Der verhaltenstherapeutische Ansatz
siehe auch
Jede der
Therapieschulen nimmt nur einen Bruchteil der Möglichkeiten wahr, die
nachweislich geeignet sind, Menschen mit psychischen Störungen und Problemen
wirksam zu helfen. Sowohl unter dem Wahrheits- als auch unter dem
Nützlichkeitsaspekt sind die Therapieschulen daher überholt. Frei nach Schiller
könnte man sagen: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen.
Aber er sollte nun auch gehen. Die Zukunft der Psychotherapie liegt in der
therapieschulübergreifenden Nutzung der bisher erarbeiteten Erkenntnisse. Eine
therapieschulübergreifende allgemeine Psychotherapie kann nicht von
Messdienern
betrieben werden, die nachbeten, was ihnen die Hohenpriester der Psychotherapie
vorgeben. Sie erfordert mündige Therapeuten, die die blinden Flecken der
Hohenpriester sehen und in Frage stellen, und die selbst Verantwortung dafür
übernehmen, die Fähigkeiten zu erwerben, die es braucht, um ein wirklich guter
Psychotherapeut zu sein." Zitat nach
Was sind die wirklich wirksamen Ingredienzien der Psychotherapie?
- K.Grawe
Die Entstehung der Verhaltenstherapie hing einerseits mit der Unzufriedenheit
über die vorherrschende Psychoanalyse und andererseits mit der Anwendung
experimenteller wissenschaftlicher Ergebnisse auf die Erklärung und Behandlung
seelischer Störungen zusammen. Man interessierte sich dafür, wie sehr
Lernprozesse und die Umwelt einen
Einfluss auf menschliches Verhalten und Erleben
haben. Viele der ursprünglichen Grundannahmen haben sich nicht halten lassen,
das Versprechen sehr kurzer effektiver Therapien konnte nur für wenige Störungen
eingehalten werden. Dennoch hat die Vt die Psychotherapie wesentlich
weiterentwickelt und für viele Krankheitsbilder entscheidend geprägt. Sie zeigt
weniger Hemmungen Erkenntnisse anderer Wissenschaften zu integrieren, ist
weniger dogmatisch und damit flexibler in ihrer eigenen Entwicklung. Für manche
Störungen ist sie einer analytischen Behandlung überlegen. Als Gegenpol zur
Psychoanalyse richtete der Behaviorismus, der sein Augenmerk anfänglich rein auf
das sichtbare und
messbare Verhalten. Die Symptome eines Menschen wurden als von
der Umwelt determinierte Reflexe betrachtet und Lerntheorien wie die klassische
und operante Konditionierung entwickelt. Die individuelle Lebensgeschichte,
Motive und Überzeugungen des Patienten wurden außer acht gelassen, das Unbewußte
als Mythos abgetan. Es zeigte sich bald,
dass dies der Komplexität menschlichen
Verhaltens nicht gerecht wird. Später fanden durch die Entwicklung der Theorie
des Modell-Lernens – die besagt,
dass Verhalten von anerkannten Personen
nachgeahmt werde – nicht unmittelbar beobachtbare kognitive und soziale Prozesse
Eingang in die VT. Ein radikaler Umbruch geschah jedoch in den 70er Jahren durch
die Vertreter der "kognitiven Verhaltenstherapie" (zum Beispiel Beck, Ellis und
Meichenbaum), die kognitive Bereiche wie Motivation und persönliche Denkschemata
in den Mittelpunkt der Behandlung stellten. Hierdurch erlangte die individuelle
Lebensgeschichte als Einflussgröße wieder eine Bedeutung. Der Schwerpunkt liegt
jedoch pragmatisch auf der Veränderung der als dysfunktional bewerteten
Denkschemata und nicht wie in der Analyse auf dem Erfassen dahinter liegender
unbewusster Prozesse; der Therapeut nimmt in der VT eine deutlich aktivere und
direktive Haltung ein. (Federschmidt, Dt Ärztebl 1995; 92: A-41–45
Der verhaltenspsychologische Begriff des Verhaltens ist sowohl spezieller als
auch differenzierter als die umgangssprachliche Auffassung, die Verhalten mit
Handlung gleichsetzt. Die Verhaltenspsychologie fasst Verhalten als
unkonditionierte oder konditionierte Reaktion auf einen Stimulus auf -
beispielsweise einen Ton, einen Gedanken, eine Situation usw. Wichtig ist,
dass
Verhalten nicht nur auf der Ebene der Körperbewegung (muskuläre Ebene), sondern
auch noch auf der kognitiv-emotionalen (subjektiven) sowie auf der viszeralen
(Eingeweide) Eben stattfindet. Das gestörte Verhalten wird unter dem
Gesichtspunkt einer aktuellen Funktionskette gesehen, nach dem Muster: Auslösung
- Verhalten -Konsequenzen des Verhaltens. Der Patient
muss zuerst unterscheiden
lernen, welche der vielen täglichen Ereignisse, negative Gefühle Selbstabwertung
und Fehlverhalten bewirken. . Die Auslöser-, Verhaltens- oder
Konsequenzbedingungen sind teils irrelevant und teils ursächlich in
Bezug auf
die Erkrankung. Die ursächlichen Bedingungen werden der Therapie zurückgeführt;
indem die Wirksamkeit der Auslöser durch Vorplanung begrenzt wird,
Symptomgewohnheit durch das Befolgen festgelegter Regeln systematisch verändert
wird und die Problemgründe (Konsequenzen) neutralisiert werden, etwa durch
Entspannungstraining, Geselligkeit lernen, Angstbewältigung und Aktivierung der
Lebensgestaltung und Selbstverwirklichung. Die Therapie wird formal aufgebaut,
und die Einhaltung der Therapieprinzipien wird kontrolliert. Die Wirksamkeit
jeder Therapie wird durch ihren formalen Aufbau begünstigt. Dieser stellt sicher
- dass das Problem präzise definiert und operationalisiert wird -
dass die
therapeutischen Zielbedingungen quantitativ registriert werden (Auslöser,
Verhalten, Konsequenzen) -
dass diese Häufigkeiten und deren Veränderung sichtbar
dargestellt werden -
dass die eigentlich therapeutischen Verhaltensregeln
spezifiziert werden -
dass alle notwendigen Verstärkungen zur Erfüllung der
Verhaltensregeln und Erreichung der Therapieziele systematisch und kontrolliert
gegeben werden. Um da Lernen in der Psychotherapie möglich zu machen erfolgt
zunächst eine Mikroanalyse der Faktoren, die für die Aufrechterhaltung der
Symptomatik notwendig. Das Verständnis der aufrechterhaltenden Mechanismen der
Symptomatik steht im Vordergrund vor der Ursachenforschung, wobei auch
Verhaltenstherapeuten biographische Faktoren berücksichtigen. Der Begriff der
korrigierenden Gegenerfahrungen betrifft dann nicht nur die therapeutische
Beziehung sonder auch geplante Verhaltensänderungen.
Besonders bezüglich Angststörungen gibt es wesentlich mehr
verhaltenstherapuetische Studien, die einen Erfolg der Psycho-Therapie belegen
als es diesbezügliche Untersuchungen zu jedem anderen Verfahren gibt.
Kritikpunkt an diesen Studien: Viele Autoren haben vertreten und
begründet,
dass weder die klinische Nützlichkeit noch die externe Validität der
so als „empirically supported" Methoden bislang erwiesen sei. Die als „empirisch
gültig" geltenden Studien beschäftigen sich – mit singulären Methoden – für die
Behandlung monosymptomatischer Störungen – in einem manualgesteuerten
Behandungsprozedere – in einem künstlichen Setting. Tatsächlich aber gibt es in
der professionellen Praxis nur wenige Patienten, die ausschließlich isolierte
(Angst- oder andere) Symptome haben und sonst keine; auch werden Patienten nie
allein symptombezogen behandelt. Andere Störungen werden nicht einfach ignoriert
oder von der Behandlung ausgeschlossen. Und schließlich kommen niemals nur
einzelne Methoden zum Einsatz. Professionelle Kliniker zeichnen sich vielmehr
dadurch aus,
dass sie patientengerecht und individualisiert ein breites
Repertoire von Behandlungsmethoden zur Verfügung haben und in individuellem
Zuschnitt zur Anwendung bringen. Die Zuschreibung der Effekte an eine Methode
bei Ignoranz aller anderen professionellen Aspekte ist v.a. auch deshalb
fragwürdig, weil die Überblickstudien von (Lambert MJ (1992) Psychotherapy
outcome research: implications for integrative and eclectic theories. In.
Norcross JC, Goldfried MR (eds) Handbook of psychotherapy integration. Basic
Books, New York Lambert MJ, Bergin AE (1994) The effectiveness of psychotherapy.
In: Bergin AE, Garfield SL (eds) Handbook of psychotherapy and behavior change,
4th edn. Wiley, New York ) bislang unwidersprochen gezeigt haben,
dass nur etwa
15% der Varianz des Outcome einer Therapie auf spezifische Methoden
zurückgeführt werden können. Der weitaus größte Teil, nämlich 40%, kann erklärt
werden durch die bloße Tatsache,
dass Patienten überhaupt in Therapie sind oder
weil Veränderungen in ihren Lebensumständen eintreten (sog. extratherapeutische
Faktoren); 30% lassen sich durch die Qualität der therapeutischen Beziehung
erklären und 15% des Outcome gehen auf unspezifische Faktoren zurück wie z.B.,
dass Hoffnung geschöpft und ein milder Optimismus vermittelt wird (Miller SC,
Duncan BL, Hubble MA (1997) Escape from Babel. Toward a unifying language for
psychotherapy practice. Norton, New York). Diese Befunde sind schulunabhängig.
In der Literatur werden häufig einfach Namen wie „insight oriented" oder
„behavioral" verwendet, um die durchgeführte Methode zu kennzeichnen.
