 90% der Patienten nach 3 Wochen durch das Semontmanöver.
Insgesamt kommen die meisten Studien zu Heilungszahlen zwischen 90 und 100%,
ganz wenige Untersuchungen nur von 60%. Bei einer Serie von 592 Patienten
besserten sich die Symptome bei 497 (84%) der Patienten bereits nach der
ersten Behandlung. Bei 77 (13%) der Patienten blieb das Dix-Hallpike Manöver
nach 48 Stunden positive, das Befreiungsmanöver wurden dann wiederholt, bei
Nachuntersuchung nach 45 Wochen gaben 544 (92%) von 592 behandelten Patienten
keine Schwindelsymptome mehr an. Insgesamt gibt es also 3 verschiedene Lagerungsübungen oder Befreiungsmanöver Als erstes wurde das Brandt-Daroff-Manöver beschrieben. Es ist etwas weniger erfolgreich als die beiden anderen Befreiungsmanöver, dafür einfach durchführbar. Übungsanleitung: Der Patient lässt sich aus dem Sitzen jeweils nach rechts und links zur Seite fallen, die Position wird jeweils solange gehalten bis der Schwindel in der Position aufhört. Bei mehrfacher Wiederholung ist dann kein Schwindel mehr auslösbar. Die Behandlung besteht vom Prinzip her darin, dass sie mehrmals am Tag durch entsprechenden Lagewechsel den Schwindel provozieren. Am besten ist, wenn sie dies immer serienweise, etwa 5 bis 10 mal solange wiederholen bis der Schwindel jeweils nicht mehr provozierbar ist Ihr Gehirn lernt dadurch mit den durch das falsch liegende Steinchen veränderten Informationen zurechtzukommen und sich ganz darauf einzustellen.
Eine andere Möglichkeit ist, dass ihr Arzt versucht durch ein spezielles Lagerungsmanöver, das man dann Befreiungsmanöver nennt, das Steinchen mit einer einmaligen Bewegung aus dem Bogengang hinaus zu spülen Das Semont-Manöver ist wesentlich erfolgreicher, allerdings ist der Erfolg an die Einhaltung der Kopfposition gebunden. Das Prinzip dieser Therapie ist einfach, aber sehr wirksam: Die Otokonien müssen gewissermaßen durch eine gegenläufige Bewegung zurück in das Vestibulum manövriert werden. Wenn der Schaden rechts sitzt: Der Patient sitzt in der Mitte auf der Untersuchungsliege, sein Kopf ist um 45 Grad nach links gedreht, er wird durch den Untersucher rasch in die Rechtslage gebracht, die Seite des Schadens. Der Kopf des Patienten bleibt dabei um 45 Grad nach links (und wenn möglich etwas nach oben) gedreht, er schaut den Untersucher an. Hierbei tritt nun der BPLS-typische Nystagmus zum unten liegenden rechten Ohr auf. Der Patient bleibt so lange in dieser Position, bis der Nystagmus vergangen, der Schwindel vorüber ist. Nun wird unter Beibehaltung der Kopfposition aus der Rechtsseitenlage mit Schwung die Linksseitenlange eingenommen. Der Patient kommt mit dem Gesicht nach unten zum Liegen. In der Regel tritt erneut der Nystagmus mit Schwindel auf, da die Otokonien nun über den ausleitenden Schenkel das Bogengangsystem wieder verlassen. Der Patient wird nun unter Beibehaltung der Kopfposition wieder aufgerichtet. Das Befreiungsmanöver sollte dreimal durchgeführt werden. Um ein mögliches Zurückgleiten der Otokonien zu verhindern, sollte der Patient in den nächsten 48 Stunden zum Schlafen nicht flach, sondern möglichst nur mit erhobenem Oberkörper liegen. Vor Beginn muss die betroffene Seite anhand des Nystagmus zum unten liegenden Ohr identifiziert werden. Die Bilder zeigen wie Sie üben sollten. Übungsanleitung für den rechten hinteren Bogengang:
Übungsanleitung für den linken hinteren Bogengang:
Das Semont- Manöver kann auch etwas modifiziert werden, je nach Präferenzen des Behandlers und der Situation im Behandlungszimmer gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die "Barbeque-Methode" hat den Vorteil, dass sie im Liegen durchführbar ist.
