.
|
Adie-Pupille, Adie-Syndrom oder Holmes-Adie Syndrom |
Auch Pupillotonie
genannt, ist eine meist einseitige Anomalie (80%), im Verlauf auch
beidseitig möglich. Jährliche Inzidenz 4,7 pro 100
000, tritt in jedem Alter auf. Vorkommen zumeist bei Frauen (2,5:1).
Beginn: meist in der Adoleszenz bis zum mittleren Lebensalter.
Häufig wird das Syndrom zufällig entdeckt. Die
defintionsgemäß sind die Kennzeichen: einsseitiger Beginn,
die Pupille
ist groß, oval, und oft unregelmäßig, es besteht
eine segmentale Lähmung der spontanen Irisbewegungen, eine
verspätete Reaktion auf Nahesehen, verspätete Erweiterung
nach dem Nahesehen, eine beeinträchtigte Akkommodation, ein
fehlender Lichtreflex, das Fehlen der Muskeleigenreflexe. Patienten
sind bei akutem Auftreten lichtempfindlich (Blendung) und beim Lesen
durch die Akkomodationsstörung beeinträchtigt, sie bemerken
dann im Spiegel die Pupillendifferenz. Andererseits kann sich die
Pupillotonie unbemerkt einstellen und wird zufällig bei einer
ärztlichen Untersuchung festgestellt. Oft fehlen gleichzeitig
die Beineigenreflexe, ASR früher als PSR ausgefallen. Bezüglich
der Areflexie wird vermutet, dass diese auf verminderte
monosynaptische Verschaltungen zurückgeht. Aus
elektrophysiologischen und anatomischen Untersuchungen vermutet man,
dass die motorischen Ia Fasern geschädigt sind. Eine
Ursache ist nicht bekannt. Man vermutet einen entzündlichen
mesenzephalen Prozesses, oder .. eine Funktionsstörung des
Ganglion ciliare als Ursache der Pupillotonie diskutiert. Auch eine
Herpes-simplex-Virus-Infektion wird als Erklärung vermutet.
Die Pupille ist mittelweit bis weit und reagiert erst auf langes
Belichten mit einer langsamen, tonischen Verengung der Pupille.
Häufig gute Reaktion auf Nahfixation. Bei akutem Auftreten kann
aber auch die Naheinstellung langsam tonisch erfolgen mit langsamer
Steigerung des Visus mit Zunahme der Akkommodation. Verlust der
Tiefenschärfe durch mangelhafte Pupillenverengung. Die
Wiedererweiterung beim Blick in die Ferne ist bei der Pupillotonie
typischerweise verzögert. Pharmakodynamische Testung: Auf
lokale Applikation von 0,1 %igen Pilocarpin-Tropfen verengt sich die
betroffene Pupille deutlich, die kontralaterale reagiert kaum. Bei
der akuten Pupillotonie mit Fehlen der Licht- und
Naheinstellungsreaktion ist der Pilocarpin-Test deutlich und sehr
hilfreich. Differentialdiagnose der Pupillotonie: Schädigung der
kurzen Ciliarnerven: Trauma, Operation, Ursache in der Mehrzahl der
Fälle unklar. Auftreten in zeitlichem Zusammenhang mit
systemischen Erkrankungen: VZV-Infektion, Arteriitis cranialis, Lues,
Borreliose. Paraneoplastisch (?!) bei Bronchial-Carcinom,
Hodgkin-Lymphom. Auftreten im Rahmen von Systemerkrankungen, die das
cholinerge System betreffen: Shy-Drager-Syndrom, Riley-Day-Syndrom,
Ross-Syndrom, Adie-Syndrom, sowie bei Fisher-Syndrom. Sinnvoll:
Abklärung durch Neurologen (Differentialdiagnose, s.o.) und
Ophthalmologen mit pharmakodynamischer Prüfung. Unbedingt
Aufklärung des Patienten (ggf. Notfallausweis) und der
Angehörigen, damit Pupillendifferenz bei späteren
ärztlichen Untersuchungen nicht fehlinterpretiert wird
(perioperativ, Schädelhirntrauma...). Es handelt sich um
ein harmlose Störung ohne Krankheitswert. Keine spezifische
Therapie. |
| Adie WJ. Pseudo Argyll-Robertson pupils with absent tendon
reflexes. BMJ 1931; I: 928–30. Holmes GM. Partial iridoplegia
associated with symptoms of other, diseases in the nervous system.