Niemand aber weiß, was in diesen Therapien tatsächlich „gelaufen" ist. Es gibt
nur wenige Studien, die tatsächlich transkribierte (wörtlich protokolierte)
Therapien evaluiert haben und sie zeigen regelmäßig,
dass hier noch eine Menge
anderer Dinge passieren als die schulischen Methoden auch nur formulieren
könnten. Transkriptionen sind aufwendig, aber die konversationelle Struktur
therapeutischer Dialoge zu ermitteln dürfte – unabhängig von Diagnostischen
Klassenbildungen und methodischen Abgrenzungsrigorismen – ein relevantes
Forschungsziel werden. Jetzt bereits
lässt sich sagen,
dass wir es mit hochgradig
individualisierten Redeformaten und Bedeutungsgebungen zu tun haben werden.
Neben
der
Behandlung
von Angst-
und
Zwangsstörungen
bei der
die
Verhaltenstherapie
unzweifelhaft
das Mittel
der Wahl
ist, ist
die VT
auch bei
der
langfristigen
vorbeugenden
Behandlung
von
rezidivierenden
Depressionen
sehr
effektiv.
Am J
Psychiatry
161:1872-1876,
October
2004
Nicola
Casacalenda,
J.
Christopher
Perry, and
Karl
LooperRemission
in Major
Depressive
Disorder:
A
Comparison
of
Pharmacotherapy,
Psychotherapy,
and
Control
Conditions
Am J
Psychiatry
2002 159:
1354-1360.
[Abstract]
[Full Text,
A. RIFKIN
Comparing
Depression
Treatments
Am. J.
Psychiatry,
June 1, 2003;
160(6):
1186 -
1187.
[Full
Text]
Vor Beginn einer VT wird eruiert welche Verstärker für das
Krankheitsverhalten vorliegen und welche spezifischen Reize für die klassische
Konditionierung von Symptomen verantwortlich sind. Die Aufklärung der Ätiologie
ist häufig schwierig, weil die ursprünglichen Verhaltensmechanismen der
Erkrankung häufig schwer zu erkennen sind. So wird die ursprünglich durch
Stress
oder klassische Konditionierung stattgefundene Verursachung später psychosozial
konditioniert oder die krankmachenden Auslöser wechseln aufgrund veränderter
Lebensbedingungen. Dies alles hat wichtige therapeutische Implikationen. Die
ursprünglichen mittelbaren Ursachen haben meist ihre Wirkung verloren und der
Therapeut
muss nach den aktuellen, unmittelbar wirksamen Ursachen suchen, die das
Krankheitsverhalten weiter stützen, Je transparenter die unmittelbare,
,,funktionale" Stützung der Krankheit durch Therapeut und Patient erkannt wird,
um so präziser kann der Therapeut die Verhaltensänderung verschreiben und um so
präziser kann der Patient die rezeptierte Änderung in Selbstanwendung betreiben,
denn die größere Last der Therapie besteht im Selbstmanagement durch den
Patienten. Das Verständnis der lebensgeschichtlichen Dynamik ist also
irrelevant, doch ist die Erkenntnis der funktionellen Krankheitsdynamik von
größter Bedeutung. Den drei
Hauptätiologien von Verhaltensstörungen werden
spezifische therapeutische Verfahrensweisen zugeordnet. Im Falle der
Stressverursachung werden die negativen Reaktionen durch Entspannungstechniken
gemildert und die belastenden Bedeutungsinhalte durch kognitive Techniken
modifiziert. Vorrangig ist die Änderung der objektiven Stressoren, aber dies ist
häufig schwer durchführbar. Bei der operanten Verursachung wird die soziale
Verstärkung der Symptome rückgängig gemacht und zum Symptom alternative
Verhaltensweisen werden eintrainiert. Die bevorzugten Verfahrensweisen für die
klassische Konditionierung sind bislang Löschung des auslösenden Reizes durch
wiederholte Darbietung auf die keine negative Konsequenz folgt und Konfrontation
mit dem Auslöserreiz (Systematische Desensibilisierung, Reizüberflutung) bei
gleichzeitiger Verhinderung der Vermeidung, das heißt, der Patient
muss den
schädlichen Reiz selbst überwinden. Die Tatsache nun,
dass die ursächlichen
Lern-oder Konditionierungsvorgänge häufig nicht klar genug erkannt werden
können, zwingt dazu, Misch- oder
so
genannte Breitbandverfahren anzuwenden, in
denen verschiedene Therapieformen gleichzeitig zur Anwendung kommen.
Einige Begriffe aus der VT
Unter Coping im engeren Sinne wird
die Reaktion (oder Reaktionen) auf eine Bedrohung verstanden. Die Bedrohung
besteht im Gewahrwerden der Möglichkeit,
dass unangenehme Ereignisse eintreten
können, wobei keine routinemäßigen Handlungen zur Verhinderung der unangenehmen
Ereignisse bekannt sind, bzw. ausgeführt werden können. Unter Coping im
weiteren Sinne könnte man alle Handlungen fassen, die darauf ausgerichtet sind,
potentielle Bedrohung erst gar nicht entstehen zu lassen. Obgleich der Zeitpunkt
zum kritischen unangenehmen Ereignis entscheidenden
Einfluss auf Effektivität des
Copings hat, besteht die Gefahr bei einer Extension des Copingbegriffs darin,
praktisch das ganze Leben als Coping zu betrachten. Benutzt wird deshalb im
Regelfall die enge Version des Copingbegriffs. Ein Coping ist dann angemessen,
wenn es der persönlichen Zielerreichung im Sinne der Förderung der seelischen
Gesundheit dienlich (zumindest aber nicht abträglich) ist, also wenn es die
Lebenszufriedenheit zuverlässig und möglichst langfristig fördert (zumindest
diese aber nicht reduziert). Verkürzt: Coping A ist angemessener als
Coping B, wenn A dem Individuum insgesamt mehr nützt als B. Genauer: Die
Folgen von A (einschließlich A) sollen für das
Individuum insgesamt positiver im
Sinne der Zufriedenheit sein, als die Folgen von B (einschließlich B). Da sich
für fast alle Copings Bedingungskonstellationen finden lassen, welche die
Anwendung dieses Copings als angemessen qualifiziert, wäre zweifellos von
Vorteil, das Individuum verfüge über eine große Vielfalt unterschiedlicher
Coping-Capabilities, die, um die Fiktion zu vervollständigen, dann auch noch
gemäß eines optimalen diagnostischen Verfahrens quasirational, je nach den
situationalen Erfordernissen, zur Anwendung kämen. Die frühen
Copingmodelle lassen sich in «reiz- oder reaktionszentrierte» Konzepte
differenzieren. Die reizzentrierten
Stressmodelle verstehen einzelne oder
umfassende Stimulusbedingungen als
Stress und gehen davon aus,
dass diese
Bedingungen weitgehend unabhängig vom Individuum
Stress hervorrufen. Für die
Psychosomatik hat die «Life-event-Forschung» als reizorientiertes
Stressmodell
lange Zeit eine hervorragende Bedeutung gehabt. Die klassisch
reaktionszentrierten
Stresskonzepte verstehen eine unspezifische Aktiviertheit
des Organismus als
Stress, die durch humorale und physiologische Reaktionen
vermittelt wird. Reaktionszentrierte Copingmodelle betonen die individuelle
Seite der Verarbeitung von Ereignissen, untersuchen insbesondere den
Bedeutungsgehalt (z. B. Erwünschtheit oder Unerwünschtheit), dem ein Ereignis
von dem betreffenden Individuum zugemessen wird. Das elaborierteste Copingmodell
ist der transaktionale Ansatz von Lazarus, der von einer prozesshaften
bidirektionalen Beziehung zwischen Umwelt- und Personenvariablen ausgeht. Als
zentrale Mechanismen bei der Adaptation von Individuen an belastende
Person-Umwelt-Beziehungen (z. B. die Krankheit) werden kognitive
Bewertungsprozesse angesehen, die sich entweder auf das subjektive Wohlbefinden
des Individuums oder seine Bewältigungsmöglichkeiten beziehen. Nach Lazarus und
Mitarbeitern ist es willkürlich, ob bei der Analyse des Copingverhaltens die
situativen Bedingungen oder die individuellen Copingmechanismen fokussiert
werden, da sich beide über die ständige wechselseitige Beeinflussung stetig
verändern. Für Lazarus spielen zeitlich überdauernde «stabile»
Persönlichkeitsmerkmale («traits») bei der Bewältigung gegenüber eher situativ
determinierten Merkmalen («states») keine besondere Rolle. Der Coping-Begriff
ist insofern verwirrend, als er einmal in einer eher biologischen Bedeutung als
erfolgreicher Anpassungsprozeß verstanden wird, zum anderen als ein breites
Muster von Reaktionen, die mobilisiert werden, um eine Situation zu handhaben.
Sie können mehr oder weniger adaptativ sein. Es bestehen also unterschiedliche
Auffassungen darüber, wie eng die Beziehung zwischen Coping und Effektivität der
Bewältigung ist. Kriterien für ein adaptives und erfolgreiches Coping zu finden,
ist naturgemäß schwierig. Was die Bandbreite der Coping-Reaktion und deren
Schematisierung betrifft, unterscheiden sich die verschiedenen Autoren
beträchtlich Aufgrund des bisher begrenzten Wissens über Coping-Prozesse
schlagen manche eher breite Dimensionen für eine Taxonomie vor und unterscheidet
Coping-Reaktionen, die auf Problembewältigung ausgerichtet sind, von
Copingmechanismen, die auf die Bewältigung von Emotionen abzielen, Beide
Coping-Aktivitäten können sich jeweils sowohl auf der Verhaltens- als auch auf
der kognitiven Ebene abspielen. Hierbei werden, wie schon bei Lazarus, neben
offenen handlungsbezogenen auch intrapsychische Umbewertungsprozesse
berücksichtigt, die teilweise auch aus dem psychoanalytischen
Abwehrkonzept abgeleitet wurden. Soweit Abwehr nicht nur als ein
dysfunktionaler und pathologischer
Prozess
aufgefasst wird, sondern auch als eine
anpassungsfördernde Ich-Leistung verstanden wird, erscheint eine
Gegenüberstellung von Abwehr und Coping, nicht sinnvoll. Sowohl die Abwehr als
auch das Coping können als Ich-Funktionen verstanden werden, die jeweils
integriert im Individuum ablaufen. Die Abwehr diente primär der intrapsychischen
Regulation (Affektverarbeitung), und das Coping wäre stärker mit der
realitätsnahen und problemlösenden Anpassungsaufgabe im
Prozess der
Krankheitsbewältigung
befasst. Die angemessene Abwehr bedrohlicher, die
Integrität des Selbst gefährdender Affekte oder Erfahrungen stellt somit die
Voraussetzung dafür dar,
dass ein Individuum sich in einer konstruktiven Weise
mit den mit der Erkrankung verbundenen Anforderungen auseinandersetzen kann
(Coping, Bewältigung). Auch wenn hier versucht wird, die Konstrukte des Coping
und der Abwehr in einen gemeinsamen Verständnishorizont zu bringen, sind wir
aktuell noch weit davon entfernt, den Problembereich theoretisch und empirisch
ausgelotet zu haben. Es sind noch eine Vielzahl von Fragen ungeklärt, die u. U.
