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Ablenkung |
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Der Versuch, einer Bedrohung, einer Traurigkeit, oder sonst einem unangenehmen Gefühl durch Aufmerksamkeitsabwendung in Form von Abschweifung, Flucht oder irgendwelcher Tätigkeiten zu begegnen, kann man als Coping (Bewältigungsmechanismus) "Ablenkung" bezeichnen. Laienpsycholgisch wird Ablenkung in ihrer Wirksamkeit meist überschätzt. Je nach Ausmaß des unangenehmen Gefühls oder der bedrohlichen Situation und je nach Ablenkungsmöglichkeiten, kann sie jedoch auch ein konstruktive Bewältigungsmechanismus sein. Teilweise wird sie bewusst in Verhaltenstherapien eingebaut, Listen angenehmer Tätigkeiten die vorgefertigt übergeben werden oder erarbeitet werden, nutzen auch diesen Mechanismus. Ob Ablenkung konstruktiv ist oder destruktiv eine Lösung verhindert, hängt von der Situation ab, in der sie eingesetzt wird. In aussichtslosen Situationen kann Ablenkung als kurzfristige Strategie die Methode der Wahl darstellen. Wird ein aversives Ereignis mit Sicherheit erwartet, und ergeben sich durch das aversive Ereignis keine weiteren Folgeprobleme, dann ist Ablenkung das optimale Coping. Ablenkung als Reaktion auf eine Bedrohung ist dann gefährlich, wenn die Zielrichtung der Maßnahme primär ausschließlich auf die Beseitigung von Bedrohungsgedanken gerichtet ist, ohne dass weitere mögliche konstruktive Ziele damit verbunden sind. Der Extremfall wäre hier chronische Verdrängung bei gleichzeitig möglicher Abwendung des aversiven Ereignisses (z.B. bei jeglichem Gedanken an die Prüfung ablenkende Tätigkeiten, dadurch bedingt mangelnde Vorbereitung, wobei ordentliche Vorbereitung die Erfolgschancen wirksam erhöhen würde). Man könnte hier von einer Ablenkung aus Bequemlichkeit sprechen. Verhindert Ablenkung angemessenes konstruktives Coping, so ist sie als inadäquat zu bezeichnen. Je mehr Ablenkung den Charakter einer Flucht annimmt, um so schwieriger und aufwendiger werden die Versuche sein, sie im Hinblick auf eine unangenehme Situation effizient anzuwenden, da es sich meist um Situationen handelt, bei denen erfolgreiche Flucht in der Regel nur durch noch größere Folgebedrohungen erkauft werden kann. Ablenkung führt nicht unmittelbar zu einer Problemlösung, sie bietet kurzfristige Verschnaufpausen, die im Verbund mit anderen Maßnahmen recht sinnvoll sein können, als ausschließliches Coping Gefahrensituationen bleibt sie jedoch meistens unangemessen. |
| Nach Prüfungsängstlichkeit
- B. Jacobs |
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