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Abtreibung |
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Von den 210 Millionen jährlich weltweit entstehenden menschlichen Schwangerschaften führt etwa die Hälfte zu Lebendgeburten. 80 Millionen Schwangerschaften enden vorzeitig, 42-45 Millionen dieser Schwangerschaften werden vorzeitig durch Abtreibungen beendet, von diesen wird fast die Hälfte illegal ausgeführt. Etwa 3 Millionen Kinder werden tot geboren. Weltweit gibt es jährlich 80 Millionen ungewollte Schwangerschaften, von denen 42-45 Millionen in Abtreibungen (davon 97% in Entwicklungsländern) enden, etwa 70 000Frauen sterben an den Folgen meist unter unhygienischen Bedingungen durchgeführter illegaler Abtreibungen. Mehr als eine halbe Million Frauen stirbt jedes Jahr an Komplikationen von Geburten, hunderte von Millionen von Frauen bekommen durch Geburten jährlich Behinderungen. Die Zahl der Abtreibungen geht bei uns eher zurück. 2006 wurden in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 119710 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet. Die Zahl war 2007 im 2. Quartal um 4% geringer als 2006. Jede 5. Schwangerschaft endet in einer Abtreibung, in Osteuropa sogar 45%. Im Gegensatz zur sinkenden Zahl der Abtreibungen in allen entwickelten Ländern steigt die Zahl der Abtreibungen in den Entwicklungsländern weiter kontinuierlich an. Dort gibt es die härtesten Gesetze gegen Abtreibungen. Die Sterblichkeit bei illegalen Abtreibungen ist 70 x höher als bei legalen Schwangerschaftsabbrüchen. Wo Abtreibungen erlaubt sind gibt es weniger Komplikationen und weniger Todesfälle bei den Frauen. Obwohl in Asien die Hälfte der illegalen Abtreibungen durchgeführt wird, und in Afrika 28% sind 54% der Todesfälle bei dem Eingriff in Afrika. Auch Südamerika hat einen hohen Anteil an illegalen Abtreibungen, das Gesundheitssystem dort ist aber besser darauf vorbereitet, die Komplikationen schlecht durchgeführter Eingriffe zu behandeln. Alleine 2001fehlten nach dem Indischen Census 5 Millionen Mädchen in Indien, die einer selektiven Abtreibung wegen ihrem Geschlecht zum Opfer gefallen waren.
72% der Frauen die in Deutschland Schwangerschaftsabbrüche durchführen ließen waren zwischen 18 und 34 Jahren, 16% zwischen 35 und 39 und 7% über 40 Jahre alt. 41% der Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch durchführen ließen, hatten noch kein Kind geboren. 97 Prozent wurden in Deutschland nach der Beratungsregelung ohne spezielle Indikation nach Pflichtberatung durchgeführt. Kriminologische Indikation beispielsweise nach einer Vergewaltigung oder die Medizinische Indikation bei Gefahr für Leben bzw. die körperliche und seelische Gesundheit der Frau oder einer Behinderung beim Kind sind also relativ selten. In Deutschland werden 80% aller Abrüche mit der Absaugmethode zwischen der 6.und 12. SSW druchgeführt. Alternativ wird eine Curettage (Ausschabung), oder die Abtreibung mit Mifepriston/Prostagladinen (10%) durchgeführt. 79% der Abtreibungen werden in gynäkologischen Praxen und 19% ambulant im Krankenhaus durchgeführt.
Wiederholte Abtreibungen sollten die abtreibenden Ärzte auch an mögliche Gewalt in der Partnerschaft denken lassen. Jedenfalls geben Studien entsprechende Hinweise.
Ein
Schwangerschaftsabbruch nach der sogenannten
"Beratungsregelung"
ist rechtswidrig
, aber straffrei
(§ 218 StGB), wenn ...
- die Schwangerschaft
innerhalb von 12 Wochen (s. rechte Spalte) seit der
Empfängnis abgebrochen wird
- die Frau den Abbruch
verlangt und
- sie dem Arzt durch
eine Bescheinigung einer anerkannten Beratungsstelle
eine mindestens drei Tage zurückliegende
Schwangerschaftskonfliktberatung nach § 219 StGB
nachgewiesen hat.
Ein
Schwangerschaftsabbruch ist
nicht rechtswidrig,
wenn ...
- die Schwangerschaft
auf einer Straftat, z.B. Vergewaltigung, beruht.
Seit der Empfängnis dürfen nicht mehr als 12 Wochen
vergangen sein (kriminologische
Indikation; § 218a Abs. 2 StGB) oder
- der Abbruch
notwendig ist, um eine Lebensgefahr oder die Gefahr
einer schwerwiegenden Beeinträchtigung der
körperlichen oder seelischen Gesundheit der Frau
abzuwenden. Eine zeitliche Befristung besteht hier
nicht (medizinische
Indikation; § 218a Abs. 3 StGB).
Legale Abtreibungen hatten in den USA zwischen 1979 und 1985 eine Mortalität für
die Mütter von 0,6 Todesfällen pro 100 000 Eingriffe, mehr als 10fach niedriger
als die Müttersterblichkeit bei der Geburt im selben Zeitraum (9,1 pro 100 000
Lebendgeburten)
Nach einer Metaanalyse vorhandener Studien zu diesem Thema verursachen
Abtreibungen bei ungewollten Schwangerschaften bei den betroffenen Frauen auch
im späteren Verlauf keine psychischen Störungen.