auch keiner generellen Beantwortung zugänglich sind. Diese betreffen z. B. - die
Art der Interaktion zwischen den emotionalen, den kognitiven und den
handlungsbezogenen Faktoren der Krankheitsverarbeitung; - das Ausmaß, in dem
zeitstabile Persönlichkeitsaspekte (traits) und eher situative Momente (states)
an der Krankheitsverarbeitung beteiligt sind; - das Verhältnis von eher
allgemeinen Formen der Bewältigung zu spezifischen Modalitäten der
Krankheitsverarbeitung;( nach opd- Manual Verlag Hans Huber 2. Auflage)
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Die Behavioristen (engl. behavior=
Verhalten
nach dem
amerikanischen
Psychologen
(1878-1958
John
B.Watson) akzeptieren in ihren wissenschaftlichen Aussagen ausschließlich
beobachtbares Verhalten. Watsons berühmtes Angebot, man möge ihm ein Dutzend
Kinder geben und eine Welt, in der er sie aufziehen könne, dann garantiere er,
dass er jedes zu dem mache, was man wolle: Arzt, Rechtsanwalt, Künstler,
Unternehmer oder auch Bettler und Dieb, ist prägnanter Ausdruck des
behavioristischen Menschenbildes: Der Mensch und seine Entwicklung werden
als vollkommen durch externe Reize kontrollierbar angesehen, deren Manipulation
jedes gewünschte Ergebnis bringt. Das Modell der mechanistischen Kausalität (der
Wirkursache) besagt,
dass der Anstoß zur Veränderung von außerhalb kommt. Die
äußere Ursache ist unabhängige Variable, die Veränderung abhängige Variable. Das
Grundmodell des Behaviorismus enthält die Annahme einer strikten Reizkontrolle
des Verhaltens. Es sind die evokativen, die signalisierenden und verstärkenden
Reize, durch die Verhalten und Verhaltensänderungen kontrolliert werden. Die
Entwicklung wird je nach Einflüssen unterschiedliche Richtungen annehmen. Es
handelt sich um ein radikal exogenistisches Entwicklungsmodell. Da
Entwicklung unter Kontrolle externer Variablen steht, werden folgerichtig
beliebige Interventionen in die Entwicklung für möglich gehalten. (nach Stangl)
Motor der behavioristischen Forschung waren zunächst vor allem die Arbeiten zur
Konditionierung von Iwan Pawlow. Die konditionierte Reaktion wurde
gewissermaßen als das Atom von Verhalten angesehen: kompliziertere
Verhaltensweisen können als aus konditionierten Reaktionen zusammengesetzt
betrachtet werden und die Umwelt formt ständig unser Verhalten durch Bestärkung
gewisser Gewohnheiten - nichts anderes als Konditionierung. Der vielleicht
berühmteste Vertreter dieser Richtung ist Burrhus Frederick Skinner. Im
Prinzip versucht der Behaviorist den Organismus (sowohl den menschlichen als
auch den tierischen) nach dem Vorbild einer Maschine zu verstehen. Einer
Maschine allerdings, in die er nicht hineinsehen kann ("black box"),
sondern deren Funktionsweise nur aus dem Input (Reize) und dem Output (Reaktion)
zu erschließen ist. Psychische Vorgänge werden dabei also in
Reiz-Reaktions-Verbindungen aufgelöst (daher auch die Bezeichnung
"Reiz-Reaktions-" bzw. "Stimulus-Response-Psychologie). Interessant für den
Behavioristen sind vor allem die Gesetzmäßigkeiten zwischen Reiz und Reaktion,
die Gesetze des
Verhaltens.
(nach Stangl) Die Persönlichkeit eines Menschen ist
das Resultat seiner Lernerfahrung (klassisches-, operantes-, Lernen durch
Einsicht, Modellernen). Ein neurotisches Symptom ist ein gelernte
Verhaltensweise. In der Therapie wird durch Anwendung von Lernmechanismen
Fehlverhalten "verlernt" und erwünschtes Verhalten gelernt. Der
Verhaltenstherapeutische Ansatz ist symptomzentriert. Nach den klassischen
Behavioristen (die heute so selten sind wie klassische Analytiker) wird der
Mensch als "Tabula rasa" geboren. Seine Lerngeschichte prägt seine
Persönlichkeit. In der Verhaltenstherapie nimmt das SORCK-Schema
eine zentrale Stelle ein. In diesem therapeutischen Sinne beruht
Verhalten auf der simplen Tatsache,
dass Menschen - genau wie alle anderen
lernfähigen Lebewesen - Verhaltensweisen immer öfter zeigen, wenn die
Verhaltensweisen entweder eine positive Konsequenz haben oder zum Wegfall einer
negativen Konsequenz führen. Verhalten wird durch seine Konsequenzen
gesteuert.
SORK-Schema
S = Stimulus Ein Stimulus (Reiz) wird von
einem Organismus wahrgenommen. Herrchen sagt zum Hund (O) "Sitz!".
O
= Organismus hier finden Informationsverarbeitende Prozesse statt. Hund hört
"Sitz!". (Nach HULL hängt die Wahrscheinlichkeit einer Reaktion nun von
verschiedenen Faktoren ab: der Gewohnheitsstärke, dem Antrieb, der
antizipierten Verstärkung.) R = Reaktion der Organismus (O)
reagiert. Hund setzt sich. C = Consequenz Das Verhalten (R) hat für den
Organismus (O) bestimmte Konsequenzen (neutrale, unangenehme, angenehme).
Herrchen gibt Hund etwas zu fressen od. lobt den Hund. K =
Kontingenz Wenn ein enger Zusammenhang zwischen der Reaktion und den
Konsequenzen besteht, so spricht man von hoher Contingenz, wenn Herrchen den Hund
häufig lobt oder füttert, wenn dieser
gehorcht.
SORK-Schema am Beispiel der Zwangskrankheit: S steht für
Stimulusbedingungen. Hierunter versteht man typische Situationen, die bei dem
Patienten Zwangsverhalten auslösen, z.B. das Berühren einer Türklinke
(Waschzwang), aber auch Streit mit dem Partner (Kontrollzwang). Gedanken und
Erinnerungen können als interne Stimuli wirken. Unter O versteht man die
Organismusvariablen, die die Zwangssymptomatik modifizieren können, z.B.
eingeschränktes Verhaltensrepertoire durch frühkindlichen Hirnschaden. Im
erweiterten Sinn werden hier auch die Grundüberzeugungen ("core-beliefes") des
Patienten einbezogen, die Grundlagen des Zwangsverhaltens sein können. So kann
die Grundüberzeugung "Ich bin dafür verantwortlich,
dass keine Katastrophe
passiert" und "Gas ist gefährlich" zu einem ausgeprägten
Kontrollzwang führen (z.B. mehrmalige Kontrolle des Gasherdes beim Verlassen der
Wohnung), Die Reaktion (R) wird in 4 Komponenten unterteilt: motorisch
verhaltensmäßige, emotionale, physiologische und kognitive Komponente. Sie
werden durch S (Stimulusbedingungen) ausgelöst. Während die motorisch
verhaltensmäßige Reaktionen im manifest beobachtbaren Zwangs- verhalten
besteht, sind die kognitiven Reaktionen die begleitenden Gedanken, wie
z.B. "auf keinen Fall darf ich das berühren, ich wäre total verseucht",
Die physiologische Ebene besteht aus einer körperlichen Unruhe- und
Anspannungsreaktion, die häufig in psychovegetativen Erscheinungen wie
Schwitzen, Zittern, Kälteschauer etc. beobachtbar ist. Als emotionale
Reaktionen zeigen sich bei der Zwangsstörung Angst, Wut und Schuldgefühle, aber
auch Gefühle der inneren Leere, Hilflosigkeit und Depression. Die Konsequenzen (K)
müssen in kurz- und langfristige unterteilt werden. Überwiegen langfristig zwar
die negativen Konsequenzen (nicht selten führt die Zwangsstörung langfristig zu
sozialer Isolierung und eingeschränkter Erwerbsfähigkeit), wirken sie dennoch
selten handlungs- bestimmend. Die kurzfristige positive Konsequenz der
Spannungsreduktion, die bei Ausführung der Zwangshandlungen eintritt, ist in den
meisten Fällen der entscheidende Faktor, das Symptomverhalten beizubehalten.
Zusätzlich wirken die Konsequenzen auf der Ebene der individuellen
intrapsychischen und intrapersonellen Funktionalitäten verstärkend auf die
Reaktionskette ein, führen somit zur Aufrechterhaltung der Symptomatik. Mit den
Patienten ihre automatisierten Verhaltensweisen derartig detailliert zu
analysieren, die kurz- als auch langfristigen Konsequenzen
bewusst zu machen und
somit eine innere Logik der "verrückten" Verhaltensweisen aufzeigen zu können,
kann ein neues Problemverständnis der eigenen Symptomatik aufbauen.
Therapie der Zwangsstörungen Hildegard Rasche-Räuchle & Fritz Hohagen
extracta psychiatrica. Jg. 10, Heft 6/1996, S. 21-32
Durch allmähliches Ausblenden und/oder Abschwächen der
Belohnung (bzw. Bestrafung) kann das erwünschte Verhalten stabilisiert und
generalisiert werden. Besteht der Therapieplan aus
mehreren Verhaltenszielen,
die aufeinander aufbauen oder miteinander interagieren, so können im Sinne einer
Methode der kleinen Schritte durch teilweise komplizierte Verhaltensformungen
(Shaping) auch komplexe Verhaltensmuster gezielt verändert oder erlernt werden.