Beenden Sie die Übungen, wenn 24 Stunden lang kein Lagerungsschwindel aufgetreten ist, weder beim Üben noch zu anderen Zeiten. das Epley-Manöver Übungsanleitung z.B. für den rechten posterioren Bogengang: Im Sitzen dreht der Patient den Kopf nach rechts, lässt sich nach hinten auf den Rücken fallen, dreht dann im Liegen den Kopf langsam nach links und richtet sich nach Abklingen des Schwindels wieder auf). Beim Epley-Manöver ist wie beim Semont-Manöver dabei vor allem auf die richtige Kopfhaltung und -rotation zu achten. Es gilt, da besser an der Ursache orientiert, wie das Semont-Manöver als deutlich erfolgreicher als das Brandt-Daroff-Manöver. Die Neurologische Abteilung der Charite hat ein bebildertes Übungsblatt für das Epley-Manöver ins Web gestellt. Die Erfolgsrate wird von manchen Untersucher mit 93% angegeben (7 Therapieversager bei 107 Patienten . Zu berücksichtigen ist jedoch die in etwa 50% zu erwartende Spontanheilungsrate. Die Behandlung besteht immer darin, dass dem Patienten die Übung erklärt und diese zunächst unter Anleitung und Aufsicht in der Praxis durchgeführt wird. Wichtig ist dass dies dann vom Patienten tatsächlich zu Hause durchgeführt wird. Dies sollte kontrolliert werden. Die meisten Patienten können nach kurzer Anleitung sowohl das Epley- als auch das Semont-Manöver selbständig durchführen. Nur in ganz wenigen Fällen ist die beschriebene Behandlung nicht erfolgreich. In den wenigen Fällen einer Therapieresistenz besteht die Möglichkeit des operativen Verschlusses des befallenen Bogenganges. Tirelli et al beschrieben ein weiteres Canalithenrepositionsmanöver das nach deren in Laryngoskop 2000 veröffentlichter Studie bei 100% der Patienten spätestens beim 2. Versuch erfolgreich war. Nachteil ist die vergleichsweise lange Dauer des beschriebenen Manövers. Schwindel beim Manöver als Nebenwirkung soll dabei wesentlich seltener auftreten. Ausgangspunkt für das Schütteln war dabei, dass auch Epley in seinen Untersuchungen einen besseren Erfolg sah, wenn er einen Vibrator am Warzenfortsatz ansetzte um die Canalithen zu lockern.