Contraception 2008;78: 436–50. Jedenfalls sind Abtreibungen an sich meistens
kein größeres Risiko für eine psychische Störung als die Geburt eines Kindes bei
ungewollter Schwangerschaft. Eine neuere Studie weist allerdings darauf hin,
dass Frauen, die die Abtreibung an sich und die entsprechenden
Beratungsgespräche an sich als belastend erleben, ein etwas höheres Risiko haben
in der Folge eine psychische Störung zu haben. (British Journal of Psychiatry
(2009)195, 420–426.
doi: 10.1192/bjp.bp.109.066068 und
British Journal of Psychiatry (2008) 193: 444-451. doi:
10.1192/bjp.bp.108.056499,
Psychosomatic Medicine 66:265-271 (2004)) Es gibt allerdings keine
Studie, die darauf hinweist, dass Abtreibung psychischen Störungen, die
eventuell der Geburt eines Kindes bei ungewollter Schwangerschaft folgen
könnten, abhelfen würden. Abtreibung ist kein Mittel psychische Störungen zu
verhindern, so jedenfalls bisher die Studienlage. Es gibt allerdings durchaus
ältere Studien, die zum Schluss kommen, dass ungewollt geborene Kinder ein
deutlich höhere Risiko für psychische Störungen haben.
Am J Psychiatry 1991; 148: 578–85 Eher etwas zweifelhafte Schlussfolgerungen
gehen sogar soweit, zu behaupten, dass die Legalisierung der Abtreibung in den
USA 1973 zum Absinken der Verbrechensrate beigetragen hat, in dem die
ungewollten zukünftigen Kriminellen nicht geboren wurden.
Criminal Justice Policy Review, Vol. 19, No. 2, 135-152 (2008) und
Vol. 43, No. 1, 36-66 (2006)
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| World Health Organization. Unsafe abortion:
global and regional estimates of the incidence of unsafe abortion and associated
mortality in 2003. Geneva: WHO, 2007.
Hannah Brown, Abortion round the world, BMJ
2007;335;1018-1019
http://bmj.com/cgi/content/full/335/7628/1018
doi:10.1136/bmj.39393.491968.94
William A. Fisher et al.
Characteristics of women undergoing repeat induced abortion,
CMAJ •
March 1, 2005; 172 (5). doi:10.1503/cmaj.1040341.
Akashdeep Singh, Rupinder kaler,
Selective abortion: Missing Indian Baby Girls
Census of India 2001. Office of registrar
general and census commissioner,India Census of India 2001.
Siehe
auch Statistisches Bundesamt (Hrsg.) Datenreport 2006 Zahlen und Fakten über die
Bundesrepublik Deutschland
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einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der
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wird dies angezeigt. Nicht alles ist auf Anhieb
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mich selbst nutze, musste hier ein Kompromiss zwischen
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unten auf dieser Seite. Selbstverständlich wird das Glossar regelmäßig
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versucht einen Überblick über den derzeitigen Stand der
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möglich, dass ein Arzt immer auf dem aktuellsten Stand der
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Es ist immer möglich, dass die medizinische Forschung hier noch
als wirksam und ungefährlich dargestellte Behandlungsmaßnahmen
inzwischen als gefährlich oder unwirksam erwiesen hat. Lesen Sie
bei Medikamenten immer den Beipackzettel und fragen Sie bei
Unklarheiten Ihren behandelnden Arzt. Medikamentöse Behandlungen
auch mit freiverkäuflichen Medikamenten bedürfen ärztlicher
Aufsicht und Anleitung. Dies gilt auch für alle anderen
Behandlungsverfahren. Die hier angebotenen Informationen können
nicht immer für jeden verständlich sein. Um Mitteilung wo
dies nicht der Fall ist bin ich dankbar. Fragen Sie hierzu immer
Ihren behandelnden Arzt. Dieser weiß in der Regel über die
hier dargestellten Sachverhalte gut Bescheid und kann Ihren
individuellen Fall und Ihre Beschwerden besser einordnen- was für
einen bestimmten Patienten nützlich ist, kann einem anderen
schaden. Selbstverständlich gibt es zu den meisten Themen
unterschiedliche Auffassungen. Soweit möglich wird hier
dargestellt woher die Informationen stammen. In den meisten Fällen
mit einem entsprechenden Link (da diese oft ohne Ankündigung
geändert werden, sind diese leider nicht immer aktuell zu
halten).. Leider ist die zitierte Literatur nicht immer kostenfrei
zugänglich. Die Beschränkung auf kostenfrei zugängliche
Literatur würde manches sehr oberflächlich lassen. In der
Regel versuche ich mich in der Darstellung an deutschen oder
internationalen Leitlinien der Fachgesellschaften und Metaanalysen
der Literatur zu orientieren. Auch dies ist nicht überall
möglich. Zum einen gibt es nicht überall solche Leitlinien,
zum anderen werden diese mir nicht immer sofort bekannt. Manche
Leitlinien sind lange nicht aktualisiert worden und von neuerer
Literatur überholt, bzw, ergänzungsbedürftig.
Wenn möglich sind im Text Links zu solchen Leitlinien eingebaut.
Auch Leitlinien sind nur Orientierungen, sie schließen nicht
aus, dass generell oder im Einzelfall Fehler enthalten sind oder
diese im Einzelfall nicht anwendbar sind. Ziel der Darstellung ist
hier definitiv nicht, mich als Experten für irgendeines der in
der Homepage dargestellten Krankheitsbilder auszuweisen. Ich gehe
davon aus, dass alle vergleichbaren Fachärzte für
Neurologie, Psychotherapeutische Medizin und Psychiatrie ihre
Patienten sorgfältig und genau so gut wie ich behandeln. Sollten
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