Demgegenüber führen endogenistische Theorien
Entwicklung auf Entfaltung eines angelegten Plans des Werdens zurück. Anlagen
und Reifung sind die Erklärungen für Veränderungen. Das genetische
Entwicklungsprogramm wird für jeweils spezifische äußere Einflüsse nur in
bestimmten (sensiblen) Perioden offen angesehen. Sind die Einflüsse nicht
kompatibel mit dem Programm, sind sie unwirksam, oder es ist ein Defekt zu
erwarten. Normale Entwicklung wird nicht erklärt durch Einflüsse von außen: Sie
ist nicht das Explanandum, das durch äußere Einflüsse erklärt würde. Die
Entwicklung selbst erklärt, weshalb Einflüsse von außen veränderungswirksam
werden: Sie ist Explanans, da spezifische äußere Faktoren nur bei bestimmtem
Entwicklungsstand einwirken können. (nach
Stangl).
Einer wachsenden Zahl von
Forschern scheinen weder die exogenistischen noch die endogenistischen
Grundannahmen für die Deutung der Mehrzahl der Entwicklungsvorgänge angemessen
und durch die Datenlage gerechtfertigt. Der Mensch selbst wird als Gestalter
seiner Entwicklung betrachtet. Er wird als erkennendes und selbstreflektierendes
Wesen
aufgefasst, das ein Bild von sich und seiner Umwelt hat und beides im Zuge
der Auswertung neuer und vorausgehender Erfahrungen modifiziert. Der reflexive
Mensch reagiert nicht mechanisch auf äußere Reize. Seine Entwicklung ist auch
nicht nur durch biologische Reifung bestimmt, er handelt ziel- und
zukunftsorientiert und gestaltet damit seine eigene Entwicklung mit.
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Lernen
Lernen ist im klassischen Behaviorismus definiert als
sichtbare Verhaltensänderung. Informationsgewinn (latentes Lernen) ist erst nach
der sozialen Lerntheorie -und -nicht im klassischen Behaviorismus- ein
Lernvorgang (Spitzfindigkeit!). Reifungsbedingte Verhaltensänderungen sind keine
Lernvorgänge. (Dreimonatslächeln: Nach IMPP: Säuglinge bilden um den dritten
Monat eine Reaktion des Lächelns aus, wenn sich ein menschliches Gesicht oder
eine Attrappe nähert. Dies ist reifungsbedingt, somit kein Lernvorgang.) Es gibt
verschieden Formen des Lernens:
klassisches Konditionieren = Signallernen
Gelernt wird die Signalwirkung eines Reizes (Stimulus). Eine angeborene, meist
autonome (vom vegetativen Nervensystem gesteuerte) Reaktion wird mit einem
neutralen Reiz verknüpft. Gelernt wird also nicht die Reaktion, sondern der
Stimulus, deshalb auch S
Signallernen. Unkonditionierter Stimulus
(UCS): Ungelernter Stimulus Der die Reaktion physiologischerweise
auslösende Stimulus.
Conditionierter Stimulus (CS): Gelernter
Stimulus. Wird der UCS immer in Zusammenhang mit dem CS dargeboten, so löst der
CS Nach dem Lernvorgang auch ohne den UCS die Reaktion aus. Unconditionierte
Reaktion (UCR) ist die ungelernte Reaktion, die auf den UCS folgt.
Conditionierte Reaktion (CR)ist die
(gleiche) Reaktion, nur in Folge des CS. Also die „gelernte“ Reaktion. Beste
Konditionierungserfolge Am besten wird ein CS gelernt, wenn er zeitlich kurz
vor dem UCS dargeboten wird, also als Signal wirkt. ("Signallernen!“)
Extinktion Löschung eines Lernvorgangs,
tritt z.B. ein, wenn ein Verhalten lange Zeit nicht mehr belohnt wird.
Reizgeneralisation liegt vor, wenn ein ähnlicher Reiz ebenfalls die bedingte
Reaktion auslöst. Reizdiskrimination liegt vor, wenn ein ähnlicher Reiz die
Reaktion nicht mehr auslöst. Konditionierung höherer Ordnung ein zufällig (oder
versuchsbedingt) mit dargebotener Reiz wird mitgelernt (Angst vor dem weißen
Kittel des Versuchsleiters bei Watsons „Little Albert“)
Operantes Konditionieren
Mit
dieser
Theorie
werden
positive
oder
negative
Bedingungen
(Erfolg/Misserfolg,
Belohnung (positive
Verstärkung)/Bestrafung. (negative
Verstärkung)...)
beschrieben,
unter
denen man
die
Auftretenswahrscheinlichkeit
eines
Verhaltens
erfolgreich
über seine
Folgen
beeinflussen
kann.
Versuch und Irrtum
= Lernen am Erfolg
Hier werden zufällig auftretende Verhaltensweisen durch
Erfolg (angenehme Konsequenz) gelernt bzw. Misserfolg (unangenehme Konsequenz)
verlernt.
Verstärker: Durch eine Verstärkung (egal
ob positiv oder negativ) wird die Auftretens-Wahrscheinlichkeit eines Verhaltens
erhöht (operantes Lernen).
Negative Verstärkung bedeutet "Wegnahme"
eines unangenehmen Strafreizes, z.B. wenn man aversive (=negative) Reize (Strom,
helles Licht etc.) wegnimmt (angenehme Konsequenz). Vorsicht: Negative
Verstärkung wird häufig mit Bestrafung verwechselt!
Positive Verstärkung bedeutet "Gabe eines
angenehmen Belohnungsreizes" (Futter, Liebe, Geld). Merke positiv und negativ
beziehen sich auf das Hinzugeben(+) und das Wegnehmen (-) eines Reizes, nicht
auf dessen Qualität!!!
primäre Verstärker befriedigen elementare
biologische Bedürfnisse. sekundäre Verstärker sind "gelernte" Verstärker, z.B.
Geld. kontinuierliche Verstärkung jede Reaktion wird belohnt, führt zu schnellem
Lernen.
Intermittierende Verstärkung: Nicht jedes
Verhalten wird verstärkt, sondern nur entweder jede 2., 3. Oder x-te Þ
Quotenverstärkung, oder nach einem def. Zeitintervall Þ Intervallverstärkung.
Führt zu Löschungsresisterem Verhalten.
Bestrafung erniedrigt die
Auftretenswahrscheinlichkeit von Verhalten. Darbietung durch aversive Reize
(Schläge, Strom) oder Wegnahme angenehmer Reize (Liebe, Futter, Freiheit).
Modellernen Soziales Lernen Nicht der Lernende selbst, sondern
das Modell wird "stellvertretend" verstärkt oder bestraft.
Lernen durch Einsicht (no trial learning) Verhalten wird nicht
ausgeführt, sondern in der Vorstellung durchgespielt. Vorteile: unangenehme
Konsequenz für den Organismus bleiben aus. Bei bestimmten Verhaltensweisen würde
ein Irrtum den Tod des Organismus zu Konsequenz haben.
Erlernte Hilflosigkeit (Seligmann)
entsteht, wenn keine Contingenz zwischen dem Verhalten und den Konsequenzen
dieses Verhaltens wahrgenommen wird. Ein Mensch kann machen was er will, sein
Verhalten hat für ihn unvorhersehbare Konsequenzen.
siehe
TU Dresden
Operantes
Konditionieren
Skinner
Foundation
Beobachtungslernen
nach
Bandura
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Weitere Verhaltenstherapeutische Begriffe:
Systematische Desensibilisierung :Der
Klient gibt eine Hierarchie der angstauslösenden Situationen an. Anschließend
wird er entspannt und geht in sensu (in der Vorstellung) diese Situationen nach
und nach durch. reziproke Hemmung in der Angst Therapie: Der Patient wird dem
angstauslösenden Stimulus in einem Zustand der Entspannung (z.B.. Durch autog.
Training) dargeboten. Angst und Entspannung sind Zustände, die sich gegenseitig
ausschließen.
Flooding=Reizüberflutung Der Klient wird
in einer angstauslösenden Situation in vivo (tatsächlich) belassen, bis sich das
Angstniveau reduziert.
Shaping (engl. formen). Ein komplexes
Verhalten wird nach und nach geformt, indem einzelne Teilschritte belohnt
werden.
Prompting Zeigt der Klient das erwünschte
Verhalten nicht spontan, wird es ihm durch Führen der Hand gezeigt.
time out "Auszeit". Soziale Deprivation als Bestrafung zum
Verlernen unerwünschter Verhaltensweisen. (Kind wird in die Ecke gestellt).
Token economy sekundäres Verstärkersystem.
Patienten bekommen Münzen, wenn sie sich gut geführt haben und dürfen sich dann
Zi garetten, Freizeit etc. erkaufen.
Conditioning Konditionieren s.o.
Biofeedback Physiologische (häufig vom
vegetativen NS gesteuerte) Reaktionen werden
dem Klienten apparativ zurückgemeldet. (Pulsfrequenz,
Muskelspannung)
so dass er lernt, diese zu beeinflussen.
Selbststeuerungsmethoden
Gezielte Selbstbeobachtung: Ein Raucher kann vor dem
Anzünden der Zigarette diesen Vorgang protokollieren. Diese Beobachtung ist
einerseits eine Voraussetzung der Selbststeuerung, hat aber auch schon eine
therapeutische Wirkung.
Stimuluskontrolle: Hier geht es darum, die Bedingungen,
unter denen ein unerwünschtes Verhalten auftritt, systematisch zu reduzieren.
Unser Raucher könnte sich verpflichten, jeweils nur eine Packung Zigaretten im
Haus zu haben oder alle Aschenbecher in der Wohnung bis auf den einen
Aschenbecher auf dem Balkon abzugeben.
Vertrag machen: Ein Raucher kann sich gegenüber sich selbst
und auch gegenüber dem Therapeuten verpflichten, in der nächsten Woche die
Anzahl der gerauchten Zigaretten um eine bestimmte Anzahl zu reduzieren.