Trans Ophthalmol Soc UK 1931; 51: 209–28. Paolo Martinelli,
Holmes-Adie syndrome, Lancet 2000; 356: 1760–61 |
Glossar:
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z
|
Glossar
Psychiatrie/Psychosomatik/
Psychotherapie/Neurologie/Neuropsychologie |
|
Wichtiger
Hinweis: Sämtliche
Äußerungen auf diesen Seiten erfolgen unter Ausschluss
jeglicher Haftung für möglicherweise unzutreffende
Angaben tatsächlicher oder rechtlicher Art. Ansprüche
irgendwelcher Art können aus eventuell unzutreffenden
Angaben nicht hergeleitet werden. Selbstverständlich erheben
die Aussagen keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit, es
wird daneben eine Vielzahl vollkommen anderer Erfahrungen und
Auffassungen geben. Für die Abmahnwütigen noch ein
Hinweis zu den Links auf diesen Webseiten: Ich distanziere mich
ausdrücklich von den Inhalten der Webseiten und
Internetressourcen, auf die ich mit meinen Links verweise. Die
Haftung für Inhalte der verlinkten Seiten wird ausdrücklich
ausgeschlossen. ;Bitte lesen sie auch
den Beipackzettel
der Homepage, dieser beinhaltet das
Impressum, weiteres auch im
Vorwort.
Navigation: Unten nach dem letzten Stichwort einer Seite finden sie einen Link, um auf die nächste Seite des betreffenden Buchstabens weiter zu klicken. Um zum nächsten Buchstaben zu kommen, nutzen Sie bitte die Links aus der Buchstabenreihe, die sich jeweils oben und unten auf der Seite befindet. Das Glossar
wurde unter Verwendung neuester Literatur erstellt. Insbesondere
dem ICD 10, dem DSM IV, AMDP- Manual, Leitlinien der
Fachgesellschaften, Lehrbuch VT von J.Mragraf, Lehrbuch der
analytischen Therapie von Thomä und Kächele, Lexika wie
dem Pschyrembel, verschiedene Neurologie- und
Psychiatrielehrbücher, Literatur aus dem Web, außerdem
einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der
letzten 10Jahre.Nicht alle (insbesondere kleinere) Zitate sind kenntlich
gemacht. Verständlicherweise konnte durch Verwendung
verschiedener Quellen eine Mischung aus den unterschiedlichen
Zitaten nicht immer vermieden werden. Soweit möglich
wird dies angezeigt. Nicht alles ist auf Anhieb
laienverständlich, da ich die Zusammenstellung auch für
mich selbst nutze, musste hier ein Kompromiss zwischen
Verständlichkeit und medizinischer und psychologischer
Exaktheit gefunden werden. Falls sich jemand falsch oder in zu
großem Umfang zitiert findet- bitte eine E-Mail
schicken. KM 19.4.2000 Siehe auch die ergänzenden Hinweise
unten auf dieser Seite. Selbstverständlich wird das Glossar regelmäßig
aktualisiert werden. Bitte beachten Sie, diese Webseite ersetzt
keine medizinische Diagnosestellung oder Behandlung. Es wird hier
versucht einen Überblick über den derzeitigen Stand der
medizinischen Forschung auch für interessierte Laien zu
geben, dies ist nicht immer aktuell möglich. Es ist auch nicht
möglich, dass ein Arzt immer auf dem aktuellsten Stand der
medizinischen Forschung in allen Bereichen seines Faches ist.
Es ist immer möglich, dass die medizinische Forschung hier noch
als wirksam und ungefährlich dargestellte Behandlungsmaßnahmen
inzwischen als gefährlich oder unwirksam erwiesen hat. Lesen Sie
bei Medikamenten immer den Beipackzettel und fragen Sie bei
Unklarheiten Ihren behandelnden Arzt. Medikamentöse Behandlungen
auch mit freiverkäuflichen Medikamenten bedürfen ärztlicher
Aufsicht und Anleitung. Dies gilt auch für alle anderen
Behandlungsverfahren. Die hier angebotenen Informationen können
nicht immer für jeden verständlich sein. Um Mitteilung wo
dies nicht der Fall ist bin ich dankbar. Fragen Sie hierzu immer
Ihren behandelnden Arzt. Dieser weiß in der Regel über die
hier dargestellten Sachverhalte gut Bescheid und kann Ihren
individuellen Fall und Ihre Beschwerden besser einordnen- was für
einen bestimmten Patienten nützlich ist, kann einem anderen
schaden. Selbstverständlich gibt es zu den meisten Themen
unterschiedliche Auffassungen. Soweit möglich wird hier
dargestellt woher die Informationen stammen. In den meisten Fällen
mit einem entsprechenden Link (da diese oft ohne Ankündigung
geändert werden, sind diese leider nicht immer aktuell zu
halten).. Leider ist die zitierte Literatur nicht immer kostenfrei
zugänglich. Die Beschränkung auf kostenfrei zugängliche
Literatur würde manches sehr oberflächlich lassen. In der
Regel versuche ich mich in der Darstellung an deutschen oder
internationalen Leitlinien der Fachgesellschaften und Metaanalysen
der Literatur zu orientieren. Auch dies ist nicht überall
möglich. Zum einen gibt es nicht überall solche Leitlinien,
zum anderen werden diese mir nicht immer sofort bekannt. Manche
Leitlinien sind lange nicht aktualisiert worden und von neuerer
Literatur überholt, bzw, ergänzungsbedürftig.