Leitregel: Möglichst viel Bewegen, möglichst wenig Ruhe, auch wenn der Schwindel Angst macht. Medikamente möglichst gar nicht oder nur kurzfristig. Wenn Sie bei den Übungen den Schwindel auslösen können, halten Sie die Position bis er weggeht, und wiederholen Sie die Übung mehrmals. Es sollte dann so sein, dass der Schwindel bei den folgenden Übungen nachlässt oder verschwindet. In der Regel hält der Übungseffekt dann auch mehrere Stunden an. Verzweifeln Sie nicht, wenn die ersten Tage gelegentlich ein Rezidiv auftritt, wiederholen Sie Ihre Übungen die Aussichten bleiben gut. Es gibt zahlreiche Berichte die die Effektivität der Übungen belegen. Diese werden durch neuere Studien mit Vergleich zwischen behandelten und nicht behandelten gestützt. Wolf et al. untersuchte prospektiv die Effektivität des Lagerungsmanövers bei chronischen Patienten (n=31) im Vergleich zu unbehandelten Patienten (n=10), einer Kontrollgruppe. 93.5% der Behandlungsgruppe besserten sich im Vergleich zu 50% der Kontrollgruppe. Nuti et al. nutzte 2 verschiedene Verfahren des Lagerungsmanövers verglichen mit einer Kontrollgruppe. Mit Lagerungstraining besserten sich in den beiden Behandlungsgruppen (n=36 und n=56) 71% und 73% in der Kontrollgruppe (n=21)besserten sich nur 30% . Der Mechanismus über den die Lagerungsmanöver wirken, werden nur von wenigen Untersuchern bezweifelt. Die Wirksamkeit an sich ist nicht umstritten. Die diesbezüglichen Untersuchungen bleiben aber spannend hinsichtlich der besten Methode. Lagerungsschwindel nach Schädeltraumen wird genauso behandelt wie spontan auftretender Lagerungsschwindel, spricht allerdings etwas schlechter auf die Behandlung an. Arch Neurol. 2004;61:1590-1593. Wichtig ist, wenn es nicht in der erwarteten Zeit besser wird muss neu untersucht werden, gutartiger anfallsweise auftretenden Lagerungsschwindel ist häufig, selten steckt aber doch hinter ganz ähnlichen Symptomen ein Hirntumor. Nach einem M. Menière kann ein Lagerungsschwindel auftreten, der nicht oder kaum auf Behandlung anspricht. Durch den Labyrinth- Hydrops bei der Meniere’schen Erkrankung kann es vermutlich zu einer Schädigung der Makula des Utriculus und des Sacculus oder zu einer teilweisen "Verstopfung" des membranösen Labyrinths kommen, die ursächlich hierfür ist. Das betroffene Ohr ist hier identisch zu dem Ohr das vom M. Menière betroffen ist. Die Symptomatik ist im Verlauf unabhängig vom Verlauf des M. Menière. Insgesamt sind etwa 10% der Menierepatienten betroffen, wenn die Symptomatik nicht gleichzeitig mit dem M. Menière auftritt ist das Ansprechen auf die Behandlung des Lagerungsschwindels besser, die Prognose damit fast so gut wie bei der idiopathischen Form. Es wird hier in einer großen Serie von einem 94% igem Ansprechen auf das Befreiungsmanöver nach Epley oder Semont berichtet, allerdings trat bei 50% der Patienten das Syndrom erneut auf und die Behandlung musste wiederholt werden. Die Prognose des Lagerungsschwindels scheint dabei besonders dann gut, wenn er dem M. Menière vorausgeht, allerdings ist dann die Behandlung des M. Menière oft schwieriger. Als Komplikationen der Lagerungsübungen oder Befreiungsmanöver sind selten auch Ohnmachten (durch den akuten Schwindel) möglich, es ist auch möglich, dass sich der Otolith so verlagert, dass der Schwindel jetzt bei anderen Bewegungen auftritt. Die Übungen sollten deshalb immer so durchgeführt werden, dass kein Verletzungsrisiko besteht. Mit schweren Nebenwirkungen ist ansonsten bei der meist erfolgreichen Behandlung, die das Leiden erheblich abkürzt, nicht zu rechnen. Obwohl einzig sinnvolle Behandlung dieser Störung teilt die KV im Rundschreiben zur Abrechnung 2/2003 mit: "Otholithen-Repositionsmanöver sind nicht Bestandteil der vertragsärztlichen Versorgung Die KBV hat uns zwischenzeitlich mitgeteilt, dass alle Otholithen-Repositionsmanöver nicht Bestandteil der vertragsärztlichen Versorgung sind. Damit ist für diese Leistung weder die Nr. 507 EBM noch die Nr. 1585 EBM und auch nicht die Nr. 3210 EBM abrechenbar."
Zusammenfassungsartikel:
Benign Positional Vertigo - eMedicine/Neurology Dix-Hallpike test - Benign Paroxysmal Positional Vertigo - eMedicine/Otolaryngology Leitlinie DGN
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