Beispiel einer Verhaltensanalyse: Ein
Patient leidet unter Angstzuständen (Reaktion), die sich abhängig von der
individuellen Reaktionsbereitschaft (Organismus) z.B. als Zittern, Herzjagen,
Übelkeit, Durchfälle, Atemnot und Kopfschmerzen äußern können und immer dann
auftreten, wenn er Straßenbahn fahren
muss (Stimulus). Der Partner bemitleidet
den Patienten und fährt ihn mit dem Auto zur Arbeit, was dem Patienten sehr
angenehm ist (Konsequenz). Der Patient merkt schnell,
dass seine Ängste und
körperlichen Beschwerden sich verringern und fordert nun immer öfter, mit dem
Auto zur Arbeit gefahren zu werden (Kontingenz) Systematische Desensibilisierung
= am häufigsten genutzte Methode der Gegenkonditionierung bei Phobien.
Grundannahme ist,
dass natürlicherweise körperliche Entspannung und ängstliche
Erregung nicht gleichzeitig bestehen können. Die erfolgreiche Durchführung
einer Therapie erfordert die Beachtung therapeutischer Prinzipien, die der
Lernpsychologie entlehnt sind. Einige der wichtigsten können wie folgt
formuliert werden: 1. Der Patient sollte über die Gründe, Problematik und
Konsequenzen seiner Erkrankung informiert sein. 2. Der Patient sollte die
Wirkungsweise der Therapie kennen und an sich beobachten, bzw. über eine
Zeitspanne verfolgen können. 3. Die Therapie
muss in kleinen Schritten formuliert
sein, um das Erreichen von Teilzielen und eine möglichst häufige Verstärkung für
diese Zielerreichung zu gewährleisten. 4. Die Verstärkung
muss relevant sein, dem
Auftreten des gewünschten Verhaltens sofort (kontingent) folgen und eine
optimale Frequenz besitzen. 5. Therapieschritte und deren Verstärkung müssen den
individuellen Gegebenheiten des Patienten
angepasst werden, um Rückfall und
Ausfall zu vermeiden. 6. Negative Einflüsse müssen vermieden werden (mit
seltenen, therapeutisch geplanten Ausnahmen). 7. Der therapeutische
Einfluss und
seine Effekte müssen stets kontrollierbar sein. 8. Bei Fehlschlag
muss eine
Therapie umgeplant und bei Rückfall erneut aufgenommen werden. 9. Alle
therapeutischen Einflüsse werden mit dem Patienten vereinbart, und die
Ausführung wird im Verlauf der Behandlung zunehmend stärker vom Patienten im
Sinne der Selbstanwendung übernommen, damit Unabhängigkeit vom Therapeuten und
Selbständigkeit erzielt werden.
In der Bedingungsanalyse werden die Faktoren
erfasst, die als Auslöser,
Voraussetzungen oder Ursachen der Symptomatik wirken, selbst aber nicht durch
das Symptomverhalten
beeinflusst werden. Beispielsweise kann eine junge Mutter,
die auf der einen Seite ehrgeizige berufliche Pläne hegt, auf der anderen Seite
unbedingt Kinder möchte, durch die Geburt ihre ersten Kindes mit der Situation
konfrontiert werden,
dass ihre beruflichen Vorstellungen nicht realisiert werden
können und sie unter Umständen ihr Lebenskonzept ändern
muss. Die ambivalent
erlebte Situation (Zuneigung/Aggression gegenüber dem Kind, beruflicher
Ehrgeiz/Angst vor Überforderung etc.) kann auslösende Situation und
aufrechterhaltender Faktor einer Zwangsstörung sein.
In der Funktionsanalyse hingegen werden die Auswirkungen des
Symptomverhaltens auf den Erkrankten selbst und auf sein direktes soziales
Umfeld berücksichtigt. Es werden intraindividuelle Funktionen (=
innerhalb der Person) und interaktionelle Funktionen (= zwischen Patient
und seiner Umwelt) unterschieden. Als eine intraindividuelle Funktionalität kann
z.B.: bei Waschzwängen das Erreichen einer 100%-Pseudo-Sicherheit vor
Kontaminationen und Infektionen genannt werden. Kontroll- und Ordnungszwänge als
Übererfüllung von sozialen Normen in Bereichen Ordentlichkeit, Zuverlässigkeit
und Gewissenhaftigkeit sollen soziale Zustimmung sicherstellen, wodurch die
zugrunde liegende Selbstunsicherheit reduziert wird. Bei Ausbleiben der
erhofften sozialen Anerkennung bzw. Ablehnung durch andere kann es aber zu
Eskalationen und heftigen Auseinandersetzungen kommen. Diese
Auseinandersetzungen über den Zwang können auch die interaktionelle
Funktionalität bestimmen, indem sie z.B. von bestehenden, chronischen
Ehekonflikten ablenken. Mangels Fertigkeiten, die zugrunde liegenden Konflikte
im Partnerschaftsbereich konstruktiv zu lösen, wird die Aufmerksamkeit auf den
"neutraleren" Bereich der Zwangserkrankung gelenkt. Die gemeinsame Anstrengung
in der Bewältigung der Zwänge kann sogar zunächst noch die Partnerbindung
intensivieren, eskaliert aber häufig in vollständige Hilflosigkeit beider
Partner. Therapie der Zwangsstörungen Hildegard Rasche-Räuchle &
Fritz Hohagen extracta psychiatrica. Jg. 10, Heft 6/1996, S. 21-32
Der Therapieablauf ist in zeitlicher
Abfolge:
Erstellung einer Angsthierarchie = wenig
Angst bei Photo, mittel bei leerer Straßenbahn, große Angst bei voller
Straßenbahn.
Erlernen eines Entspannungstrainings =
progressive Muskelentspannung, autogenes Training Vorstellung des am wenigsten
angstauslösenden Objekts im entspannten Zustand. Sobald Angst auftaucht, bricht
der Patient die Vorstellung ab und entspannt sich zunächst erst wieder. Dies
wird wiederholt, bis die Vorstellung über längere Zeit angstfrei erlebt werden
kann.
Unter körperlicher Entspannung allmähliche
Steigerung der Angsthierarchie. (z.B.: Zunächst Vorstellung in
eine leere stehende
Straßenbahn einzusteigen)
Rollenspiel oder konkretere Konfrontation
mit dem beängstigenden Objekt (z.B. Fahren mit der Straßenbahn ).
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Reizüberflutung (Flooding) = die
beängstigende Situation wird bei leichteren Ängsten sofort in vollem Ausmaß
herbeigeführt (z.B. Fahrstuhlfahren bei Klaustrophobie oder Höhenangst). Die
Angstreaktion erschlafft natürlicherweise und der Patient lernt,
dass ihm keine
reale Gefahr droht. Reizüberflutung darf nur mit körperlich anwesendem
erfahrenen Therapeuten und nur bei körperlich (stabiler Kreislauf)
und psychisch (keine Psychose) stabilen Patienten durchgeführt werden. Sie kann
bei nicht fachgerechter Anwendung zur Vergrößerung der Angst führen.
Biofeedback (Feed-back, engl. =
Rückmeldung) = Angestrebt wird eine willkürliche Kontrolle über normalerweise
schwer
beeinflussbare vegetative Körperfunktionen, indem man diese für den
Patienten über einen Monitor sichtbar oder akustisch hörbar macht.
beeinflusst
werden können z.B. Herzfrequenz, Blutdruck, Tonus der glatten Muskulatur, usw.
Beim Spannungskopfschmerz z.B. vermutet man den Schmerzauslöser unter anderen in
einem zu hohen Muskeltonus der Arteria temporalis. In der Tat hilft gegen diesen
Schmerz ein Biofeedback-Training, das die Erschlaffung der glatten Muskulatur
dieser Arterie trainiert.
Selbstbehauptungstraining = Training der
sozialen Kompetenz durch Rollenspiele, Modellernen und Verstärkung durch den
Therapeuten („assertiveness training“). Die Vorgehensweise entspricht der
systematischen Desensibilisierung. Allmählich werden immer schwierigere
Verhaltensweisen eingeübt, die dem Probanden bisher Angst machten (z.B. fremde
Menschen auf der Straße ansprechen und nach dem Weg fragen, alleine auf eine
Party gehen, unbekannte Menschen des anderen Geschlechts zu einem Drink
einladen, eine Rede vor vielen Menschen halten, etc. ) Im Zentrum steht
das Training sozialer Fertigkeiten, die es erlauben, in gefürchteten Situationen
angemessen zu reagieren. Die Einübung der Verhaltensweisen ,erfolgt in der Regel
mit Hilfe von Rollenspielen, die modellhaft verdeutlichen, wie der Kontakt mit
anderen erfolgreich bewältigt werden kann. Die soziale Kompetenz kann sehr gut
in einer Gruppe geübt werden. Zu Beginn des Trainings sollten die Ziele klar
formuliert werden, so
dass am Ende eine Bilanz gezogen werden kann, inwieweit die
Ziele erreicht wurden. Hier erscheint es sinnvoll, für jeden Teilnehmer ein
individuelles Ziel zu formulieren. Bei den Rollenspielen wird eine von dem
Patienten erlebte Situation genau beschrieben. Was hat sich wann wo abgespielt?
Wer war beteiligt? Wie haben sich die Beteiligten verhalten? Hier sollten nicht
nur die verbalen Äußerungen, sondern auch die Stimmlage, Mimik, Gestik etc.
besprochen werden. Auch Blickkontakt und Körperhaltung können viel über die
Beteiligten aussagen. Dieselbe Situation wird mehrere Male durchgespielt. Mit
Hilfe verhaltenstherapeutischer Rückmeldungen können die Betroffenen ihr
Verhalten nach und nach ihren Wunschvorstellungen annähern. Um dies zu
erreichen, werden die Rollenspiele jeweils mit dem Gruppenleiter besprochen und
ggf. aufgezeichnet. So haben alle Beteiligten noch einmal die Möglichkeit, die
Situation ,,von außen" zu betrachten und aus einer anderen Perspektive zu
beurteilen. Es hat sich als hilfreich erwiesen, das Gruppenspiel von anderen
Personen durchführen zu lassen, so
dass noch einmal verdeutlicht werden kann, wie
die Personen interagieren. Der Therapeut sollte während des Trainings
Hilfestellung geben und angemessenes Verhalten verstärken. Bereits während der
Einübungsphase sollten die neu erlernten Verhaltensweisen im alltäglichen Leben
erprobt werden. Dies kann in Form von ,,Hausaufgaben" geschehen, die jeder bis
zur nächsten Trainingseinheit erledigen
muss. In Studien, die zum Training der
sozialen Kompetenz durchgeführt wurden, zeigten sich die Patienten zufriedener
im Hinblick auf ihre sozialen Kontakte, aber auch mit ihrer eigenen Person. Das
Selbstbewusstsein und die Selbstsicherheit stiegen an, und es konnte eine
dauerhafte Verhaltensänderung erzielt werden.