Wenn möglich sind im Text Links zu solchen Leitlinien eingebaut.
Auch Leitlinien sind nur Orientierungen, sie schließen nicht
aus, dass generell oder im Einzelfall Fehler enthalten sind oder
diese im Einzelfall nicht anwendbar sind. Ziel der Darstellung ist
hier definitiv nicht, mich als Experten für irgendeines der in
der Homepage dargestellten Krankheitsbilder auszuweisen. Ich gehe
davon aus, dass alle vergleichbaren Fachärzte für
Neurologie, Psychotherapeutische Medizin und Psychiatrie ihre
Patienten sorgfältig und genau so gut wie ich behandeln. Sollten
Sie über eine Suchmaschine direkt auf diese Seite gekommen sein,
werden Sie gebeten auch die Hauptseite
aufzusuchen. Dort finden Sie einen Link zu den zuständigen
Ärztekammern. Bitte lesen sie auch den
Beipackzettel
der Homepage und das Vorwort. Jeder Nutzer ist für die
Verwendung der hier gewonnenen Informationen selbst verantwortlich,
es handelt sich definitiv um keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Es
wird keinerlei Haftung weder für die hier angebotenen
Informationen noch für die in den Links angebotenen
Informationen übernommen. Sollten Sie Links finden, die nicht
(oder nicht mehr) seriös sind, teilen Sie mir dies bitte mit,
damit ich diese löschen kann. Der Autor übernimmt keinerlei
Gewähr für die Aktualität, Korrektheit,
Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten
Informationen. Haftungsansprüche gegen den Autor, welche sich
auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch
die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw.
durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen
verursacht wurden sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern
seitens des Autors kein nachweislich vorsätzliches oder grob
fahrlässiges Verschulden vorliegt. Alle Angebote sind
freibleibend und unverbindlich. Der Autor behält es sich
ausdrücklich vor, Teile der Seiten oder das gesamte Angebot ohne
gesonderte Ankündigung zu verändern, zu ergänzen, zu
löschen oder die Veröffentlichung zeitweise oder endgültig
einzustellen. Veränderungen erfolgen dabei ständig in
Anpassung an neue Literatur oder weil sich meine Auffassung zu einem
Thema aus anderen Gründen geändert hat. Dieser
Haftungsausschluss ist als Teil des Internetangebotes zu betrachten,
von dem aus auf diese Seite verwiesen wurde. Sofern Teile oder
einzelne Formulierungen dieses Textes der geltenden Rechtslage nicht,
nicht mehr oder nicht vollständig entsprechen sollten, bleiben
die übrigen Teile des Dokumentes in ihrem Inhalt und ihrer
Gültigkeit davon unberührt. Sollte sich jemand durch
die Homepage in irgendeiner Form beleidigt, benachteiligt oder in
sonst einer Form geschädigt fühlen, bitte ich um eine
persönliche Kontaktaufnahme per E-Mail
oder telefonisch bzw. per Post. Bitte nennen Sie
bei Mitteilungen Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse. Bei
Mitteilungen von Kollegen bitte auch Tatsache, dass sie Kollege sind,
sowie die Fachbezeichnung. Anonyme Mitteilungen sind in der Regel
nicht willkommen. Karl C. Mayer
|

|
Anschrift des Verfassers: (Praxisadresse)
|
|
Feedback:
|
Karl C. Mayer
|
|
Gästebuch
|
Bergheimerstraße 56a
|
|
E-Mail
|
69115 Heidelberg
|
|