Kognitive Techniken = verzerrte
Realitätswahrnehmungen sind durch Reattributionen (= Neuzuschreibungen) der
Therapie zugänglich. Kritische Lebensereignisse wie der Tod der Eltern können
z.B. reattribuiert werden (von Tod = Ende, Verlassen, Allein gelassen hin zu Tod
= Ende der stofflichen Existenz aber nicht Ende der eigenen Beziehung zu den
Toten, Tod als Chance, sich mit der eigenen Endlichkeit auseinander zu setzen,
etc.). Eine weitere kognitive Technik ist der Gedankenstopp: sich aufdrängende,
unerwünschte Gedanken, Emotionen und Handlungen werden durch autosuggestives
„Stopp, hier nicht weiter“ abgebrochen. Im Rahmen kognitiver
Therapieansätze müssen zunächst die kognitiven Verzerrungen bzw.
Fehlinterpretationen und übersteigerten Selbstanforderungen, die der Störung
zugrunde
liegen, identifiziert werden. Der Therapeut sollte versuchen, den
Betroffenen auf der Suche nach
dysfunktionaler Gedanken zu unterstützen und mit
ihm gemeinsam Gedanken auf ihren Realitätsgehalt hin zu überprüfen. Dies kann
sich aus folgenden Gründen als schwierig erweisen: Zum einen sind viele Menschen
gar nicht daran gewöhnt, auf ihre Gedanken zu achten. Zum anderen haben sie sich
in vielen Fällen bereits so an ihre Gedanken gewöhnt,
dass sie ihnen gar nicht
ungewöhnlich oder hinderlich vorkommen. Andere Gedanken scheinen zunächst nur
Banalitäten darzustellen und werden deshalb als nicht berichtenswert erachtet
oder sind dem Patienten so peinlich bzw. mit derartig starken Angstgefühlen
behaftet,
dass es ihm große Schwierigkeiten bereitet, diese dem Therapeuten zu
schildern. Auch hinderliche Gedanken, die nur als eine Art Gedankenblitz oder
bildliche Vorstellung auftreten, werden im Gespräch mit dem Therapeuten
leicht vernachlässigt. Um Fehlinterpretationen und hinderliche Gedanken zu
korrigieren, müssen zu Beginn der Therapie die kognitiven Störungen
identifiziert werden. Zudem sollte erläutert werden,
dass Gedanken verschiedene
Formen haben können und die bildliche Darstellung gar nicht ungewöhnlich ist.
Falls der Betroffene in der Betrachtung der eigenen Gedanken gänzlich ungeübt
ist, erweist es sich häufig für ihn als leichter, seine Gedanken zu beschreiben,
wenn er in eine angstauslösende Situation versetzt wird und dann direkt über
seine Gedanken berichten kann. Außerdem sollten Hilfen zur Selbstbeobachtung
gegeben werden, etwa in Form einer Anleitung zum Führen eines Tagebuchs. Die
Hemmschwelle, als peinlich empfundene Gedanken auszusprechen, kann dadurch
herabgesetzt werden,
dass anhand einer Beispielsituation peinlich erscheinende
Gedanken vorweggenommen werden. Gleiches gilt
für Gefühle, die zu banal
erscheinen, um diskutiert zu werden. Ist dieser erste Schritt erfolgreich
bewältigt und die
dysfunktionaler Gedanken identifiziert, sollten sie mit der
Realität abgeglichen werden. Dies kann zunächst in Gedanken als auch später
direkt in der Realität passieren. Es ist sinnvoll, zu Beginn der Therapie
gemeinsam mit dem Patienten Gründe für bzw. gegen seine Einschätzung der
Situation zu sammeln. Fürchtet der Betroffene etwa, sich beim Brotkauf in der
Bäckerei lächerlich zu machen sowie dumm und ungeschickt zu wirken, kann er als
Grund zum Beispiel anführen,
dass er tatsächlich von der Verkäuferin und einem
anderen Kunden gemustert wird. Dagegen könnte sprechen,
dass die Verkäuferin sich
ihren Kunden aus rein geschäftlichem Interesse zuwendet und sich gar nicht dafür
interessiert, ob er rot wird oder nicht, und sich in ähnlicher Weise dem
nächsten Kunden widmet. Nachdem die Gedanken in der Vorstellung durchgespielt
wurden, sollten sie nach Möglichkeit in der Realität erprobt werden. Die
Erfahrung,
dass die befürchtete Katastrophe in der Realität nicht in der
erwarteten Form eintritt, ist am ehesten dazu geeignet, eine dauerhafte
Verhaltensänderung herbeizuführen. Der Patient kann weiterhin dadurch
unterstützt werden,
dass ihm positive Gedanken an die Hand gegeben werden, die in
einer als angstauslösend empfundenen Situation hilfreich sind, und an die Stelle
dysfunktionaler Gedanken treten können. Ziel
verhaltensmedizinischer/verhaltenstherapeutischer Interventionen sind
gesundheitsschädliche Verhaltensweisen oder Lebensstile, d. h. Cluster von
intraindividuell und intersituativ stabilen Verhaltensweisen. Zur gezielten
Veränderung dieser Verhaltensweisen bedient sich die Verhaltensmedizin im
wesentlichen verhaltenstherapeutischer Therapieprinzipien, die ihre theoretische
Grundlage in der behavioristischen Lerntheorie haben. Gemäß dem
dreidimensionalen Modell von Verhalten erfolgt die Therapie dabei nicht
ausschließlich auf der motorischen Ebene (Verhaltensebene) sondern bezieht auch
die subjektiv-verbale (emotionale) sowie die physiologische Ebene mit ein. Zur
Optimierung des Therapieerfolges können neben klassischen
verhaltenstherapeutischen Interventionsmethoden u.a. auch kognitive Methoden und
ggf. auch adjuvante Pharmakotherapie verwendet werden. In jedem Fall ist die
Basis einer verhaltensmedizinischen Therapie eine detaillierte Verhaltensanalyse
und eine darauf aufbauende Therapieplanung sowie eine objektivierte
Therapieverlaufskontrolle. Symptomzentriert Therapieform sind Therapieformen,
die auf die Beseitigung des Symptoms ausgerichtet sind (Verhaltenstherapien).
(im Unterschied
dazu:
Analytischer
Ansatz,
beseitigen den
zugrunde
liegenden
Konflikt. Analytiker sind der
Meinung,
dass es nach verhaltenstherapeutischen
symptomzentrierten Interventionen häufig nur zu einer Symtomverschiebung kommt,
da der dem Symptom
zugrunde
liegende Konflikt noch besteht.
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Konfrontation (indiziert bei allen Phobien, Zwängen und
Angststörungen - bei schweren Depressionen und Psychosen aber oft
contraindiziert )
Verfügt ein Phobiker über eine ausreichende soziale Kompetenz, können
auch Konfrontationsverfahren zur Anwendung kommen, die mit dem
bewussten
Aufsuchen unangenehmer Situationen arbeiten. Man setzt den Patienten
angstauslösenden Situationen aus, um durch eine wiederholte Konfrontation eine
dauerhafte Reduktion der Angst zu erzielen. Bei diesem Verfahren sind vor allem
zwei Mechanismen von Bedeutung: Die Habituation und die Realitätsprüfung. Unter
Habituation versteht man die Gewöhnung an Ängste, die durch ein Ausharren
in der gefürchteten Situation erreicht werden kann. Indem der Patient sich
seiner Angst in Übungssituationen für eine längere Zeit aussetzt, lassen
körperliche Symptome wie zum Beispiel Herzklopfen oder Zittern nach einer Weile
automatisch nach. Um dies zu erreichen,
muss jedoch gewährleistet sein,
dass sich
der Betroffene wirklich hinreichend lang einer Situation aussetzt, denn erst
dadurch wird eine Habituation möglich. Es gibt jedoch auch Situationen, bei
denen ein längeres Verbleiben nicht möglich ist (zum Beispiel jemandem
vorgestellt zu werden oder jemanden anzusprechen). Bei diesen Situationen kann
eine Habituation
dadurch
erreicht werden,
dass die häufige Konfrontation durch
die Herbeiführung einer solchen Situation wiederholt wird. Bei der
Realitätsprüfung werden die Befürchtungen des Patienten mit dem verglichen, was
in der Realität tatsächlich eintritt. Fürchtet der Betroffene zum Beispiel,
dass
er sich blamiert, wenn er auf einer Party jemanden anspricht, weil er sofort in
Schweiß ausbricht und zu stottern beginnt, so verläuft in Wirklichkeit
vielleicht nur der Gesprächsanfang ‘etwas schleppend. Häufig wird der
Angesprochene dankbar sein,
dass überhaupt jemand die Initiative ergreift, und
das Gespräch gern fortsetzen. Der Angesprochene wird den Betroffenen in vielen
Fällen als nicht weiter auffällig betrachten. Konfrontationsübungen erscheinen
in unterschiedlichen Formen. Sie können sowohl in der Vorstellung (in sensu) als
auch in der Realität (in vivo) stattfinden. Einige Patienten leiden vor allem
unter Leistungssituationen, während andere die Bewältigung innerer
Reize als
besonders schwierig empfinden. So kann auch die Konfrontation in der Realität
oder in der Vorstellung stattfinden. Bei Konfrontationsübungen kann die
Belastung langsam gesteigert werden, das heißt, der Patient wird mit immer
schwierigeren Situationen konfrontiert. Die graduelle (abgestufte) Konfrontation
bietet den Vorteil,
dass der Patient die Möglichkeit hat, sich zuerst mit
weniger bedrohlich empfundenen Situationen auseinanderzusetzen, diese
erfolgreich ‘zu bewältigen und sich so auf schwierige Situationen vorzubereiten.
Beim massierten Vorgehen, dem
so
genannten Floodingverfahren (Reizüberflutung),
wird der Betroffene direkt mit einer schwierigen Situation konfrontiert. Zwar
kann die Angst vor Beginn einer solchen Behandlung stark ansteigen, aber in
vielen Fällen ist diese Therapieart letztendlich schonender, da nicht immer
neue, noch schwierigere Situationen zu bewältigen sind. Nach Überstehen der
ersten Sitzungen sind bereits die schwierigsten Probleme aufgegriffen worden, so
dass die Angst vor der Fortsetzung der Behandlung deutlich geringer ist, da keine
weiteren großen Schwierigkeiten zu erwarten sind. Damit die
Konfrontationsübungen den gewünschten Effekt zeigen, ist eine gezielte
Vorbereitung auf diese Behandlungsform notwendig. Der Patient
muss umfassend über
das Konfrontationsverfahren und seine Wirkungsweise informiert werden, damit er
den Sinn erkennt und seine Mitarbeit sichergestellt ist. Dem Sozialen Phobiker
muss verdeutlicht werden,
dass seine Angst durch diese Behandlungsart zwar
kurzfristig deutlich ansteigen kann, mittel- und langfristig aber zu einer
Besserung des Krankheitsbildes führt. Schließlich kann im Rahmen der
Konfrontation eine systematische Desensibilisierung durchgeführt werden. Die
Besonderheit dieser Behandlungsform besteht darin,
dass die Konfrontation
zunächst nur in der Vorstellung erfolgt und erst im
Anschluss daran in der
Realität. Außerdem wird die Konfrontation sofort abgebrochen, wenn beim
Patienten Ängste auftreten. Der Betroffene wird aufgefordert, in diesem Fall die
zuvor erlernten Entspannungstechniken anzuwenden. Dadurch,
dass er den
aufkeimenden Angstgefühlen mit Entspannungstechniken begegnet, soll die Angst
dauerhaft reduziert werden. Zwar gilt die Konfrontation in der Realität
inzwischen als effektiver, aber manchmal kann sie zu gefährlich sein, so
dass
eine Konfrontation in sensu zu bevorzugen ist. Andere Situationen sind vom
Therapeuten nicht hinreichend regulierbar, um zum gewünschten Erfolg zu führen.
Auch bei Leistungssituationen wie zum Beispiel Prüfungen ist die Konfrontation
nur bedingt geeignet. Hier haben sich Entspannungstechniken, kognitive
Interventionen und die systematische Desensibilisierung bewährt.
Beispiel Komponenten des Expositionstrainings bei einer Zwangsstörung: nach:
extracta psychiatrica. Jg. 10, Heft 6/1996, S. 21-32 ,Therapie der
Zwangsstörungen, Hildegard Rasche-Räuchle & Fritz Hohagen
1) die Erfahrung, auch ohne Zwangsritual eine Spannungsreduktion als
natürliche physiologische Reaktion zu erreichen;
2) eine realistische Wahrnehmung der ausgelösten (meist negativen) Gefühle
und Kognitionen; die Korrektur verzerrter Kognitionen und Selbstbilder (z.B.:
"es gibt keine hundertprozentige Sicherheit", "auch ich kann und darf Wut
verspüren");
3) eine erweiterte Selbstexploration im Sinne des früheren
Katharsis-Konzeptes; bislang unzugängliche Inhalte, z.B. Erinnerungen an frühe
traumatische Erlebnisse, können durch die intensive Gefühlsbeteiligung
bewusst
und anschließend bearbeitet werden;
4) eine Intensivierung der therapeutischen Beziehung durch die emotionsreiche
Zusammenarbeit an realen Problemfeldern der Patienten (bei Übungen in privater
Umgebung sollte allerdings stets auf Anwesenheit einer dritten Person geachtet
werden);
5) die direkte Symptomreduktion, wobei zur Stabilisierung der Fortschritte
häufige Wiederholungen notwendig sind.
Um einen guten Übungseffekt zu erreichen und die kognitive Meidung durch
Abgeben der Verantwortung an den Therapeuten zu verhindern, wird vor jeder Übung
die Entscheidung der Patienten erneut eingeholt. Zudem versucht der Therapeut
durch Ansprechen des gedanklichen und emotionalen Zustandes eine vollständige
Beteiligung der Patienten zu gewährleisten und eine kognitive Meidung (wie z.B.
an etwas anderes denken, in gedanklichen Ritualen "alles wiedergutmachen" etc.)
zu umgehen.
Die Unterschiede in der Theorie sind sicher größer als in
der Praxis. Bei Angststörungen wird auch ein kluger Analytiker konfrontieren und
aufklären. Oft macht man umgekehrt die Erfahrung, wenn man als Analytiker
einen Patienten zur Verhaltenstherapie schickt,
dass dort zu sehr
analytisch
orientiert gearbeitet wird. Vertreter einer "reinen Lehre" sind in
der
Psychotherapie weniger gefragt, als Pragmatiker mit dem
überwiegenden
Interesse den Patienten zu helfen. Ein Zitat aus
Was sind die
wirklich wirksamen Ingredienzien der Psychotherapie? von K.Grawe:Was
ich hier für den Bewältigungs- und KIärungsaspekt etwas näher ausgeführt habe,
gilt für die Wirkfaktoren ganz allgemein. Ihre Nutzung ist keine Frage von
Entweder-Oder. Am wirksamsten ist Psychotherapie dann, wenn Therapeuten alle
Wirkfaktoren in Betracht ziehen und sie, wann immer sich die Möglichkeit dazu
bietet, systematisch zu nutzen versuchen. Es geht um Schwerpunktsetzungen und
nicht um eine Entscheidung für das eine oder das andere. Für eine optimale
Nutzung der Wirkfaktoren ist es entscheidend wichtig,
dass die
Schwerpunktsetzungen von den Gegebenheiten des jeweiligen Patienten bestimmt
werden und nicht von den Vorlieben, Überzeugungen, Abneigungen, Inkompetenzen
und blinden Flecken des Therapeuten. Unser gegenwärtiges
therapieschulorientiertes Ausbildungs- und Versorgungssystem führt aber geradezu
systematisch dazu,
dass die Behandlung, die ein Patient erhält, mehr von
letzterem bestimmt wird als davon, was für ihn wirklich das beste
Behandlungsangebot wäre, zöge man dafür alle vorhandenen Möglichkeiten in
Betracht.
Wenn "einsichtsorientierte" und "übende" Verfahren, "aufdeckende" und
"zudeckende" Therapie als Alternativen einander gegenübergestellt werden, wie es
bisher verbreitet geschieht, dann wird zum Entweder-Oder gemacht, was eigentlich
ein Sowohl-als-auch sein
musste. Die Abgrenzungen zwischen den Therapieschulen
führen dazu,
dass die Probleme der einen Patienten, nämlich derjenigen, die in
eine psychodynamische oder humanistischen Therapie kommen, einseitig unter dem
motivationalen Aspekt betrachtet und behandelt werden, und diejenigen der
anderen, die in eine Verhaltenstherapie oder eine anderen
bewältigungsorientierte Therapie kommen, einseitig unter dem Kompetenzaspekt.
Tiefenpsychologie versus Verhaltenstherapie
Während man in der Chirurgie einen therapeutischen Effekt
einwandfrei zum Beispiel auf die Entfernung von Gallensteinen zurückführen kann,
ist es in der Psychotherapie bislang noch nicht gelungen, die - möglicherweise
unspezifischen - Wirkfaktoren der einen oder anderen Therapieform eindeutig zu
ergründen. Deshalb wird die Psychotherapie immer wieder auf den Prüfstand
gestellt. Die beiden wichtigsten konkurrierenden Verfahren sind einerseits die
tiefenpsychologische Vorgehensweise, andererseits der verhaltenstherapeutische
Ansatz. Viele vergleichende Studien kommen zu dem Resultat,
dass die
langfristigen Ergebnisse beider Verfahren recht ähnlich sind.
Die ökonomische Bedeutung dieser Fragestellung
lässt sich
unter anderem an den Ausgaben für Maßnahmen der Rehabilitation aufgrund
psychischer Erkrankungen mit etwa einer Milliarde DM abschätzen. Ein Beitrag in
der Zeitschrift "PPmP Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie"
(Georg Thieme Verlag, Stuttgart) gibt als salomonisches Urteil zu bedenken,
dass
den beiden therapeutischen Vorgehensweisen gemeinsame Wirkfaktoren zugrunde
liegen könnten. Als wesentlichstes Ergebnis einer jüngsten Studie aus dem St.
Franziska-Stift in Bad Kreuznach, in dem beide therapeutische Verfahrensweisen
angeboten werden, fühlen sich die meisten Patienten zum Zeitpunkt der
Klinikentlassung deutlich gebessert, und dieser positive Effekt hält auch noch
ein Jahr danach an. Entgegen den Erwartungen lassen sich aber für den
Vergleich
der beiden Therapieformen nur geringfügige Unterschiede nachweisen.
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1-Jahres-Katamnese stationärer psychosomatischer Rehabilitation nach
differentieller Zuweisung zu psychoanalytisch oder verhaltenstherapeutisch
orientierter Behandlung.
PPmP Psychotherapie, Psychosomatik, med. Psychol. 49 (1999) Nr. 3/4, S.
114-130
Es ist eigentlich unvernünftig ist, bestimmte therapeutische Möglichkeiten,
die sich als sehr wirksam erwiesen haben, aus der eigenen Arbeit auszuklammern,
nur weil sie nicht zu einer bestimmten Therapieschulidentität passen. Im
Interesse der Patienten wäre es sicher besser, wenn regelmäßig alle
therapeutischen Möglichkeiten in Betracht gezogen würden, die ihnen wirksam
helfen könnten. Ihre Aussicht auf einen guten Behandlungserfolg wäre dann
objektiv am größten. Aber dazu bräuchte es Therapeuten, die willens und in der
Lage wären, so therapieschulübergreifend zu denken und zu handeln. Die
Therapieschulen setzen ihrerseits alles daran, um die Entwicklung solcher
Psychotherapeuten zu verhindern und zu behindern. Ihnen ist es gelungen,
zusammen mit der kassenärztlichen Bundesvereinigung einen Katechismus, den sog.
"Richtlinienkatalog'' (Faber und Haarstrick, 1989), in Kraft zu setzen, der
dafür sorgt,
dass nur therapieschulreine Therapien von den Kassen finanziert
werden. Das ist fürwahr ein wirksames Mittel, um die Therapeuten bei der Stange:
sprich ihrer angestammten Therapieschule zu halten. Vor den Katechismus, aber
hat der Herr den Kommunikations- oder Konfirmationsunterricht und dazu passende
Initiationsriten gesetzt, eine therapieschulenbezogenene Scheuklappenausbildung,
die oft lebenslange Blickfeldverengungen produziert. Wer erst mal ein paar Jahre
auf der Couch gelegen ist, dem ist seine wissenschaftliche Neugier und sein
Erkundungsdrang ziemlich sicher in der Nabelschau abhanden gekommen. Deswegen
sind Kongresse wie dieser, so fragwürdig sie auch sonst sein mögen, in mancher
Hinsicht eine Erlösung und Erquickung. Orthodoxe Repression kann sich unter
solchen Bedingungen jedenfalls nicht durchsetzen. Lieber ein Woodstock der
Psychotherapie als immer dieselbe Litanei.
Was sind die wirklich
wirksamen Ingredienzien der Psychotherapie? - K.Grawe
|
Grundmechanismen der Psychotherapie. |
|
Selbstexploration/Selbstreflexion |
|
Selbstneueinschätzung |
|
Selbstbefreiung |
|
Gegenkonditionierung |
|
Stimuluskontrolle |
|
Verstärkungsprozeduren |
|
helfende Beziehungen |
|
Gefühlserleichterung |
|
Umgebungsneueinschätzung |
|
soziale Befreiung |
|
Baumann U, Perrez M.
Klinische Psychologie u. Psychotherapie. Bern: Huber, 1998 |
Verhaltenstherapie links
| Verhaltenstherapie Zahlen
der Kassenärztlichen Bundes Vereinigung |
|
| Ärztliche Verhaltenstherapeuten |
1.229 |
| Psychologische
Verhaltenstherapeuten |
3.354 |
| Gutachter/Obergutachter |
26 |
| Anerkannte Institute für
Verhaltenstherapie |
18 |
| Vorläufig anerkannte Institute
für Verhaltenstherapie |
2 |
| Behandlungsfälle in
Verhaltenstherapie im Jahre 1996 |
|
| a) Kurzzeit (Antragsverfahren) |
81.623 |
| darunter: Delegation |
73.185 |
| b) Langzeit (Gutachterverfahren) |
30.949 |
| darunter: Delegation |
29.053 |
| Leistungsverhalten
privater Krankenversicherungen bei ambulanter Psychotherapie |
| Alte Oldenburger Keine Beschränkung der
Sitzungszahl, kein gesonderter Nachweis der medizinischen Notwendigkeit |
| ARAG Nach Nachweis medizinischer Notwendigkeit bis
zu 50 Sitzungen im Jahr |
| Axa Colonia Je nach Tarif ausgeschlossen oder mit
begrenzter Stundenzahl, pauschal oder nach medizinischer Notwendigkeit |
| Barmenia Keine Beschränkung der Sitzungszahl, kein
gesonderter Nachweis |
| Berlin-Kölnische Je nach Tarif 20 bis 30 Sitzungen
im Jahr ohne Nachweis |
| Central In einigen Tarifen nicht erstattungsfähig,
andere Tarife erstatten bis zu 30 Sitzungen im Jahr ohne Nachweis. |
| Concordia Bis zu 20 Sitzungen im Jahr ohne
Nachweis, darüber hinaus Nachweis erforderlich |
| Continentale In einigen Tarifen ist Psychotherapie
nicht erstattungsfähig; andere Tarife erstatten bis zu 30 Sitzungen im
Jahr ohne Nachweis. |
| DBV-Winterthur In einigen Beamtenanwärtertarifen
Erstattung ausgeschlossen. Andere Beamtentarife erstatten bis zu 30
Stunden im Jahr ohne Nachweis. In anderen Vollversicherungstarifen
Erstattung ohne Beschränkung der Sitzungszahl und ohne Nachweis |
| DEVK Bis zu 30 Sitzungen pro Kalenderjahr werden
ohne Nachweis zu 75 Prozent erstattet, darüber hinaus Nachweis
erforderlich. 25 Prozent Selbstbeteiligung in allen Tarifen |
| DKV Psychotherapie wird ohne Nachweis bis zu 30
Sitzungen im Jahr voll erstattet. Von der 31. bis zur 60. Sitzung werden
80 Prozent, ab der 61. Sitzung 70 Prozent erstattet. Familienfürsorge Mit
Nachweis medizinischer Notwendigkeit werden in Beihilfetarifen bis zu 50
Sitzungen im Jahr erstattet, in allen anderen Vollversicherungstarifen
ohne Begrenzung der Sitzungszahl. |
| Hallesche-Nationale Bei Behandlung durch ärztliche
Psychotherapeuten Erstattung ohne Begrenzung der Stundenzahl und Nachweis |
| Hanse-Merkur Bei Behandlung durch ärztliche
Psychotherapeuten werden in einigen Tarifen bis zu 15 Stunden erstattet,
andere Tarife ohne Begrenzung. |
| HUK-Coburg In einem Tarif wird Psychotherapie nicht
erstattet. In allen anderen wird die Behandlung durch ärztliche
Psychotherapeuten bis zu 30 Stunden im Jahr übernommen, darüber hinaus
keine Erstattung. |
| Landeskrankenhilfe Bei Behandlung durch ärztliche
Psychotherapeuten ohne Begrenzung der Stundenzahl und Nachweis |
| LVM Bis zu 30 Sitzungen pro Kalenderjahr ohne
Nachweis, darüber hinaus mit Nachweis |
| Signal – IDUNA In einigen Tarifen werden 30 Stunden
im Jahr erstattet, in anderen keine Begrenzung der Sitzungszahl. Je nach
Tarif ist ein Nachweis erforderlich. |
| Vereinte Je nach Tarif werden 20 bis 30 Sitzungen
im Jahr ohne Nachweis erstattet. Darüber hinaus sind nur Kulanzregelungen
möglich, beispielsweise das Vorziehen des Kontingents aus dem Folgejahr.
Eine Änderung der Allgemeinen Versicherungsbedingungen zugunsten einer
Erweiterung wird geplant. |
| Stand: März 2001; alle Angaben ohne Gewähr. Die
Aufstellung bezieht sich auf den Leistungsumfang der privaten
Vollversicherungstarife. In einigen Tarifen ist eine Selbstbeteiligung in
unterschiedlicher Höhe vereinbart. Selbstbeteiligungs-Regelungen werden
hier nur erwähnt, sofern sie sich ausschließlich auf psychotherapeutische
Leistungen beziehen. Es wurden nur Versicherungsbedingungen von aktuell
angebotenen Vollversicherungen berücksichtigt. Nach
Heim, Thomas;
Private Krankenversicherung: Genau prüfen,
Deutsches Ärzteblatt 98, Heft 15 vom
13.04.01, Seite A-961 |
| Wichtiger Hinweis:
Medizin und Wissenschaft unterliegen ständigen
Entwicklungen. Der Autor verwendet größtmögliche Sorgfalt, damit
alle Angaben dem aktuellen Wissensstand entsprechen. Eine Gewähr für die
Richtigkeit der Angaben im Text und
besonders in den empfohlenen Links ist jedoch ausdrücklich
ausgeschlossen. |
| Jeder Benutzer muß im Zuge seiner Sorgfaltspflicht die
Angaben überprüfen und ggf. korrigieren. Die Benutzung erfolgt
ausschließlich auf Gefahr des Anwenders. Nochmals eine Wiederholung des
Hinweises vom Beginn der Seite: |
| Bitte bedenken Sie immer einen Arztbesuch oder
die Stellung einer richtigen Diagnose kann das Internet nicht ersetzen.
Entsprechend sind bisher auch keine "Arztbesuche" via Internet möglich.
Hiergegen sprechen nicht nur ganz erhebliche juristische Bedenken, für
eine ärztliche Behandlung ist immer noch ein persönlicher Kontakt
entscheidend. Für die Diagnosenstellung benötigt ihr Arzt alle seine fünf
Sinne. Apparative Befunde wie Röntgenbilder oder Laborwerte lassen sich
inzwischen per Internet gut übermitteln, zur Stellung einer
Diagnose bleiben sie weiterhin nur Hilfsmittel, die ausschließlich in
einem Gesamtzusammenhang eine Bedeutung haben. Die meisten Diagnosen
werden im ärztlichen Untersuchungsgespräch (Anamnese) gestellt. Auch jede
Behandlung muß auf das Individuum abgestimmt werden. |
| Medikamente sollte man in der Regel nicht im
Internet bestellen. Neben oft
unzureichender Qualität, fehlt vorallem die Indikationsstellung und die
korrekte Aufklärung, von Haftungsfragen bei gravierenden Nebenwirkungen
abgesehen. |
| Sämtliche Äußerungen auf diesen Seiten erfolgen unter
Ausschluss jeglicher Haftung für möglicherweise unzutreffende Angaben
tatsächlicher oder rechtlicher Art. Ansprüche irgendwelcher Art können aus
eventuell unzutreffenden Angaben nicht hergeleitet werden.
Selbstverständlich erheben die Aussagen keinen Anspruch auf allgemeine
Gültigkeit, es wird daneben eine Vielzahl vollkommen anderer Erfahrungen
und Auffassungen geben. Für die Abmahnwütigen noch ein Hinweis zu den
Links auf diesen Webseiten: Ich distanziere mich ausdrücklich von den
Inhalten der Webseiten und Internetressourcen, auf die ich mit meinen
Links verweise. Die Haftung für Inhalte der verlinkten Seiten wird
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